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»Es war Liebe auf den ersten Blick«

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Bürgermeisterin Ursula Haas stieß mit Albert und Stefanie Kastner auf deren Ehejubiläum an und wünschte dem Jubelpaar auch für die Zukunft Gesundheit, Glück und Harmonie. (Foto: Aßmann)

Taching am See – »Es war Liebe auf den ersten Blick«, sagt Stefanie Kastner. Mit einem Blitzen in den Augen schaut sie zu Ehemann Albert. An diesem Gefühl scheint sich auch 60 Jahre später kaum etwas geändert zu haben. Im Kreise ihrer Familie und zahlreicher Freunde feierten die beiden Tenglinger jetzt ihre Diamantene Hochzeit. Auch Bürgermeisterin Ursula Haas reihte sich in die Gratulantenschar ein und überreichte ein Präsent.


Der Jubeltag begann mit einem schneidigen Ständchen der Musikkapelle Tengling. Tochter Heidi ist mit Posaunist Hans Schuster verheiratet und hat beste Kontakte zu den Musikanten, auf die zur »Belohnung« ein Weißwurst-Frühstück wartete.

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Stefanie Kastner stammt aus Damitz in Südmähren. Im Zweiten Weltkrieg verschlug es sie und ihre Familie in den Rupertiwinkel. Im Café Öttl in Tittmoning lernte die heute 79-Jährige den vier Jahre älteren Albert kennen. »Ich habe dort als Mädchen für alles gearbeitet. Er besuchte das Café oft als Gast«, erzählt Stefanie Kastner. Aus Zuneigung wurde bald Liebe. 1956 läuteten die Hochzeitsglocken. Der damalige Tenglinger Bürgermeister nahm die standesamtliche Trauung vor. Die kirchliche Eheschließung fand in Maria Eck statt. Noch heute fahren Albert und Stefanie Kastner einmal im Jahr dorthin, um an einer Andacht teilzunehmen – eine 60 Jahre währende, harmonische Partnerschaft ist schließlich keine Selbstverständlichkeit.

Nach der Hochzeit wurde das Paar in Tengling heimisch. Die Töchter Heidi und Renate machten das Glück der Kastners perfekt. Inzwischen freuen sich die Ehejubilare außerdem über zwei Enkelkinder. Während Albert Kastner zunächst als Schmied, später als Schlosser bei der Metallbaufirma Schmid für den Unterhalt der Familie sorgte, kümmerte sich Stefanie um die Erziehung der beiden Mädchen. »Das war halt früher nicht anders. Man hatte die Kinder, ein Auto gab es nicht und so blieb man eben daheim«, erinnert sich die 79-Jährige ohne Klagen.

1980 erlitt Albert Kastner einen Herzinfarkt mit 47 Jahren. Die Wiedereingliederung in das Berufsleben scheiterte drei Jahre später. »Dann bin ich langsam Rentner geworden«, erzählt der 83-Jährige. Die Jagd übt er indes bis heute aus; nunmehr seit 55 Jahren. »Aber ich war noch nie ein Schießer«, bekräftigt er. »Mir derbarmen die Tiere, ich schieße nur kranke oder schwer verletzte. Früher hatte ich ein Revier, in dem das Wild häufig von Autos zusammengefahren wurde. Auf diese Weise konnte ich meine Quote einhalten«, berichtet er.

Auf die Frage, was das Rezept einer solch langen, glücklichen Ehe sei, antwortet Albert: »Es gibt kein Rezept. Man sollte stets aufmerksam, ehrlich und zugewandt sein.« Und Stefanie fügt nach einem liebevollen Blick zu ihrem Mann hinzu: »Jeder muss mal nachgeben. Aber wenn man sich wirklich mag, geht das schon.« Man sieht den Beiden an, dass sie glücklich sind und zusammen stehen – in guten wie in schlechten Zeiten. mia