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Evangelische verabschiedeten Diakon Helmuth Klett

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Ein großes buntes Netz der Verbundenheit war bei der Verabschiedung von Diakon Helmuth Klett (links, daneben Dekan Peter Bertram) in der Auferstehungskirche geknüpft und ihm anschließend übergeben worden. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. »Ich war entsetzt«. So schilderte der Evangelische Diakon Helmut Klett seine Gefühlslage, als ihm die Leitung der Rummelsberger Brüderschaft vor rund zehn Jahren eröffnete, dass seine geistliche Wirkungsstätte von nun an in Traunstein sei. »Rasch stellte sich heraus, dass es das Beste war, was mir passieren konnte« betonte Klett in einer Rückschau auf die Zeit, in der er in Traunstein insbesondere mit Kindern, Jugendlichen und im Bereich von Mini- und Familiengottesdiensten tätig war.


Seit einem Jahr musste der Diakon die Folgen des sogenannten Landesstellenplans in der Evangelischen Kirche am eigenen Leib erfahren: Seine Stelle in Traunstein wurde auf 75 Prozent reduziert, hinzu kam eine 25-Prozent-Stelle in Traunreut, wo er sich seitdem in der Jugendarbeit betätigte. Am Sonntag wurde er nun in der Auferstehungskirche verabschiedet: Klett tritt in Regensburg zum 1. März eine neue Stelle als Dekanantsjugendreferent und Geschäftsführer der Evangelischen Jugend im Dekanat Regensburg an.

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»Sich trennen und einander verbunden bleiben« war das Motto des Gottesdienstes, das anhand der tiefen biblischen Männerfreundschaft zwischen dem alttestamentlichen israelitischen späteren König David und dem Sohn seines Widersachers Saul, Jonathan beschrieben wurde. Das Motto sei auch sein Wunsch für die vielen Beziehungen, die er in den vergangenen zehn Jahren geknüpft habe, sagte Diakon Klett.

»Wir bleiben mit dir verbunden, du hast einen Platz in unseren Herzen« betonte Pfarrer Sebastian Stahl. Symbolisch knüpften die Gemeindemitglieder über die gesamten Kirchenräume bis von der Empore herab bunte Bänder zusammen und legten das breitgefächerte Netz, das die entstandenen Beziehungen symbolisierte, anschließend vor den Altar.

Dekan Peter Bertram sagte in seiner kurzen Verabschiedungsrede, dass Klett in der Arbeit in den beiden Kirchengemeinden Traunstein und Traunreut sehr beliebt war.

Beim abschließenden Empfang im Evangelischen Gemeindehaus gab es noch eine Vielzahl von Reden und Erzählungen, aus der Zusammenarbeit der vergangenen zehn Jahre. Und so manche Umarmung oder herzlicher Händedruck zeigten, dass man den fast immer fröhlich wirkenden Diakon kräftig ins Herz geschlossen hatte. In den vielen Zeichen der Verbundenheit, wie es Pfarrer Stahl nannte, betonte auch Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke, dass es ja nicht so schlimm gewesen sei, dass er damals einen Ruf in die »hinterste Provinz« bekommen habe. »Sie sehen, reisen bildet und eröffnet neue Horizonte« so der Oberbürgermeister schmunzelnd und bedankte sich im Namen der Stadt Traunstein sowie stellvertretend für seine Kollegen aus Chieming und Traunreut für die gute Zusammenarbeit.

Peter Glaser von der Katholischen Jugendstelle Traunstein betonte die angenehme Zusammenarbeit. Neben weiteren Gruß- und Verabschiedungsworten durch die Traunreuter Pfarrerin Bettina Heckner, sowie Vertrauensmann Alexander Fietz und abschließend Pfarrer Sebastian Stahl kamen vor allem auch Jugendliche zu Wort. Sie schilderten Diakon Klett als lustig und tolerant, der auch beispielsweise bei Bibelwochen (unser Koch) praktisch Hand anlegte. Ältere Jugendliche hatten sich im Stil einer Oskarverleihung eine Würdigung Kletts und seiner Arbeit ausgedacht. awi