weather-image
12°

Falsche Tierliebe schadet Jungvögeln

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Mit Rufen halten die Jungvögel Kontakt mit ihren Eltern. Sobald sie halbflügge sind, verlassen sie das Nest und bleiben noch einige Tage im Umfeld. Dort werden sie weiter von den Eltern versorgt und sollten nicht von Menschen aufgegriffen werden. (Foto: dpa)

Die Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) erreichen zurzeit zahlreiche Anfragen von besorgten Tierfreunden, wie sie scheinbar verlassenen, jungen Vögeln helfen sollen. Der LBV rät: Finger weg!


Hilflos wirkende Jungvögel aufzunehmen sei falsch verstandene Tierliebe. Es schade den Tieren sogar mehr, als dass es ihnen helfe. Der LBV appelliert daher an alle Vogelfreunde, die sogenannten Ästlinge einfach sitzen zu lassen. Katzenbesitzer, die Jungvögel im Garten haben, sollten ihre Vierbeiner für einige Tage im Haus behalten.

Anzeige

Die herzzerreißenden Rufe der Jungvögel, die derzeit scheinbar verlassen in den Wiesen sitzen, sind keine Hilfeschreie, sondern Bettelrufe. Mit diesen halten die jungen Vögel den Kontakt zu ihren Eltern. Vogeljunge verlassen oft schon halbflügge das Nest und bleiben noch einige Tage in dessen Umfeld. Sie werden dabei weiterhin von den Eltern versorgt und sollten deshalb unbedingt an Ort und Stelle gelassen werden. »Greift der Mensch in diese sensible Phase ein und nimmt das Jungtier mit, unterbricht dies die Bindung zwischen Alt- und Jungvogel«, erklärt die Leiterin der LBV-Regionalgeschäftsstelle, Sabine Pröls. Ein kurzer Kontakt zwischen Mensch und Jungvogel stelle aber noch kein Problem dar. »Es ist nicht wie bei Säugetieren: Vogeleltern nehmen ihre Brut nach einer kurzen Berührung durch den Menschen wieder an«, erläutert Pröls. Der LBV stellt klar: Jungvögel sind Wildtiere, ihnen darf nur im echten Notfall geholfen werden. Die Chance für eine erfolgreiche Aufzucht in menschlicher Obhut ist sehr gering. fb

Mehr aus der Stadt Traunstein
Einstellungen