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Es war vor mehr als 2000 Jahren

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Die Wanger Sängerinnen gestalteten mit zahlreichen anderen Musikanten und Leser Andi Haberlander das Nußdorfer Adventssingen. (Foto: Bauregger)

Nußdorf – In seiner »Rupertiwinkler Weihnachtsgschicht« verlegt der Teisendorfer Mundartdichter Karl Robel die Geschehnisse in Bethlehem bis zur Geburt des Christuskindes vor mehr als 2000 Jahren mundartlich ausgedrückt in die Vorgebirgslandschaft des Rupertiwinkels. Wohlklingend untermalt von einer Bläsergruppe der Musikkapelle Nußdorf, den Wahoizner Sängern, der Gruppe Hanslgeiger und den Wanger Sängerinnen, las Andi Haberlander diese Geschichte in der Nußdorfer Pfarrkirche. Mitglieder der Trachtenjugend spielten Szenen der Herbergssuche und der Verkündigung. Die Spenden werden für soziale Zwecke in der Gemeinde verwendet.


Anderl Osenstätter vom Nußdorfer Trachtenverein freute sich über den großen Zuspruch. Mit der »Frasdorfer Hirtenweis‘« stieß die Bläsergruppe mit zwei Flügelhörnern, Tenorhorn und Basstuba, die Tür zum kleinen »Bauernsachi« von Maria und Josef sinnbildlich auf. Mit ruhiger und tiefer Stimme erzählte der Sprecher dann die Weihnachtsgeschichte von Robel. Darin verwendet der Mundartdichter nicht nur gebräuchliche Ausdrücke seiner Heimat, sonder versteht es mit feinem Gespür, Details und Eigenheiten der dortigen Landschaft und der Natur bildlich zu schildern.

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Haberlander hatte sich nicht nur sehr viel Mühe bei der Auswahl der Gruppen gegeben, sondern ebenso feinfühlig die Melodien und die Lieder passend zum Text platziert. Dabei ließen die vier Männer der Wahoizer Sänger mit dem Verkündigungslied »Vor mir brauchst da ned fürchtn« ihre kräftigen Stimmen, getragen von einem tiefen Bass, erklingen. Weitere Lieder, bei denen sie jeweils von der Harfenistin Karoline Speckbacher begleitet wurden, trugen Titel wie »Kaiser Augustus«, »Nacht'n spat erst um'ra neine«, »Ehre sei Gott in der Höhe« oder »Lippai sollst gschwind aufstehn!'«.

Mit wunderbar feinen und ausdrucksstarken, klaren Stimmen füllten die zwei Wanger Sängerinnen, gefühlvoll auf der Zither von Frank Kleist begleitet, das Kirchenschiff mit Musik. Lieder wie »Heilige Mutter, wia musst du verroas'n« erzählten vom Weg des Paares, »Es mog ned finsta werd'n« von der erwartungsvollen Stimmung in der Christnacht, »Juche und hopse« von der Freude der Hirten nach der Verkündigung, »'s Christkindl liegt drin in da Krippn« vom Geschehen im Stall zu Bethlehem. Am Schluss intonierten sie schließlich das Schlaflied »Schlafe, schlafe mein«.

Fein und gefühlvoll begleitete Frank Kleist die beiden Sängerinnen und verstand es in wunderbarer Art und Weise, Textpassagen zu untermalen oder nach den Liedern wieder dorthin überzuleiten. Eine besondere Klangfarbe fügte Sepp Holzleiter dem Adventssingen mit seinen Maultrommeln, vorgetragen im Duett mit Karolin Speckbacher an der Harfe, hinzu.

Die Bläser intonierten mit ihren Instrumenten, dynamisch angelegt und mit angenehm weichem Ton, mit der »Hildegard Weis'« oder »Auf da Wintastubn« weitere feierliche Bläserstücke. In der Besetzung mit zwei Geigen mit Blockflöte oder drei Geigen als Melodieinstrumente, Gitarre, Harfe und Kontrabass sorgten die Hanslgeiger aus Nußdorf mit dem Boarischn »Vor der Krippe«, dem »K.K. Walzer« einem stadn Stückl und dem »Hirtentanz« musikalisch prägnant, harmonisch ausgefeilt und mit dynamischem Vortrag für getragene, fröhliche und sogar tänzerische Stimmungen.

Ausdrucksstark in Gestik und Aussprache, spielten Mitglieder der Nußdorfer Trachtenjugend Szenen der Herbergssuche und der Verkündigung an die Hirten. Im Chor mit den Zuhörern schlossen die beiden Sängergruppen das Adventssingen mit dem »Andachtsjodler«. Still, ohne großen Aufhebens und Applaus, so wie es dem Wunsch Anderl Osenstätters entsprach, nahmen die Zuhörer all diese wunderbaren Stimmungen und Eindrücke mit hinaus in die milde Winternacht. wb

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