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Festivalhütten für Radler

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Übersee – Wer beim Chiemsee Summer-Festival statt eines Campingzelts lieber ein festes Dach über dem Kopf hat, kann seit drei Jahren eine Almhütte buchen. Nach der einstimmigen Empfehlung des Gemeinderats in der jüngsten Sitzung soll das Almhüttendorf nun erweitert und touristisch genutzt werden.


Für die etwas anspruchsvolleren Festivalbesucher haben sich die bislang zehn Almhütten bewährt. Sie waren in den vergangenen Jahren immer ausgebucht. Nun hat die »Wohnwerkstatt Bayern GmbH« (WoWeBa) in Verbindung mit der CRP-Konzertagentur die Aufstellung eines Bebauungsplans für ein erweitertes Angebot beantragt.

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Wie Carmen Hafner von der Konzertagentur in der Sitzung erläuterte, will man mit dem Hüttendorf naturnahe Urlauber ansprechen, vor allem Radlfahrer. Die Holzhütten, die keine Heizung und keine sanitären Anlagen haben, seien familienfreundlich, bezahlbar und eigneten sich besonders für Tagesurlauber von April bis Oktober. Als mögliche »nützliche Ergänzungen« bezeichnete sie einfache sanitäre Anlagen und abschließbare Unterstellmöglichkeiten für Räder in separaten Funktionshütten.

Wie Maximilian Wüstinger aus Frasdorf, Spezialist für Bauleitplanungen, erklärte, könnte das Dorf wie »eine Briefmarke« mitten im Festivalgelände platziert werden. Sinnvoll sei nach seinem Dafürhalten die Erweiterung der aktuell zehn auf 20 Wohnhütten zu je 20 Quadratmetern und vier zusätzliche Funktionshütten von je 25 Quadratmetern. Die Hütten seien sowohl hinsichtlich des Standorts als auch der Ausstattung flexibel. Beispielsweise wäre jederzeit auch der Einbau einer Heizung und damit eine ganzjährige Nutzung möglich.

Angesichts der konstant schwindenden Bettenzahlen für Übernachtungen in Übersee begrüßte Bürgermeister Marc Nitschke das neue Angebot als »wichtigen zusätzlichen Baustein im touristischen Angebot in Übersee«.

Vor dem Hintergrund früherer Ideen, die Almhütten als Asylbewerber-Unterkünfte bereitzustellen, äußerte Leo Segin (CSU) allerdings Bedenken: »Was, wenn der Migrationsdruck wieder ansteigt?« Dazu der Gemeindechef: »Für den Fall sollte man in der Tat rechtlich gesicherte Absprachen zugunsten von Asylbewerbern treffen.« Zu klären sei außerdem noch die Parkplatzfrage.

Am morgigen Donnerstag um 19 Uhr soll der Bauausschuss in seiner öffentlichen Sitzung das Bauleitplanverfahren einleiten. bvd