weather-image
21°

»Es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen«

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Ein sogenannter Vorwegweiser zum Kreisverkehr nach Oderberg bei der Zufahrt nach Hörzing sorgt insbesondere bei Lastwagenfahrern für Verwirrung. Durch die missverständliche Deutung verirren sich immer wieder »Brummis« in die kleine Ortschaft und stecken dort fest. Ein Zusatzschild soll den Verkehr jetzt in die richtige Spur leiten. (Foto: Rasch)

Traunreut – Der 100-Seelenort Hörzing hat vom Ausbau der Robert-Bosch-Straße im Zuge der sogenannten »kleinen Ostspange« durch eine geordnete Verkehrsanbindung mit Linksabbiegespur und Fußgängerüberweg zweifellos profitiert. Ein damit verbundener, sogenannter Vorwegweiser zum Kreisverkehr Oderberg sorgt allerdings für Verwirrung bei den Autofahrern, insbesondere bei Lastwagenfahrern – und das ärgert wiederum die Hörzinger Bürger.


Sie fordern eine Verlagerung des Wegweisers auf die gegenüberliegende Straßenseite, damit sich die Lastwagenfahrer nicht in den kleinen Ort verirren. »Dann wäre der ganze Schmarrn vorbei.« Um die Situation zu entschärfen, soll nach Aussagen des Leiters des Straßenbauamts Traunstein, Sebald König, jetzt eine pragmatische Lösung gefunden werden.

Anzeige

Wegweiser durch Ortsschild verdeckt

Der Wegweiser befindet sich auf der linken Seite unmittelbar auf Höhe der Zufahrt nach Hörzing. Diese missverständliche Deutung führt dazu, dass sich die Lkw aus Richtung Matzing bereits auf der Abbiegespur nach Hörzing einordnen und sich dann in den Ort verirren und dort »feststecken.« Erschwerend kommt hinzu, dass der Vorwegweiser für die Autofahrer durch ein Ortsschild verdeckt wird. Die Hörzinger müssen seit geraumer Zeit damit leben, immer wieder von »Brummis« heimgesucht zu werden, die ursprünglich ins Traunreuter Industriegebiet möchten. Fast täglich ist zu beobachten, dass sich große Lastzüge in den kleinen Ort verirren, dort aber nicht wenden können und mit viel fahrerischem Geschick rückwärts rangieren müssen.

»Ein Sattelzug hat keine Chance, umzukehren«, sagte Max Huber dem Traunsteiner Tagblatt. Viele würden auch erst viel zu spät bemerken: »Hoppla, da geht es nicht weiter.« Dass Lastzüge durch Hörzing bis an das Ortsende fahren und dort wenden möchten, muss auch Alois Glück regelmäßig beobachten. Der Landtagspräsident a.D. ist mit diesem Problem an die Stadt Traunreut herangetreten. Daraufhin fand im Sommer eine Ortsbegehung mit Vertretern des Landratsamts, der Polizei und der örtlichen Verkehrsbehörde sowie Bürgermeister Klaus Ritter und Max Huber als Vertreter der Hörzinger Bürger statt. Bei dem Treffen wurde die Situation erörtert und es wurde mit Zustimmung aller Beteiligten vorgeschlagen, den Vorwegweiser auf die andere Straßenseite an den Lärmschutzwall am neuen Wohngebiet »Frauenbrunn II« in Traunwalchen vorzuverlegen.

Eine Anfrage des Landratsamts beim zuständigen Straßenbaulastträger, dem Straßenbauamt Traunstein, hat jedoch ergeben, dass eine Verlegung auf die andere Straßenseite aus verkehrsrechtlichen Gründen nicht möglich sei. Wie es in dem Antwortschreiben der Stadt Traunreut an Alois Glück vom 22. Oktober heißt, habe das Straßenbauamt die Situation vor Ort noch einmal begutachtet und festgestellt, dass der Wegweiser an der richtigen Stelle stehe, da durch eine Verlagerung auf die andere Seite wegen der Innenkurve die Sichtbarkeit des Wegweisers erst zehn Meter davor wäre und somit für den Verkehrsteilnehmer zu spät zu erkennen sei. In der Stellungnahme vertritt das Straßenbauamt auch die Auffassung, dass es durchaus idealer wäre, den Wegweiser an der angestammten Stelle etwas näher zum Kreisverkehr hin zu versetzen. Dies hätte jedoch zur Folge, dass das Straßenschild inmitten des Feldes eines Landwirts stehen würde und dieser mit Sicherheit nicht einverstanden beziehungsweise begeistert wäre.

Sackgassen-Schild wohl auch keine Lösung

Um die Situation zu entschärfen, hat die Stadt daraufhin angeordnet, im Zufahrtsbereich nach Hörzing ein Sackgassen-Schild aufzustellen. Diese Zusatzbeschilderung scheint aber auch keine tragfähige Lösung zu sein. Im Umkehrschritt zeichnet sich nämlich ab, dass sich die Zufahrt durch das Sackgassen-Schild zu einem Unfallschwerpunkt entwickeln könnte. »Es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen«, warnt Huber.

Seit das Schild aufgestellt wurde, habe er mehrfach beobachtet, dass die Autofahrer das Schild »Sackgasse« zu spät entdecken, im letzten Moment nach rechts wegziehen und dabei den vorbeifahrenden Verkehr gefährden. Huber: »Da muss erst was passieren!«

Das Traunsteiner Tagblatt hat gestern den Leiter des Straßenbauamts Traunstein damit konfrontiert. Nach Aussagen von Sebald König handle es sich bei den äußeren Gegebenheiten um eine Sondersituation, die die technischen Rahmenbedingungen erschweren würden. Der sogenannte Vorwegweiser setze Regularien voraus, die eingehalten werden müssten, sagte König. Um das Problem aus der Welt zu schaffen, habe er sich in einem Gespräch mit der Verkehrsbehörde auf eine pragmatische Lösung verständigt: Um den Verkehr in die richtige Spur zu leiten, soll jetzt vor dem Vorwegweiser ein Zusatzschild – Lkw und Traunreut geradeaus – aufgestellt werden. ga

Mehr aus der Stadt Traunstein