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Fast 200 Kilogramm Haschisch importiert

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Über eine Entkriminalisierung von Marihuana wird derzeit intensiv diskutiert. Foto: Daniel Karmann/Archiv Foto: dpa

Traunstein – Um fast 200 Kilogramm Haschisch und schwunghaften Drogenhandel im Raum Traunstein und München geht es in einem Prozess gegen drei Angeklagte am Landgericht Traunstein. Die Angeklagten zeigten sich heute geständig. Das Gericht hatte im Gegenzug für Geständnisse vorab Freiheitsstrafen zwischen acht und knapp neuneinhalb Jahren zugesagt. Das Urteil wird am Donnerstag erwartet.


Der 38-Jährige und die 28-Jährige waren zeitweise ein Liebespaar. Der Landschaftsgärtner hatte schwere Unfälle in seinem Leben. Einmal fiel er von seinem Haus in Spanien sechs Meter in die Tiefe. Außerdem erwischte es ihn in einem Auto. Die schweren Verletzungen plagen ihn bis heute. Die 28-jährige Altenpflegerin lernte er Anfang 2013 während einer Reha in Trostberg kennen. Er überredete sie, ihn gegen Bezahlung bei der weiteren Reha »in der Sonne in Spanien« zu betreuen. Die junge Frau nahm sechs Wochen unbezahlten Urlaub. Letztlich kündigte sie und blieb etwa ein Jahr im Süden. Irgendwann war aus der bezahlten Hilfe Liebe geworden.

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»Ich habe das Geld verspielt und versoffen.«

Der 38-Jährige hatte einen sechsstelligen Geldbetrag und zehn Kilogramm Gold geerbt. Mit einem Teil davon kaufte er sich sein Haus in Spanien. Mit dem Erlös aus dem Goldverkauf und dem geerbten Bargeld hatte der 38-Jährige seinen Drogenkonsum finanziert. Wie er heute schilderte, nahm er ungefähr acht Gramm Kokain für 500 Euro pro Tag. Viel Alkohol kam dazu. Angeblich war er auch noch spielsüchtig

28-Jährige schon zu Bewährungsstrafe verurteilt

Über den Lebensgefährten kam die 28-Jährige, die selbst seit Jahren keine Drogen mehr konsumiert hatte, mit dem Handel von Rauschgift in Kontakt. Ein von ihr im März 2016 transportiertes, knappes Kilogramm Haschisch wurde der Frau zum ersten Mal zum Verhängnis. Sie konnte es auf dem Weg von der Autobahn zur Dienststelle bei Rohrdorf zwar aus dem Auto werfen. Dort entdeckten es aber Polizeibeamte. Die 28-Jährige wurde im Februar 2015 zu einer Strafe mit Bewährung verurteilt.

Der 38-Jährige soll in allen Fällen der Anklage mit einem Bekannten, einem 45 Jahre alten gebürtigen Straubinger, gemeinsame Sache gemacht haben. Dieser fing nach eigenen Worten mit 12 oder 13 Jahren an, zu trinken und zu rauchen. Er erlernte mehrere Berufe und war unter anderem auf Baustellen in Portugal und Dubai. Der Konsum von Alkohol und Drogen verstärkte sich. Sein Lebensweg führte ihn auf die Neue Messe nach München, wo er als Veranstaltungstechniker arbeitete. Auf dem Messegelände traf er auf den 38-Jährigen.

Nicht nur Drogen, sondern auch eine Waffe im Gepäck

Der 23. Mai 2016 bedeutete für alle drei eine Wende. Die Männer hatten laut Anklage mit unbekannten Mittätern den Transport von 85 Kilogramm Haschisch von Spanien nach München in die Wege geleitet. Als die beiden Angeklagten die Drogen in einer Stahlkiste mit einem Mietfahrzeug vom Messegelände wegschafften, gerieten sie auf dem Rückweg in München in eine Polizeikontrolle. In dem Wagen fand sich außerdem ein Revolver mit 24 Schuss Munition.

Der Staatsanwalt wirft den Männern vor, schon im November 2015 mit Unbekannten über die gleiche Spedition 110 Kilogramm Haschisch erfolgreich nach Deutschland gebracht zu haben.

Über ihre Verteidiger ließen die Angeklagten die Taten heute einräumen. Um die Geständnisse zu überprüfen, hörte das Gericht mehrere Zeugen von der Kripo Traunstein an. Einer von ihnen informierte über auffällig viele Bareinzahlungen bei Geldautomaten bis zu 4000 Euro. kd