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»Eure Arbeit ist ein Segen an den Menschen«

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Einen Scheck über 1049 Euro überreichte Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck an Bereitschaftsleiter Martin Plenk. (Foto: T. Eder)

Grassau. Obwohl die neuen Einsatzfahrzeuge der Bergwachtbereitschaft Grassau bereits in Betrieb sind, fehlte noch der kirchliche Segen für das Bergrettungsfahrzeug und das Quad. Dies wurde nun feierlich nachgeholt.


Nach 14 Jahren war es notwendig, das Einsatzfahrzeug zu ersetzen. Seit Herbst hat die Bergwacht Grassau nun einen VW Amarok mit einem 180 PS starken Motor und bergwachtspezifischer Ausrüstung, etwa eine Krankentrage, Dachträger, Digital- und Flugfunkgeräte sowie Notarztrucksack, Defibrillator und Tragen. Das Fahrzeug dient dem Verletzten-, dem Mannschafts-, wie dem Materialtransport.

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Noch etwas länger ist das Quad, ein »All Terrain Vehicle« bereits im Einsatz. Wie Bereitschaftsleiter Martin Plenk erklärte, passten Quad und Rettungsfahrzeug aber nicht gemeinsam in die Garage und so wurde das Quad an der Talstation der Hochplattenbahn geparkt. Dank der völlig unkomplizierten Zusammenarbeit mit der Gemeinde Grassau konnte an die Garage ein Anbau verwirklicht werden, so Plenk.

»Die Bergwacht Grassau ist eine ganz wichtige Sicherheitseinrichtung mit einer langen und großen Tradition«, betonte Bürgermeister Rudi Jantke. Dies lasse sich auch an der Zahl der Einsätze erkennen. Jantke fügte an, dass die Zahl der Einsätze auch mit dem Freizeitverhalten einhergehe und sich immer mehr Menschen in den Bergen bewegen, wodurch die Zahl der Unfälle steige. Umso wichtiger sei eine tatkräftige, einsatzfreudige und gut ausgebildete Bergwacht. Doch dazu benötige die Bergwacht die notwendige Ausrüstung und Gebäude. So habe es auch im Gemeinderat bezüglich einer Kostenbeteiligung an dem Garagenneubau keine Diskussion gegeben. Die Gemeinde übernahm die Rohbaukosten in Höhe von 30 000 Euro.

Einen Scheck in Höhe von 1049 Euro überreichte Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck. Für die Gemeinde Marquartstein als Betreiber der Hochplattenbahn sei die Bergwacht eine wichtige Einrichtung, sagte er. Mit der Renovierung der Seilbahn und mit der Eröffnung des Bergwander-Erlebnisweges werde versucht, den Bahnbetrieb besser auszulasten. Mehr Leute bedeuten aber zudem, dass die Verletzungs- und Unfallgefahr steigt und die Erstrettung immer wichtiger werde. Scheck dankte den Aktiven der Bergwacht für ihre Einsatzbereitschaft und überreichte die Spende, die aus Einnahmen beim Eröffnungsfest des Bergwander-Erlebniswegs stamme. Ihn freute, dass die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg so gut funktioniere.

Den kirchlichen Segen spendeten Pfarrer Andreas Horn und Diakon Michael Sörgel. »Die Berge sind eines der großen Schätze unserer Landschaft, aber Schätze haben ihren Preis und der Berg bereitet nicht immer nur Freude, sondern birgt auch Gefahren«, so Pfarrer Horn. »Eure Arbeit ist ein Segen an den Menschen«, sagte der Pfarrer. Sörgel bezeichnete die Arbeit der Bergwacht als einen »Barmherzigkeitsdienst«, der mehr als Solidarität sei, denn Barmherzigkeit könne nicht eingefordert werden und erwarte aktives Zupacken. »Ihr wacht über heile Bergtouren und wacht über Missgeschicke hinweg«, so Sörgel. Zudem erinnerte der Diakon an die Zusammenarbeit aller Rettungseinrichtungen beim Juni-Hochwasser des vorigen Jahres.

Nach der Weihe bestand noch Gelegenheit, Fahrzeuge und den 27 Quadratmeter großen Garagenanbau sowie die Wache mit Kletterturm und   Einsatzzentrale in Augenschein zu nehmen. Musikalisch unterhielt derweil die kleine Besetzung der Grassauer Blasmusi. tb

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