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Caritas feierte 60 Jahre Erziehungsberatung im Landkreis Traunstein

Fast 900 Eltern brauchten Hilfe

Traunstein – Das Caritas-Zentrum Traunstein hat in Heilig Kreuz das 60-jährige Bestehen der Erziehungsberatungsstelle im Landkreis Traunstein gefeiert. Seit 1955 können sich Familien in Erziehungsfragen an die Caritas wenden, zuletzt waren es im vergangenen Jahr 892 Eltern. Im Rahmen eines von Kreisdekan Dr. Hans Huber zelebrierten Wortgottesdienstes und bei einem anschließendem Empfang wurde dies angemessen gewürdigt.

Der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser betonte die enorme Bedeutung einer schnellen, unbürokratischen und kostenfreien Beratungsmöglichkeit für Eltern und lobte die gute Zusammenarbeit besonders mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien. Auch der Oberbürgermeister Traunsteins Christian Kegel äußerte seine Zufriedenheit mit einer Einrichtung, die zentral in der Stadt mit vielfältigen Angeboten für die Bürger aufwartet. Er wünschte der Einrichtung weitere 60 Jahre guter und verlässlicher Beratungsarbeit.

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Franz Schlund, Fachreferent des Caritas-Verbands der Erzdiözese München und Freising, schilderte in seinem Grußwort die Geschichte der Caritas-Erziehungsberatungsstellen, die noch zu Beginn der 1950er Jahren ambulant durch eine von München aus pendelnde Fachkraft betrieben worden waren. Erst mit der Gründung fester Stellen in Laufen (später Freilassing), Traunstein und Rosenheim konnte gezielt vor Ort beraten werden.

Dr. Alexander Lohmeier, der Fachdienstleiter der Erziehungsberatungsstelle, schilderte kurz die Chronik der Einrichtung. Anhand zweier Fallbeispiele zeigte er auf, wie früher und heute gearbeitet worden war beziehungsweise wird. 1955 nutzten 71 Familien die Beratung, im vergangenen Jahr kamen 892 Hilfesuchende. 1955 war von den angemeldeten Kindern nur eines von Scheidung betroffen, 2014 dagegen bereits 462. Reichte 1955 ein im Krieg erworbenes Leutnantsdiplom, um ein Zertifikat als Erzieher zu erhalten, so ist heute ein akademischer Abschluss inklusive weiterer Fortbildungen nötig, um fachlich angemessen zu beraten.

Dr. Lohmeier stellte noch das Team der Beratungsstelle, Teamassistentinnen, Psychologen und Sozialpädagogen vor, ohne die eine landkreisweite Versorgung auch der Außenstellen in Traunreut, Trostberg und Grassau nicht möglich wäre.

Zum Abschluss der Veranstaltung hielt Theologieprofessor Anton Bucher von der Universität Salzburg einen humorvollen und viel beachteten Vortrag zum Thema »Spirituelle Wurzeln in der Erziehung«. Er betonte dabei, wie wichtig Glaubensrituale für die Erziehung sind und wie kreativ und innovativ Kinder sein können, um die Welt zu entdecken. fb