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Falsche Fünfziger verteilt

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Traunstein – Ein 30-jähriger Handwerker ließ sich im November 2013 in einem Lokal in Traunstein unter Einfluss von Alkohol von einem Gast wissentlich und zum halben Nennpreis zwei »falsche Fünfziger« andrehen. Er gab das Falschgeld am gleichen Abend weiter an einen Bekannten beziehungsweise an eine Bedienung im nächsten Lokal.


In seiner Verhandlung verurteilte das Schöffengericht den Angeklagten jetzt zu fünf Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung mit der Auflage, dem Freund wie auch der Diskothek den Schaden von jeweils 50 Euro zu erstatten.

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Wer die »Blüten« hergestellt hat, steht allerdings bis heute nicht fest. Der namentlich bekannte Mann, von dem der Traunsteiner die Falsifikate vor mehr als zwei Jahren erhalten hatte, ist flüchtig und wird laut Staatsanwalt Kim-Young Weißschädel mit Haftbefehl gesucht.

Der 30-Jährige reichte eine der für jeweils 25 Euro gekauften 50-Euro-Noten sofort in der Gaststätte an einen Bekannten weiter. Bei dessen Versuch, den Schein zu wechseln, erkannte ein aufmerksamer Wirt in der nächsten Gaststätte, dass was nicht stimmte. Den zweiten falschen Schein brachte der Handwerker noch am gleichen Abend selbst unter die Leute im nächsten Lokal, das er in Traunstein besuchte. Wo dieser gefälschte Fünfziger abgeblieben ist, blieb ungeklärt.

Im Plädoyer forderte Staatsanwalt Kim-Young Weißschädel sieben Monate Freiheitsstrafe mit dreijähriger Bewährung wegen eines minderschweren Falls der Geldfälschung. Strafmindernd wirke der geringe Schaden und dass der geständige Angeklagte nicht an der Fälschung involviert war. Weißschädel brachte die Anregung mit der Schadenswiedergutmachung, die alle Prozessbeteiligten übernahmen. Verteidiger Roland Netzer aus Traunstein beantragte vier Monate Strafe mit zweijähriger Bewährungszeit. Sein Mandant sei in die Sache »reingestolpert«, habe »eine Riesendummheit gemacht«. Daraus habe der 30-Jährige gelernt. Das bestätigte der Angeklagte im »letzten Wort« und sicherte Schadensausgleich zu.

Im Urteil unterstrich Richter Wolfgang Ott: »Er ist sicher nicht in das Café gegangen, um Falschgeld anzukaufen. Der andere Mann hielt ihm das Geld unter die Nase.« Bei dem Namen des Verkäufers habe der geständige 30-Jährige erst gemauert, ihn dann aber doch genannt. Bei der Erstattung von 50 Euro an das Lokal könne vielleicht der Verteidiger helfen, so Ott. kd