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"Falsche Telekom-Mitarbeiter" arbeiten doch für die Telekom

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Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Pren/Rimsting – Ein großes Missverständnis lag bei den "verdächtigen" Telekom-Mitarbeitern vor: Die Polizei hatte am Freitag vor unangemeldeten Hausbesuchen gewarnt.


Nach zahlreichen Hinweise aus der Bevölkerung und Recherchen der Polizei steht nun fest, dass die Männer die vergangene Woche in Wohngebieten von Tür zu Tür gingen, um Internetverbindungen zu prüfen und Neuverträge für schnelles Internet sowie Stromverträge anboten, im Auftrag eines Düsseldorfer "Marketing- & Vertriebs-"Unternehmens handelten.

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Wie der Polizei am Montag bekannt wurde, ist diese Firma als Subunternehmer im Auftrag der Telekom tätig. Verschiedene Mitarbeiter waren in unserer Region zur Kundenwerbung unterwegs und gingen dabei von Haus zu Haus; das bestätigte die Abteilung für Qualitätssicherung auf Anfrage der Polizei.

Die Werber führen Referenzschreiben der Telekom Deutschland GmbH zur Legitimation bei sich. Sie informieren über Tarife und Produkte der Telekom, machen Vertragsabschlüsse. Das Prüfen von Hausanschlüssen und Internet-Routern gehört allerdings nach schriftlicher Mitteilung der Firma nicht zu deren Aufgaben.

Erstmeldung, Freitag:

In der Region versucht derzeit ein Unbekannter sich Zutritt in Häuser und Wohnungen zu verschaffen. Der Mann behauptet, für die Telekom zu arbeiten.

In den drei bislang polizeilich bekannten Fällen waren die Bewohner vorsichtig genug und verwehrten dem Betrüger den Zutritt, sodass es bislang zu keinem Schaden kam. Die Polizei bittet die Bürger um Vorsicht und Hinweise auf den Unbekannten.

Bereits am vergangenen Wochenende war ein Unbekannter in Prien in der Kampenwandstraße und weiteren umliegenden Bergstraßen aufgefallen, als er von Haus zu Haus ging und klingelte. Wie ein Zeuge in der Kampenwandstraße mitteilte, behauptete der Mann, der ein Tablet mitführte, von der Telekom zu sein. Er wollte Zutritt ins Haus, um den Router zu checken bzw. dort etwas freizuschalten. Nachdem die Person den Hausbewohnern suspekt vorkam, wurde der Zutritt verwehrt. Der Mann wurde wie folgt beschrieben:

  • [von der Redaktion entfernt]

In der Hochgernstraße gab der Mann vor, die Glasfaserverlegung überprüfen zu müssen. Dem dortigen Anwohner fiel ein VW Sharan älterer Bauart auf, der mit einer weiteren Person besetzt war und offensichtlich zu dem vermeintlichen Telekom-Mann zu gehören schien.

Auch aus Rimsting wurde ein Fall gemeldet: Hier gab sich am Dienstagnachmittag gegen 17.30 Uhr in der Rosenstraße ein bislang unbekannter Mann als vermeintlicher Telekommitarbeiter aus. Er erklärte, irgendetwas im Hause freischalten zu müssen. Nachdem kein Termin mit der Telekom vereinbart war und der Mann auf Nachfragen keine plausiblen Antworten geben konnte, wiesen die Bewohner den Unbekannten ab. Anhand der Beschreibung dürfte es sich um die gleiche Person handeln, die Tage zuvor in Prien aufgefallen war.

Telekom führt keine Hausbesuche durch

Nach Auskunft der Telekom werden aktuell keine Hausbesuche in dieser Art durchgeführt und sind auch nicht in Planung.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man sich im Zweifelsfall immer den Ausweis beziehungsweise entsprechende Legitimationspapiere zeigen lassen sollte. Personen, die ebenfalls betroffen sind bzw. Zeugen, die auf die beschriebene Personen oder ein in Verbindung stehendes Fahrzeug aufmerksam wurden, sollen sich bei der Polizei Prien melden (Telefon 08051/9057-0).

Wenn man etwas Verdächtiges beobachtet, sollte man sich die Person bzw. die Bekleidung und äußerliche Besonderheiten einprägen – das gilt besonders für Autokennzeichen.