weather-image
21°

Falscher »Rockefeller« in USA schuldig gesprochen

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Der 52-jährige Hochstapler nahm die Verkündung des Jury-Urteils regungslos zur Kenntnis.

Ein aus Bergen stammender, 52-jähriger Hochstapler ist in Kalifornien wegen Mordes schuldig gesprochen worden. Nach rund fünfstündigen Beratungen über zwei Tage hinweg fällten die zwölf Geschworenen das Urteil. Das Strafmaß soll Ende Juni bekanntgegeben werden. Dem 52-Jährigen drohen zwischen 26 Jahren und lebenslange Haft.


Der Mann war 2011 angeklagt worden, vor 28 Jahren den Sohn seiner Vermieterin getötet zu haben. Er lebte in den 80er Jahren unter dem Namen Christopher Chichester in Kalifornien. Später gab er sich auch als »Clark Rockefeller« und mit anderen Namen und Identitäten aus.

Anzeige

Der 52-Jährige habe die Verkündung des Jury-Urteils regungslos zur Kenntnis genommen, berichtet der »Boston Globe«. Kurz danach habe er im Gerichtssaal mit seinen Bostoner Anwälten gesprochen.

In dem dreiwöchigen Prozess waren Dutzende Zeugen zu Wort gekommen. Es gab keine direkten Beweise - wie Blutspuren oder Augenzeugen -, die den Angeklagten mit dem Verbrechen in Verbindung brachten.

Die Staatsanwaltschaft hatte den 52-Jährigen als kaltblütigen Mörder dargestellt, der jahrzehntelang ein »Meister« im Manipulieren gewesen sei und sich hinter verschiedenen Identitäten versteckt habe.

Der 27 Jahre alte Sohn seiner Vermieterin und dessen Ehefrau waren 1985 spurlos verschwunden. Der Angeklagte lebte damals in einem Gästehaus auf dem Grundstück der Familie. Die Leiche des jungen Mannes wurde neun Jahre später bei Bauarbeiten im Garten seines Elternhauses gefunden, sie konnte erst 2008 mit neuen DNA-Methoden identifiziert werden. Von der Frau fehlt weiter jede Spur.

Nach dem Verschwinden des Paares siedelte der Bergener an die US-Ostküste um, wo er unter verschiedenen Namen lebte, darunter auch als »Clark Rockefeller«. Nach einer gescheiterten Ehe und einem Sorgerechtsstreit war er in Boston (US-Staat Massachusetts) ins Visier der Behörden geraten. Wegen Entführung seiner damals siebenjährigen Tochter war er 2008 zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Danach folgte die Mordanklage in Kalifornien.