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Fassade des Jugendhauses wird neu gestaltet

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Teisendorf – Alles wird neu im Jugendhaus »New Era«, dem Angebot des Marktes Teisendorf zur offenen Jugendarbeit: Es gibt einen neuen Flyer, einen neuen Leiter (Tobias Werner), eine neue Clique soll entstehen und die Außenfassade soll neu gestaltet werden. Der bisherige Leiter Andreas Lindner und sein Nachfolger berichteten darüber nun im Gemeinderat. Bei einem Besuch des Bürgermeisters im Jugendhaus sei die Idee einer »Jungbürgerversammlung« entstanden. Sie findet am morgigen Dienstag um 18.30 Uhr im Rathaus-Sitzungssaal statt.


Leiter geht ein Jahr nach Kanada

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Andreas Lindner, der ein Jahr lang für die Jugendhilfe Jonathan das Jugendhaus geleitet hatte, tritt einen Auslandsaufenthalt in Kanada an. Sein Nachfolger ist Sozialarbeiter Tobias Werner, der von Jonathan vor allem im »Werk 34« in Berchtesgaden eingesetzt ist und darüber hinaus mobile Hilfen leistet. In Teisendorf ist der 27-Jährige 13,5 Stunden pro Woche für die offene Jugendarbeit da und wird sich nun vor allem um die Gewinnung neuer Jugendlicher für den Treff bemühen. Verstärkt sollen auch Mädchen angesprochen werden, da es bisher einen Buben-Überschuss gibt.

Wie Lindner in seinem Rückblick berichtete, ist das Jugendhaus am Montag und Donnerstag von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Flexible Zeiten gebe es für die sogenannten »Monatsaktionen« und Projekte. Die Zielgruppe seien Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren. Im Schnitt kämen derzeit zehn bis 15 Gäste pro Öffnungstag, Tendenz sinkend. Der Grund für den Rückgang ist laut Lindner der Generationswechsel. Viele Jugendliche der Stammcliquen, die oft seit Eröffnung des »New Era« dabei sind, wachsen raus. Um neue Jugendliche anzusprechen, machten Lindner und Werner bereits Werbung an der Franz-von-Agliardis-Mittelschule Teisendorf. Eine Herausforderung sei es, auch Schüler, die Schulen im Umkreis besuchen, zu erreichen.

Zur Arbeit der sozialpädagogischen Fachkräfte in Teisendorf gehören auch spezielle Förder- und Präventionsangebote, zum Beispiel zum Thema »Legal Highs« (legale Drogen) und Alkohol, wo sie auch mit den Präventionsbeamten der Polizei zusammenarbeiten. Auch die Aufarbeitung von belastenden, tragischen Erfahrungen, zum Beispiel nach dem tödlichen Unfall eines ehemaligen Jugendtreff-Mitglieds, war ein wichtiges Thema.

Vom Kartfahren bis zum Wintersporttag

Ziele sind die Förderung der Sozialkompetenz, die Einbeziehung auch von Jugendlichen ohne Anschluss, zum Beispiel von Neuzugezogenen, die Beratung und Unterstützung von Jugendlichen und ihrer Eltern, die Förderung der Mit- und Selbstbestimmung und die Netzwerkarbeit. Sie wollen ein »niederschwelliges Angebot zur gesellschaftlichen Teilhabe« schaffen. Die Aktionen waren vielfältig, vom Kartfahren über das Fußballgolf-Spielen mit eritreischen Flüchtlingen bis hin zu einem Wintersporttag und einem Hüttenwochenende. Viel Lob erhielten die Verantwortlichen für die gemeinsame Entwicklung eines Facebook-Auftritts mit den Jugendlichen und die Auseinandersetzung mit dem Thema der Selbstpräsentation im Internet.

Bürgermeister Thomas Gasser begrüßte die Bemühung um Nachwuchs und um eine ansprechende Fassadengestaltung, für die bereits Ideen gesammelt und Vorgespräche mit Malermeisterin Barbara Schmuck geführt wurden. 2016 soll eine neue Hilfskraft gesucht werden, die Fassadengestaltung umgesetzt und eine Kooperation mit der Mittelschule etabliert. Hinter dem Haus wünschen die Jugendlichen eine Terrasse mit Grillplatz; hier müssen noch Gespräche mit dem Grundstücksnachbarn, der Familie Wieninger, geführt werden.

In der Diskussion im Gemeinderat gab es Fragen zur Nutzung des Skaterplatzes am Ortsrand nahe der Kreisstraße nach Waging. Lindner berichtete von seiner Beobachtung, dass diesen Sommer zwei bis drei Mal Jugendliche vom Jugendhaus hin gingen; ansonsten sei das Schwimmbad bevorzugtes Ziel gewesen. Grundsätzlich kämen das Skaten und ähnliche Sportarten nicht aus der Mode. Viele steuerten freilich größere, besser ausgestattete Skaterplätze an. Hans Rauscher (CSU) bedauerte die »Vernachlässigung« des Skaterplatzes und regte an, dessen Erneuerung als Projekt 2016 mit aufzunehmen. Gasser erläuterte, der Platz sei mit der Vereinbarung eröffnet worden, dass die Gemeinde den Grund zur Verfügung stellt und sich die Skatergruppe um die Möblierung kümmert. Der mit dem Rad erreichbare Platz werde immer wieder zu allen möglichen Zeiten genutzt.

Möblierung zu dürftig

Edwin Hertlein (Grüne) ist die Möblierung zu dürftig; vielleicht solle man doch noch einige 1000 Euro investieren. Georg Wetzelsperger (CSU) hält das »Auf und Ab« in der offenen Jugendarbeit und beim Skaterplatz für ganz normal. »Erfolg möchte ich nicht in Zahlen messen, sondern mit einer guten Atmosphäre, die dadurch in der Gemeinde entsteht«, betonte er. Generationsübergreifende Angebote wie im »Werk 34« regte Hertlein an. Lob zollte Peter Schuhbeck (FWG) dem Jugendhaus, wo es keinerlei Probleme mit Nachbarn gebe. vm

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