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Evakuierung beim Chiemsee Reggae Summer

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Verrückte Kostüme und gute Stimmung gehörten auch heuer zum Chiemsee Reggae Summer.

Übersee. Bis Samstagabend lief beim diesjährigen Chiemsee Reggae Summer Festival alles nach Plan, mit Sonne, toller Musik und bester Unterhaltung. Doch dann kündigte ein heftiger Wind die nahende Gewitterfront an, die kurz darauf alles unter Wasser setzte. Und auch der Sonntag beim größten europäischen Reggae-Fest fiel großteils dem Regen zum Opfer. Daher konnte auch das Rekordergebnis aus dem Vorjahr mit 30 000 Besuchern nicht ganz erreicht werden.


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Im Zuge der Unwetterwarnung war am Samstag der Festivalbereich rund um die Bühnen gegen 19.30 Uhr geräumt worden. Die Besucher sollten zu ihren Wagen, den Campingplätzen und den bereitgestellten Bussen gehen. Noch am Donnerstag hatten die Einsatzkräfte den Ernstfall geprobt (wir berichteten). Glücklicherweise ließ der starke Wind bereits nach einer halben Stunde wieder nach und es konnte Entwarnung gegeben werden. Bereits um 20 Uhr wurde die Unwetterwarnung aufgehoben und der Musikbetrieb konnte trotz strömendem Regen weitergehen.

Noch bei strahlendem Sonnenschein hatten am Tag zuvor Tausende Musikliebhaber und Partyfans das weiträumige Festivalgelände in Almau bevölkert, um sich auf den dreitägigen Feiermarathon einzustimmen. Wenig später ließen die ersten Bands und DJs die drei Bühnen beben und animierten die Besucher zum Tanzen, Flirten und Feiern. Auf der Hauptbühne sorgten unter anderem Patrice und T.O.K für Stimmung. Letztere waren für den Musiker »Elephant Man« eingesprungen, der zuvor mit seiner Vorkasse in Form eines sechsstelligen Betrages für mehrere europäische Veranstaltungen in seine Heimat Jamaika verschwunden war.

»Hallo Chiemsee«, halte es immer wieder von den Bühnen und so ziemlich jeder Gast aus nah und fern fühlte sich angesprochen. Auch an den bunt gemischten Verkaufsständen herrschte reges Treiben. Kleidung, Schmuck, Accessoires, Piercing, Tattoos und ausgefallene Frisuren, da war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Wer sich das farbenprächtige Festival-Spektakel aus luftiger Höhe anschauen wollte, der drehte ein paar Runden mit dem erstmals aufgestellten Riesenrad. Beim Smartphone-Tauchen konnte man sich erfrischen und mit viel Glück sogar ein neues Handy gewinnen.

Nach einer kurzen Nacht ging der Chiemsee Reggae Summer am Samstag bei traumhaftem Sommerwetter mit vielen Attraktionen weiter. Ihr großes Können zeigten auf der Hauptbühne unter anderem die Lokalmatadoren von Bradley's H und Julian Marley, der stimmgewaltige Sohn der Reggae-Legende Bob Marley. Wer sich von dem Unwetter nicht gänzlich vertreiben ließ und etwa abwartete, der wurde am späten Samstagabend noch belohnt: Max Herre, Ska-P und die Beginner sorgten für einen gelungenen Tagesabschluss. Trockener, aber nicht weniger feucht-fröhlich ging es auf der Zeltbühne zu, auf der unter anderem die Lokalmatadoren Django 3000 am Samstag einen umjubelten Auftritt feierten.

Doch was wäre der Chiemsee Reggae Summer ohne die berühmt-berüchtigte Schlammschlacht? Einige Hardcore-Fans sollen gerade deswegen die lange, strapaziöse Anreise auf sich genommen haben, hieß es. Ausgestattet mit Gummistiefeln und Regenklamotten wurde dann am gestrigen Sonntag bei deutlich kühleren Temperaturen unverdrossen weitergefeiert.

Zum Glück hatte der Wettergott am späten Nachmittag ein Erbarmen mit den Reggae-Fans und ließ sogar die Sonne einige wenige Male hervorkommen. Umso besser war die Stimmung dann, als gestern Abend auf der Hauptbühne die deutschen Top-Stars Cro und Gentleman rockten. mmü