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Europäisches Projekt »Sieben Brücken, die verbinden«

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Unser Bild zeigt die Teilnehmer beim Start der Euro-Tour vor dem Landratsamt in Traunstein (von links): Adelheid Pitz, Antje Stoklas, Waltraud Blach, Rolf Rößl, Horst Weipert, Carola Christen und Rita Kempa. (Foto: Mix)

Traunstein. »Freiwillig etwas bewegen« – unter diesem Motto steht das europäische Projekt »Sieben Brücken, die verbinden«, das über zwei Jahre läuft und sich über vier Länder erstreckt. Zum Auftakt einer Tour durch die beteiligten Kommunen von Bayern bis hinauf an die Ostsee waren Vertreter von Einzelprojekten in Traunstein und berichteten über das, was sich in den letzten beiden Jahren im Bereich der Freiwilligentätigkeit getan hat.


Das Projekt wurde von der Sozialakademie Potsdam der Arbeiterwohlfahrt in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend 2011 ins Leben gerufen. Mit den sieben Brücken sind sieben Orte in Deutschland gemeint, die zu Partnergemeinden jenseits der Grenze Brücken schlagen und gemeinsame Projekte anstoßen sollen. Diese Woche macht sich eine Delegation auf den Weg, um an den einzelnen Stationen die bereits verwirklichten Projekte kennenzulernen.

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Projektleiter Horst Weipert von der Sozialakademie Potsdam stellte das Vorhaben und einzelne in den beteiligten Kommunen bereits umgesetzte Teilprojekte kurz vor. Cham und Pilsen haben sich die gemeinsame Sprachförderung vorgenommen, in Zethau und Louny geht es in erster Linie um die Natur und alte Traditionen. Die Projektgruppe in Görlitz arbeitet generationenübergreifend, in Guben geht es vor allem um Pflegebegleitung, in Frankfurt/Oder um Lernen im Alter und in Rostock liegt der Schwerpunkt bei Kindern und Jugendlichen. Das alles sind Themen, die zum diesjährigen »Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen« passen.

Florian Seestaller vom Landratsamt Traunstein begrüßte den konstruktiven Austausch mit den österreichischen Nachbarn in Salzburg und meinte: »Abschauen ist bei diesen Projekten erlaubt und sogar erwünscht.« Auch Traunsteins 3.  Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner meinte, »dass es oft eigentlich nicht viel braucht, um etwas zu bewegen, zeigen uns unzählige Projekte auch in unserer Stadt und in unserem Landkreis.« Außerdem betonte sie: »Auch bei uns wären viele Dinge vor allem im sozialen Bereich ohne ehrenamtliches Engagement schon lange nicht mehr machbar.« Die Teilnehmer an der Auftaktveranstaltung zur Euro-Tour kamen mit dem Fahrrad vor dem Landratsamt an und hatten eine Fahne dabei mit der Aufschrift »Wir radeln für ein engagiertes Europa«; denn, wie Horst Weipert sagte: »Europa bedeutet nicht nur Eurokrise und Rettungsschirm, wir können auch viel voneinander lernen.«

Als Geschenk und Erinnerung an Traunstein erhielten die Radfahrer der Euro-Tour Mozartkugeln, eine bayerische Heulimonade und einen österreichischen Almdudler. Auf der weiteren Strecke bis nach Rostock wird jeder besuchte Ort eine Kleinigkeit aus seiner Region hinzufügen.

Die Traunsteiner Koordinatorin des Projektes, Dagmar Friemel-Stum vom Selbsthilfezentrum Traunstein, fasste ein paar regionale Projekte zusammen, die in den letzten beiden Jahren schon angestoßen wurden oder demnächst starten sollen.

Unter dem Titel »Mein Engagement vor Ort« gab es im Sommer 2012 bereits zwei Arbeitskreise, die erkunden sollten, wie die Gemeinden das Potenzial der Bürger, die sich freiwillig engagieren wollen, fördern, nutzen und wertschätzen können. Im Oktober stehen noch zwei Exkursionen nach Grassau und Freilassing auf dem Programm, bei denen wiederum Projekte in den Gemeinden wie kommunale Angebote für Bürger und Freiwilligenmanagement in sozialen Institutionen genauer betrachtet werden. Im Landkreis Traunstein konnten zudem zwei Freiwilligendienststellen neu geschaffen und besetzt werden. Und im Herbst startet ein österreichisch-bayerischer Kurs für Seniorentrainer im Rahmen des Projektes Erfahrungswissen für Initiativen. mix