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Ex-Biathlon-Trainer Stitzl bestreitet »Reichsbürger«-Verdacht

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Andi Stitzl Reichsbürger
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10.07.2019, Bayern, München: Andreas Stitzl, Assistenz-Trainer der deutschen Biathlon-Nationalmannschaft, steht vor Beginn seiner Verhandlung um seine Waffenbesitzkarte im Gang des Gerichts. Insgesamt vier Männer, denen unter anderem der Waffenschein oder die Waffenbesitzkarte oder die waffenrechtliche Erlaubnis mit der Begründung entzogen wurden, sie stünden der Reichsbürger-Verbindung nahe, wehren sich vor dem Verwaltungsgericht gegen die Beschlüsse und fordern ihre Waffen zurück. Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ist der frühere Biathlon-Trainer Andreas Stitzl ein «Reichsbürger»? Das Landratsamt Traunstein glaubt ja und hat dem Berufssoldaten darum die Erlaubnis entzogen, ein Gewehr zu besitzen. Dagegen geht Stitzl vor.


München/Traunstein – Der frühere Assistenz-Trainer der Biathlon-Nationalmannschaft, Andreas Stitzl, hat «Reichsbürger»-Vorwürfe gegen ihn vor Gericht bestritten. «Ich muss das in aller Entschiedenheit sagen, dass ich mich ganz klar und deutlich von der sogenannten Reichsbürger-Szene distanziere. Das Gleiche trifft zu zum Rechtsradikalismus. Ich bin das nicht», sagte der 45-Jährige am Mittwoch in einem emotionalen Vortrag vor dem Verwaltungsgericht München. Es sei «erschreckend, dass ich mit den Vermutungen in Verbindung gebracht werde». Er sei vor allem in den Jahren 2014 bis 2018 mit der Nationalmannschaft ein «Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland definitiv gewesen».

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2015 habe er zwar einen Staatsangehörigkeits-Nachweis beantragt. Das sei aus Sicherheitsgründen geschehen, weil er damals so oft im Ausland unterwegs gewesen sei. Aus Sicht des Landratsamtes Traunstein machte Stitzl reichsbürgertypische Angaben, die Behörde entzog ihm daraufhin die Waffenbesitzkarte - auch weil er das Amt als privatwirtschaftliches Unternehmen bezeichnet hatte.

Sogenannte Reichsbürger erkennen den Staat und die deutschen Gesetze nicht an und weigern sich, Steuern, Sozialabgaben und Bußgelder zu zahlen. Das Bundesinnenministerium rechnete der Szene im Jahr 2018 etwa 19 000 Menschen zu, im Jahr davor waren es noch 16 500.

Unter verstärkter Beobachtung der Behörden steht die Szene seit den tödlichen Schüssen eines «Reichsbürgers» auf einen Polizisten im fränkischen Georgensmünd im Oktober 2016. Seither wurden sogenannten Reichsbürgern im Freistaat nach Angaben des bayerischen Innenministeriums insgesamt 778 Waffen entzogen. Vor allem im Jahr 2017 wurden dann zahlreiche Klagen gegen diese Bescheide eingereicht, das Verwaltungsgericht München behandelte am Mittwoch allein drei davon.

Staatsangehörigkeitsnachweis wird nur sehr selten benötigt

Das Landratsamt Traunstein wollte sich auf eine Anfrage des Traunsteiner Tagblatts aufgrund des laufenenden Verfahrens nicht äußern. Generell teilte die Behörde aber mit: »Ein Staatsangehörigkeitsausweis wird nur in absoluten Ausnahmefällen gebraucht, da jeder Bürger seine deutsche Staatsangehörigkeit in der Regel durch den Personalausweis/Reisepass nachweisen kann. Legitime Gründe, welche die Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises rechtfertigen, sind eine besondere berufliche Tätigkeit (beispielsweise Pilot oder eine Tätigkeit im Auswärtigen Amt) oder eine klärungsbedürftige Staatsangehörigkeit (beispielsweise wenn ein polnischer Bürger angibt, deutsche Vorfahren zu haben). Das kommt jedoch kaum vor.«

 

dpa

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