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Fernwärmeversorgung für Unterwössen

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Unterwössen. Vor dem Hintergrund einer vorgelegten Machbarkeitsstudie sprach sich der Unterwössner Gemeinderat einstimmig für den Aufbau einer Fernwärmeversorgung für den Kernbereich von Unterwössen aus. Die Gemeindeverwaltung wird nun in einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 4. Juli die Bevölkerung unterrichten.


In Gesprächen soll zudem das Anschlussinteresse ermittelt und den Hauseigentümern Verträge für einen Fernwärmeanschluss angeboten werden. Auf acht Monate schätzt der Ökomodell-Geschäftsführer Wolfgang Wimmer die Zeit von den ersten Vertragsgesprächen mit den Kunden bis zur Fernwärmelieferung an den Kunden.

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Die Machbarkeitsstudie war von der oberösterreichischen Firma Aqotec GmbH in enger Zusammenarbeit mit dem Ökomodell Achental entstanden. Wimmer stellte den Kernbereich des Netzes vor, in dem sich auch die Großabnehmer befinden. Diese wären unter anderem die Unterwössner Turnhalle, die Schule, große Wohnhäuser im Dorfzentrum, Apotheke, Postgebäude, der entstehende Edeka-Markt, die Raiffeisenbank, die Kreissparkasse, das Hallenbadgebäude und das Altenheim. Für diesen Kernbereich würde sich als Standort für das Biomasse-Heizwerk das Gelände im Südwesten der Grund- und Mittelschule in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sportplatz anbieten. Cirka 2100 Meter Stahlleitungen mit Leckwarnern würden von dort in den Gehwegen und Straßen zu den Verbrauchern verlegt.

Für 33 Wärmeabnahmekunden ergäbe sich der Bedarf von 2373 Megawattstunden pro Jahr. Die Biomasseanlage müsste dafür mit circa 4500 Schüttraummetern Hackschnitzel im Jahr beschickt werden. Die Verbrauchsspitzen deckt eine Heizölanlage mit geschätzten 280 000 Litern Jahresverbrauch. Für zusätzliche Versorgungssicherheit sorgt ein Pufferspeicher. Nach der Machbarkeitsstudie bringt das eine Kohlendioxid-Einsparung von circa 700 000 Tonnen jährlich.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung der Studie geht von Gesamtinvestitionskosten von 1,86 Millionen Euro aus. Eine öffentliche Förderung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau würde eine Erleichterung um 225 000 Euro bringen. Am Beispiel des Rathauses gerechnet, weist die Fernwärme gegenüber heutiger konventioneller Beheizung zehn Prozent Ersparnis aus.

Wimmer sieht die Vorteile der Fernwärmeanlage aber nachrangig im Preis, Gedanken wie Umweltschutz und Vorteile für den Einzelabnehmer stehen für ihn im Vordergrund. Fernwärmebetreiber soll ein kommunales Tochterunternehmen der Gemeinde werden, das sich selbst trägt.

Auf Nachfrage von Gemeinderätin Adelheid Meirer (CSU) schätzt Wimmer die Anschlusskosten auf zwischen 4000 bis 4500 Euro für den Hausanschluss. Überschreitungen aufgrund besonderer Verhältnisse wie fälligen Modernisierungen im Haus seien möglich. Barthl Irlinger (OWW) fand sympathisch, dass das Projekt unter kommunaler Verwaltung stehe.

Dem Gedanken von Sandra Sonntag (FDP), das neu zu gründende Unternehmen als Genossenschaft für alle Versorgungsarten in Unterwössen zu formen, hielt Wimmer seine persönliche Meinung entgegen. Aus Genossenschaften zögen nur die Vorteile, die in die Genossenschaft investieren und sich das auch finanziell leisten könnten. Demgegenüber gewährleiste ein Gemeindeunternehmen die Teilhabe jeden Bürgers am Projekterfolg. lukk