Fachschule für Heilerziehungspflege kommt nach Traunstein

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Eine Berufsfachschule für Heilerziehungspflege wird in Traunstein am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Traunstein installiert. Dort gibt es bereits eine Berufsfachschule für Kinderpflege und Sozialpflege. Foto: dpa

Traunstein – Der Freistaat wird zum Schuljahr 2022/23 eine neue Fachschule für Heilerziehungspflege in Traunstein gründen und erweitert damit das dortige Schulzentrum um einen weiteren wichtigen Ausbildungszweig.


»Gut ausgebildete Pflegekräfte in der Heilerziehung sind von enormer Bedeutung für die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen in Bayern. Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass möglichst viele interessierte Menschen im Freistaat diese wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen können«, betontFinanz- und Heimatminister Albert Füracker. Mit der neu gegründeten staatlichen Fachschule für Heilerziehungspflege biete man eine weitere wohnortnahe Weiterbildungsmöglichkeit.

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Auch Kultusminister Michael Piazolo unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung und Vielfältigkeit dieses Berufswegs. An den Fachschulen für Heilerziehungspflege erwarte die Schüler eine praxisnahe und facettenreiche Ausbildung, die im Anschluss viele Perspektiven biete.

Heilerziehungspfleger seien nicht nur unverzichtbar in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, sondern unterstützten auch in integrativen Kindertageseinrichtungen und Schulen. Sie kümmerten sich um Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben von Menschen in behindernden Lebenssituationen aller Altersstufen, so Piazolo. »Es freut mich daher besonders, dass wir in Traunstein ein weiteres Ausbildungsangebot schaffen, um noch mehr Fachpersonal für diese wichtige Aufgabe zu gewinnen.« Am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Traunstein gibt es bereits eine Berufsfachschule für Kinderpflege und Sozialpflege. Die Absolventen erhalten ab dem Schuljahr 2022/23 so die Möglichkeit, am selben Ort unmittelbar die Weiterqualifizierung zur »Staatlich anerkannten Heilerziehungspflegerin« oder zum »Staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger« anzuschließen. Im Rahmen der Hochschulzugangsmöglichkeiten für beruflich Qualifizierte beinhalte der Abschluss der Fachschule zudem die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung.

Erfreut zeigte sich im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt der stellvertretende Schulleiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Traunstein, Dr. Martin Brunnhuber. Allerdings wolle er der Detailplanung noch nicht vorgreifen. »Wir haben jetzt gerade erst den Zuschlag erhalten. Jetzt müssen wir erst einmal sehen, was räumlich möglich ist und wie das mit Personal und Fachlehrern umzusetzen ist«.

Voraussetzung für den Besuch der Schule sei ein mittlerer Bildungsabschluss und eine einschlägige Vorbildung oder entsprechende zweijährige Berufspraxis. Die Berufsfachschule für Heilerziehungspflege sei eine dreijährige vollzeitschulische Ausbildung mit überwiegendem Praxisanteil. Dabei werden die vergüteten Praktika in Pflegeeinrichtungen abgehalten.

Bisher, so Brunnhuber, sei die nächstgelegene Berufsfachschule für Heilerziehungspflege in Altenhohen-au zwischen Wasserburg und Rott am Inn schlecht erreichbar gewesen, besonders mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

»Das hat sicher den ein oder anderen Interessenten abgehalten von dieser Weiterbildung.« Sobald die Details geklärt seien, werde man die Öffentlichkeit informieren. Bewerben könne man sich aber wohl erst im zweiten Halbjahr des nächsten Schuljahrs.

coho

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