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Fast 3000 Menschen besuchten letztes Jahr den Torfbahnhof

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Mitglieder des Museumsvereins haben in monatelanger Arbeit das 217 Meter lange Feldbahngleis am Torfbahnhof vollständig erneuert. Rund 400 Schwellen, dazu Gleise und Weichen wurden verlegt.

Grassau – Der Verein Torfbahnhof Rottau hielt in seiner Jahreshauptversammlung Rückschau auf ein erfolgreiches und »sehr ereignisreiches Jahr 2014«, wie es Vorsitzender Ekkehard Barchewitz formulierte. Im Vergleich zum Vorjahr kamen um 700 Besucher mehr ins Museum. Von den gut ein Drittel der knapp 3000 Besucher kam in angemeldeten Gruppen.


Vorstand Barchewitz sieht eine Aufgabe darin, mehr Schüler und Jugendliche für den Besuch zu interessieren. Die befragten Besucher seien mit dem Angebot hoch zufrieden gewesen. Verbesserungsvorschläge gehen dahin, die Fahrt mit der Feldbahn zu verlängern. Kinder sollen mehr Exponate zum Anfassen finden und die Beschilderung zum Torfbahnhof sollte deutlicher sein. Das ist etwas, worauf die Vorstandschaft mit weiteren Schildern bereits reagiert hat.

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Von »hochzufriedenen Besuchern« sprach auch Museumsleiter Claus-Dieter Hotz, der Initiator des Museums Torfbahnhof. Im Einvernehmen mit Hotz strebt der Verein eine Nachwuchsregelung an. Er beginnt, einen neuen Museumsleiter zu suchen. Eine Entscheidung über das Amt plant der Verein für die nächstjährige Hauptversammlung. Hotz sagte dazu: »Ich kann uns wirklich nur wünschen, dass wir jemanden finden. Ihr glaubt nicht, was es für eine Freude macht, wenn die Besucher ihre Begeisterung ausdrücken.«

Wie Barchewitz berichtete, betreibt der Verein umfangreiche Werbung mit Prospekten und Infokarten. Mit Ständen auf den Märkten in Grassau, Rottau, Übersee und Bernau machen die Vereinsmitglieder auf den Torfbahnhof aufmerksam.

Das Inventar der ehemaligen Schusterbude aus dem ersten Stock des Museums wird seit November 2014 als Ausstellung in der Zirmstiftung Schusterhof »Ski und Schuh« präsentiert. Der freigewordene Raum wird im Museum als Medienraum genutzt. Die Filme stoßen auf reges Interesse bei den Besuchern. Oft verkürzen sie die Wartezeiten bis zur Führung. Eine ganze Reihe von Exponaten, darunter auch welche, die aus Platzgründen vom Verein selbst nicht ausgestellt werden können, hat der Verein für die Sonderausstellung »Mensch und Moor« an das Schwäbische Bauernhofmuseum in Illerbeu-ren ausgeliehen.

Mit den Bau-und Sanierungsarbeiten ist der Verein gut vorangekommen. Die Toiletten im Anbau sind fertig. Im Eingangsbereich haben die Helfer einen Museumsshop eingerichtet. Eine Spende von 17 000 Euro ermöglichte die derzeitige Sanierung der Balken und des Daches in der Bürobaracke. Das Gelände rund um den Torfbahnhof ist großteils gerodet und dem Aussehen aus dem Jahr 1988 angepasst.

Vor allen Dingen finanzielle Auswirkungen hat die Raumanalyse Torfbahnhof, die die Landesstelle für Denkmalpflege eingefordert hat. Ein Aufmaß und eine statische Analyse sind in diesen Tagen fertig geworden. Das so entstandene Wissen wird Grundlage für die künftigen Planungen rund um den Torfbahnhof. Die 43 394 Euro für diese Maßnahme hätte der Verein allein nicht aufbringen können. Die Gemeinden Bernau, Grassau und Übersee haben das Vorhaben finanziell gefördert. Das Landesamt für Denkmalpflege, der Landkreis Traunstein und der Bezirk Oberbayern haben sich ebenfalls beteiligt.

Der Verein hat 7360 Euro beigesteuert. Das hat mit dazu geführt, dass dem Verein ein Verlust von rund 5000 Euro entstanden ist, wie Schatzmeister Robert Kraus berichtete. Im Berichtsjahr hat der Verein auch die Erstausstattung mit Waren für den Museumsshop finanziert.

Von den 98 Mitgliedern arbeiten neben der Vorstandschaft 12 bis 15 Aktive mit. Für Bau- und Sanierungsarbeiten haben sie etwa 4000 Stunden, für Führungen mehr als 520 Stunden erbracht.

In Zusammenarbeit mit den Mitgliedern möchte die Vorstandschaft im Laufe dieses Jahres ein Nutzungskonzept erarbeiten, um für die Zukunft Planungssicherheit zu bekommen. Nach einer erfolgreichen, von Dieter Strauch initiierten Eigenveranstaltung riet dieser, den Torfbahnhof als besonderen Ort für Feste und Veranstaltungen zu nutzen. Wie Barchewitz berichtete, konnte sich die Vorstandschaft bisher nicht dazu durchringen, ließ das aber für die Zukunft offen. lukk

Blattl Sonntag Traunstein