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»Familienpark Teisendorf« ganzjährig nutzen

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Der Eisweiher, eine der Stationen des neuen »Bierwanderwegs« von Teisendorf nach Höglwörth, ist ebenfalls Bestandteil des Konzepts. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Das Freizeitareal im Süden des Marktes Teisendorf rund um das Schwimmbad soll neu gestaltet werden und künftig ganzjährig nutzbar sein.


Im Rahmen eines mit EU-Mitteln geförderten Leader-Projekts soll ein nachhaltiges Konzept entwickelt werden. Die Freizeitfläche soll künftig »Familienpark Teisendorf« heißen. Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat, dass das Konzept vorbehaltlich der Förderung beauftragt werden soll.

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Wie Bürgermeister Thomas Gasser erläuterte, wurde das geplante Projekt im regionalen Planungsausschuss für die Leader-Projekte bereits positiv bewertet. Vor der Urlaubszeit soll sich noch der überregionale Planungsausschuss damit befassen; Voraussetzung für eine positive Entscheidung sei ein Gemeinderatsbeschluss.

Sascha Schnürer vom Lea-der-Verein »Regionales Entwicklungsforum Berchtesgadener Land« hatte im August 2016 die Möglichkeiten einer solchen Förderung vorgestellt. Vom Büro »Schnürer Company« wurde mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung eine Projektskizze vorbereitet. Gefördert werden soll die Konzepterstellung für den Familienpark.

Attraktivität des Standorts langfristig erhalten

»Projektziel ist es, anhand eines nachhaltigen Konzepts eine ganzjährige Nutzung der Freizeitfläche zu ermöglichen und somit die Attraktivität des Standorts und der Region langfristig zu erhalten und zu steigern«, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. »Durch eine ganzheitliche Betrachtung des Freizeitangebots sollen die Synergien bestmöglich ausgeschöpft und durch sinnvolle Maßnahmen erweitert werden.« Das Wertschöpfungspotenzial des Gebiets soll zielgerichtet genutzt und ausgebaut werden.

Zum Projektgebiet gehören die Parkanlage mit dem Geopark »Eichelgarten« und dem Tennisheim, geplante Übernachtungsmöglichkeiten, etwa in Form von Wohnmobil-Stellplätzen, der Eisweiher, der wieder aktiviert werden soll, und das Freibad, das saniert werden soll.

Sofern diese Konzepterstellung als Leader-Projekt genehmigt wird, kann für die Kosten in Höhe von maximal 45 000 Euro mit einer Förderung in Höhe von 50 Prozent des Nettobetrags gerechnet werden. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei 40 933 Euro brutto. Eigene Finanzmittel wären 23 734 Euro aufzubringen. Die geplante Leader-Förderung beläuft sich auf 17 199 Euro. Das Projekt soll noch im August starten und im Juli 2018 abgeschlossen werden.

Beim Projektcheck für die ausgewählten Projekte für die Förderperiode 2014 bis 2020 auf BGL-Ebene konnte die Kon-zepterstellung Familienpark Teisendorf mit mehreren Aspekten punkten. So werden auf innovative Weise die Bürger vor Ort eingebunden. Durch gezielte Besucherlenkung wird die Umwelt geschont. Das attraktive Freizeit- und Naherholungsgebiet reduziert längere Fahrzeiten zu weiter entfernteren Angeboten und ist durch den öffentlichen Nahverkehr erschlossen. Durch den geplanten, barrierefreien Zugang können sich auch ältere Menschen und Leute mit Behinderung aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligen.

Ziel des Projekts ist es auch, das lokale Freizeit- und Erholungsangebot sowie deren Partner zu vernetzen und zu einem zielgerichteten Konzept zusammenzufassen. Einzelne Bestandteile sind zum Beispiel der Eisweiher, der eine Station des neuen Bier-Wanderwegs der ortsansässigen Brauerei ist, sowie der von Bürgern sanierte Geopark »Eichelgarten«. Dieser thematisiert die Vielzahl der alpinen Gesteine und deren Entstehung sowie Herkunft; er zeigt auch überregionale Zusammenhänge auf. Ein Stück »regionale Identität« soll unter dem Strich entstehen.

Erleichtert zeigte sich Alois Stadler (CSU) über diese Initiative. Das große Gelände rund ums Schwimmbad solle nicht ein Dreivierteljahr brach liegen. »Das in ein ganzheitliches Konzept hinein zu tun, ist auf alle Fälle das Richtige.« Gasser rechnet damit, dass er den Gemeinderat im Laufe des Sommers informieren kann, ob die Marktgemeinde mit ihrem Projekt zum Zug kommt. Georg Quentin (SPD) begrüßte das Konzept als »sinnvoll«; den Bürgern müsse jedoch klar sein, dass zusätzliche Kosten anfallen, wenn etwas umgesetzt wird. Er könne sich vorstellen, dass es für Einzelvorhaben aus dem Konzept auch noch Fördertöpfe gibt, sagte dazu Gasser. vm