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Fehlende Dimension: Quadratmeter statt Kubikmeter

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Quadratmeter statt Kubikmeter: Der Tiefbau für die Sportplatzerweiterung muss neu ausgeschrieben werden. (Foto: Höfer)

Petting – Quadratmeter oder Kubikmeter? Die kleine hochgestellte Zahl nach der Einheit ändert viel. Das musste jetzt die Gemeinde Petting feststellen, denn deren Planer hatte die Tiefbauarbeiten für die Sportplatzerweiterung falsch ausgeschrieben. Aus 11,5 Kubikmetern wurden 11,5 Quadratmeter. Nun schreibt die Gemeinde diesen Teil neu aus. Unzufrieden äußerten sich etliche Räte auch deshalb, weil die Arbeiten nicht – wie besprochen – in drei Losen ausgeschrieben worden waren, sondern lediglich in zwei.


Ein Rasenspielfeld, eine Laufbahn und eine Sprunganlage – all das wird im Rahmen des Schulhausneubaus am Pettinger Sportgelände entstehen. Ausgeschrieben hatte Planer Georg Tahedl die Aufträge in zwei Losen: Tiefbau und Oberfläche. Allerdings ist im Sektor Tiefbau ein Fehler passiert: Aus Kubikmetern wurden Quadratmeter. Zwei Firmen hatten entsprechende Angebote abgegeben, eine Dritte hatte »mitgedacht«, wie es Bürgermeister Karl Lanzinger formulierte, und die Sache eigenmächtig korrigiert. Mit der Folge, dass diese Firma nun eigentlich ausscheiden müsste, es sei denn, man schreibe die Sache neu aus. Was dann auch geschehen war. Die Ausschreibung läuft bis zur Kalenderwoche 36.

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Kritik an der Ausschreibung des Planers

»Wir können also heute nur die Oberflächenarbeiten vergeben«, fasste der Rathauschef die Vorgeschichte zusammen. Andreas Götzinger erinnerte daran, dass man ursprünglich von drei Losen bei der Ausschreibung gesprochen hatte, worauf Lanzinger erwiderte, der Planer habe das so vorgeschlagen. »Mir gefällt nicht, wenn Planer anders ausschreiben, als wir besprechen«, kritisierte Franz Vordermayer, während Lanzinger meinte, dazu habe es keinen festen Beschluss gegeben.

Klar sei, dass somit heuer nicht mehr eingesät werden könne, was jedoch schon vorher eher ungewiss gewesen sei, so Lanzinger, der die Arbeiten nun für Oktober 2016 bis Mai 2017 taxierte. Dadurch könnte es teurer werden, spekulierte Vordermayer. »Mal den Teufel nicht an die Wand«, warnte Lanzinger und bat gleichzeitig um ein »Grundvertrauen« in den Planer. Ihm gehe die Diskussion zu weit, wenn der Gemeinderat »gscheider« sein wolle als der Planer. Der habe im Übrigen knapp kalkuliert, aber wie es derzeit aussehe, könne man den Kostenrahmen einhalten.

Entscheidend sei, dass Preis und Qualität entsprechend der von der Regierung von Oberbayern vorgegebenen Fixpreise passten. »Wir legen nochmal 50 000 Euro drauf, weil wir eine längere Laufbahn und einen Parkplatz haben wollen«, erinnerte der Bürgermeister die Kollegen und fragte: »Warum jetzt darauf rumreiten?«

»Das Diskutieren bringt nichts«, meinte auch Zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl, »ausschreiben und loslegen«, denn der Planer habe sich bei den zwei Losen bestimmt etwas gedacht. Und der ausführenden Firma für die Oberflächen müsse man halt sagen, dass sich die Sache etwas verzögere. »Seit acht Jahren bauen wir diesen Sportplatz, da werden wir uns doch jetzt nicht nervös machen lassen«, beruhigte Prechtl.

Günstigster Bieter eine »renommierte Fachfirma«

Theo Paststötter war wichtig, dass man auch wirklich rechtzeitig fertig werde und Franz Vordermayer warnte, die Gemeinde dürfe dadurch keine Nachteile haben. »Alle Firmen haben schon signalisiert, dass sie weiterhin Interesse haben«, gab Lanzinger bekannt. Die Oberflächenarbeiten vergab das Gremium einstimmig an die Firma A. Weindl GmbH & Co. KG in Bodenkirchen zum Preis von 88 312 Euro. Die beiden anderen Anbieter lagen mit 139 000 beziehungsweise 154 000 Euro deutlich darüber. Den skeptischen Blicken ob der großen »Spreizung« begegnete Lanzinger mit dem klaren Hinweis, dass es sich bei diesem günstigsten Anbieter um eine »renommierte Fachfirma« handle.

Einstimmig befürwortete der Rat auch die von Cornelia und Christian Schwangler beantragte Tektur für das Objekt Raiffeisenstraße 13. Der Neubau eines Hauses mit Arztpraxis und Schuppen war schon genehmigt gewesen, nun sollen lediglich Details geändert werden. »Ein Erker kommt hinzu«, erläuterte Lanzinger, »die Grundstücksgrenze hat man durch Tausch begradigt; die Stellplätze werden anders ausgerichtet.« Die Unterschrift des Nachbarn liege vor.

Philipp Strohmeyer fragte nach dem Sachstand bei der Turnhallensanierung, denn die Abteilungen würden bereits ihre Termine für die kommende Saison planen. Lanzinger informierte über ein Gespräch zwischen Planer, den drei Bürgermeistern und den Vertretern des TSV, um »kleine Dinge abzustimmen«. Schulaufsichtlich sei es genehmigt, der Zuschussantrag gestellt. »Und die Förderung?«, fragte Strohmeyer weiter. »Wir haben die Gesamtmaßnahme beantragt«, antwortete Lanzinger, »wenn wir das kriegen, können wir froh sein.« Und zu den Terminen: »Wir machen uns schlau.«

Franz Vordermayer wollte das Protokoll der letzten Sitzung insoweit korrigiert sehen, als nicht er alleine Urnenwände besichtigen und fotografieren wolle. Vielmehr sah er es als Aufgabe für jeden im Gremium. Karl Lanzinger gab bekannt, dass sich aufgrund der Berichterstattung in den heimischen Zeitungen bereits Planer – auch von auswärts – gemeldet und ihr Interesse an der Planung einer Urnenwand signalisiert hätten.

Gemeinderat beteiligt sich an Stockschützenmeisterschaft

Der Gemeinderat hatte ein Einladung der TSV-Abteilung Stockschützen zur Teilnahme an der Gemeindemeisterschaft erhalten. Auf die Frage »Mach' ma mit?«, antwortete Prechtl: »Miaß ma fast«. Beim letzten Mal habe man in der Vorrunde zwar »kein Land gesehen«, wie Lanzinger es formulierte, hätte sich aber auch gar nicht qualifizieren dürfen, da just zum zweiten Termin eine Gemeinderatssitzung anberaumt gewesen war.

Weil die Tagesordnung in dieser Feriensitzung etwas dünn war, ließ Lanzinger gleich noch über den Termin der Weihnachtsfeier und die Sitzungstermine des kommenden Jahres abstimmen. höf