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Festplaketten zum Dank überreicht

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Eine Festplakette überreichte Bürgermeister Andreas Dögerl (Mitte) an St. Andräs Bürgermeister Albert Pürgstaller (von links), an Altbürgermeister Hans Daxer, an den Staudach-Egerndacher Bürgermeister Hans Pertl sowie an Altlandrat Jakob Strobl. (Foto: Giesen)

Marquartstein. Ein Höhepunkt des gemeinsamen Jubiläumsfestes der Gemeinde und der Musikkapelle Marquartstein (wir berichteten) war der Festabend zum 75-jährigen Bestehen. Im gut besuchten Festzelt hinter dem Rathaus spielten gleich drei Musikkapellen. Den Anfang machte die Musikkapelle Marquartstein unter ihrem Dirigenten Rupert Kamhuber mit bestens einstudierten, abwechslungsreichen Stücken.


Gleich drei Musikkapellen spielten auf

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Zum Jubiläum war auch die Kapelle Reißkofel Reisach aus Kärnten gekommen. Zu dieser bestehen durch Emil Oberressl, langjähriges Mitglied der Musikkapelle Marquartstein, beste Beziehungen. Die 1949 gegründete Kapelle war mit über 30 Mitgliedern gekommen und unterhielt die vielen Zuhörer bestens. Auch die Musikkapelle aus St. Andrä (Südtirol), Partnergemeinde von Marquartstein, war zu hören.

Bürgermeister Andreas Dögerl eröffnete die Reihe der Grußreden mit einer kurzweiligen Ansprache zu Marquartsteins eigentlich 1000-jähriger Geschichte. Er erläuterte, dass zu den Herren der Burg die größten Geschlechter des damaligen Europas zählten, nämlich Hohenstaufer, Wittelsbacher, Hohenzollern oder Herzöge aus Lothringen und Kärnten und sogar ein oströmischer Kaiser.

Der Schritt in die heutige Zeit, deren Spuren noch heute in Marquartstein zu sehen sind, war 1884 der Bau der Lokalbahn, die anfangs vor allem als Transportmittel für Holz und Stein diente. Dann aber kamen gut situierte Bürger und sogenannte Sommerfrischler aus ganz Deutschland. Das Hotel Marienbad hatte bereits Ende des 18. Jahrhunderts ein Schwimmbad und Kurhaus.

In Marquartstein entstand eine eigene Architektur, die bis heute zum Beispiel in der Loitshauser Straße oder an manchen Villen unterhalb der Burg Marquartstein zu bewundern ist. Schon 1917 bekam der Ort eine Filiale der Sparkasse, 1928 gründete Hermann Harless das heutige Staatliche Landschulheim. 1929 wurde das »Eisenbahnergenesungsheim« gebaut, 1936 die katholische Kirche Zum Kostbaren Blut. All das führte unter anderem zum Entstehen der selbstständigen Gemeinde Marquartstein vor 75 Jahren, wie der Bürgermeister feststellte.

Für die umliegenden Gemeinden sprach Hans Pertl, Bürgermeister von Staudach-Egerndach. Albert Pürgstaller, Bürgermeister von St. Andrä in Südtirol, gratulierte im Namen der Partnergemeinde mit Südtiroler Wein und dem Versprechen, die Musikkapelle mit diesem Wein bei ihrem nächsten Besuch in St. Andrä zu beglücken. Mit den Worten »in Marquartstein geht was« beglückwünschte der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner die Gemeinde auch zu ihrer Schuldenfreiheit.

Ein Höhepunkt war die Überreichung von Ehrengaben an vier Personen, die sich um das Gemeindewohl verdient gemacht haben. Dafür hatte der Marquartsteiner Bildhauer Christian Dögerl eine bronzene, auf Holz gearbeitete, jeweils individuell auf die Empfänger entworfene Ehrenplakette erarbeitet. Aus den Händen von Bürgermeister Dögerl erhielt Altlandrat Jakob Strobl die Ehrenplakette, weil er den »Schulstandort Marquartstein« entscheidend vorangetrieben hatte. Mit der Ehrenplakette wurden auch Albert Pürgstaller und Hans Daxer, der von 1978 bis 1984 Marquartsteiner Bürgermeister war und mit ausführlichen Recherchen zur Ortsgeschichte viel zum Gelingen der Festschrift beigetragen hatte, ausgezeichnet.

Auch die Jugend wurde bestens unterhalten

Die Ehrenplakette erhielt auch Hans Pertl für die »hervorragende Zusammenarbeit« in der Verwaltungsgemeinschaft, betonte Dögerl. Aus gesundheitlichen Gründen waren Altbürgermeister Matthias Dögerl und Heimatpfleger Sepp Bock nicht zum Festabend erschienen. Ihnen wird der Bürgermeister die Plaketten in privatem Rahmen überreichen.

Für die Jugend war im Rahmen des Festwochenendes auch etwas geboten – die Band Django 3000 spielte im Festzelt. Aus gegebenem Anlass war das Konzert von den Gemeinden Marquartstein und Staudach-Egerndach zum Benefizkonzert für die Flutopfer der Gemeinden umfunktioniert worden. gi