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Ex-Bürgermeister wegen Falschaussage angeklagt

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Der frühere Bürgermeister der Gemeinde Schneizlreuth, Klaus Bauregger, muss wegen der Brandkatastrophe im "Pfarrbauernhof" auf die Anklagebank. Das Landgericht Traunstein gelangte zu einem hinreichenden Tatverdacht bezüglich einer Mitschuld durch Unterlassen und ließ die Anklage der Staatsanwaltschaft zur Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht Laufen zu. Ein Termin steht noch nicht fest. Foto: dpa

Gegen den ehemaligen Schneizlreuther Bürgermeister Klaus Bauregger wurde Anklage wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlicher Falschaussage erhoben. Das bestätigte das Landergricht Traunstein auf Anfrage.


Sechs Menschen kamen bei dem Brandinferno am 23. Mai 2015 im Pfarrbauernhof in Schneizlreuth ums Leben, 18 wurden verletzt. Nun könnte der Fall neu aufgewickelt werden. Darüber muss zuerst die zuständige Kammer entscheiden. Der Prozess würde allerdings frühestens im Sommer stattfinden.

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Die Staatsanwaltschaft Traunstein geht davon aus, dass der 69-Jährige Ex-Bürgermeister im Zeugenstand gelogen haben soll. Vor fast einem Jahr wurde der Geschäftsführer einer Event-Agentur für den Brand im Pfarrbauernhof verantwortlich gemacht und zu drei Jahren Haft aufgrund von sechsfacher fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung in 18 Fällen verurteilt.

Der 48-jährige Geschäftsführer hat inzwischen einschließlich Untersuchungshaft rund 20 Monate Strafe verbüßt. Die Entlassung zur Bewährung nach der Halbstrafe wurde ihm mit Blick auf die Schwere der Taten verweigert. Er kann frühestens nach Verbüßung von zwei Dritteln der dreijährigen Strafe auf Bewährung für den Rest hoffen.

Die Versicherung hat den Opfern der Brandkatastrophe beziehungsweise den Hinterbliebenen bereits umfangreichen Schadensersatz für Schmerzensgeld und Behandlungskosten geleistet. Der Eigentümer des „Pfarrbauernhofs“ hat das Gebäude übrigens zwischenzeitlich der Gemeinde zum Kauf offeriert. kd