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Explodierte Gaskartuschen und stark betrunkene Jugendliche

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Übersee. Viele Tausende Musikfans besuchten am Wochenende wieder den Chiemsee Reggae Summer und brachten naturgemäß eine Menge Arbeit für Sicherheits- und Rettungsorganisationen mit sich. Obwohl sich die vielen meist jungen Leute gedrängt auf engem Raum befanden und einige auch stark alkoholisiert waren, kam es lediglich zu kleineren Reibereien und kaum größeren Problemen.


Durchschnittlich 100 Beamte hatte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd bei dem diesjährigen Festival unter Leitung von Polizeirat Rainer Wolf im Einsatz. Darunter befanden sich Bereitschaftspolizisten, Jugendbeamte, Verkehrspolizisten und Drogenfahnder. Aber auch Hundeführer und Polizeireiter waren vor Ort. Bundespolizisten kümmerten sich zudem um die An- und Abreise an den Bahnhöfen und in den Zügen.

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Bereits am Donnerstag waren im Wohnmobilbereich zwei Gaskartuschen wegen unsachgemäßer Verwendung explodiert und hatten durch die Stichflammen vier Personen zum Teil schwer verletzt. Die Polizei suchte daraufhin das Gelände nach weiteren Gaskartuschen ab und fand insgesamt über 30. Zudem wurden 30 nicht erlaubte Gaskocher sichergestellt.

Um insgesamt 27 junge Leute mussten sich die Jugendbeamten und die Mitarbeiter des Traunsteiner Jugendamtes kümmern. Einige Telefonate mit Eltern wurden geführt, um beispielsweise abzuklären, ob stark alkoholisierte Jugendliche abgeholt würden oder was nach einer Anzeigenerstattung geschehen sollte.

2,7 Promille wies der Spitzenreiter unter den Jugendlichen bei einer Kontrolle auf. Der 17-Jährige musste nach seinem Aufgriff betreut werden. Gesprächsbedarf mit den Eltern gab es auch bei einer 13-Jährigen: Sie wurde mit 1,3 Promille an einer Bar im Bühnenbereich gefunden.

Verstärkt auf Anreise-Kontrollen setzte die Polizei an allen Veranstaltungstagen. In 200 Fällen wurden Betäubungsmittel gefunden, außerdem verbotene Pyrotechnik und wenige unerlaubte Waffen. Darunter waren Einhandmesser, Springmesser und Rauchbomben.

Bei Verkehrskontrollen im Außenbereich wurden zudem mehrere Personen mit Alkohol und Drogen am Steuer erwischt. Bei Geschwindigkeitsmessungen in der eingerichteten Tempo-30-Zone rund um das Gelände fuhren in 17 Fällen Fahrer mehr als 30 km/h zu schnell. Zwei Verkehrssünder müssen nun sogar mit Fahrverboten rechnen.

Rauchpatronen zündete am Donnerstag im Eingangsbereich des Veranstaltungsgeländes ein stark alkoholisierter 21-Jähriger aus Lenting. Bei der anschließenden Festnahme und Durchsuchung fanden die Beamten weitere Rauchkörper und auch eine geringe Menge Amphetamin. Der 21-Jährige wurde sicherheitshalber in Gewahrsam genommen.

Auch in diesem Jahr gingen wieder einige Besucher zu sorglos mit ihrem Hab und Gut um. Meist wurden jedoch Gegenstände schlicht verloren und einige Zeit später wieder gefunden. 15 Diebstahlsanzeigen nahmen Beamte auf. Dabei handelte es sich überwiegend um entwendete Handys, Geldbörsen und MP3-Player.

Nur neun Körperverletzungen sind dieses Jahr zu verzeichnen und meist handelte es sich um einfach gelagerte Fälle. Ein 17-Jähriger hatte, unter Alkoholeinfluss stehend, einen Mann vom Sicherheitsdienst geohrfeigt. Eine Frau erstattete Anzeige gegen eine 21-Jährige, da diese sie mit einem hölzernen Flipflop geschlagen hatte. Heftigen Widerstand leistete ein 19-Jähriger bei seiner Festnahme und beschädigte im weiteren Verlauf die Haftzelle der Polizeiinspektion Grassau, nachdem er zuvor einen Mann vom Sicherheitsdienst angegriffen hatte.