weather-image
18°

»Es ist so schön ein Musikant zu sein«

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Hubert Aschenbrücker »Hubi« führte witzig und charmant durchs Programm und begleitet Saso Avsenik und seine Oberkrainer immer auf den Reisen. (Foto: Sojer)

Waging am See – Den Startschuss beim Zeltl'n-Festival am Strandkurhaus Waging gab Saso Avsenik, der erstgeborene Enkel des legendären Slavko Avsenik, Gründervater der Oberkrainer. Das Familienwerk, der typische Oberkrainersound, wird jetzt in der dritten Generation fortgesetzt. Das überwiegend ältere Publikum kam mit hohen Erwartungen, schließlich verpflichtet der Name Avsenik in der Volksmusik.


Die Blicke waren gespannt auf die Bühne gerichtet und so mancher fragte sich: Kann der Enkel seinen Opa würdig vertreten? Dann marschierten Saso Avsenik und sein Ensemble kommod auf die Bühne, in typischer slowenischer Tracht: kniehohe, schwarze Lederstiefel, weißes Baumwollhemd mit Puffärmeln, schwarze, bestickte Samtweste und ein auffälliges, rotes Fransentuch.

Anzeige

Los ging's mit dem zackigen »Trompetenecho«, das Slavko 1955 geschrieben hatte und an die Titelmelodie des Musikantenstadls für allezeit erinnert. Schon mit den ersten Tönen eroberten die Musiker das Publikum in Windeseile. Die Besucher begannen zu klatschen, schunkeln, und das eine oder andere Paar wagte sogar einen Tanz. Im Repertoire hatten die Musiker gemischtes Liedgut aus der jungen und alten Ära Avsenik mit »Küss mich doch«, »Hinterm Hühnerstall«, »Heimatträume«, »Musik, mein Glück«, »Es ist so schön ein Musikant zu sein« oder »Franz der Maurerg'sell« um nur einige zu nennen.

Ein besonderes Solo-Stück auf der Klarinette widmete das Ensemble dem Gedenken an Slavko Avsenik. Der im Juli verstorbene Akkordeonist liebte dieses Lied besonders: »Der Wind bringt dir mein Lied.« Durch die Stille, die das Publikum andächtig hielt, kam dieses Lied besonders gefühlvoll zum Tragen.

Doch nicht nur auf der Bühne wirkten die jungen Künstler sympathisch, herzlich und authentisch – in der Pause mischten sie sich unters Publikum. Saso Avsenik, ein bescheidener Bursche, gab Autogramme, machte Erinnerungsfotos mit den Fans und beantwortete die eine oder andere Frage über seinen Großvater. Deutsch sprach der 24-Jährige recht flüssig. Durch Micky-Maus-Hefte, die ihm sein Großvater von den Deutschlandtouren mitgebracht hatte, lernte er die Sprache so nebenbei.

Aber nicht nur die großartige Darbietung der Künstler war ein echter Leckerbissen, sondern auch Hubert Aschenbrücker, der als Moderator Hubi das Ensemble begleitete. Er unterhielt die Besucher unerschöpflich mit seinen Späßen und Gesang und brachte seine Gäste lauthals zum Lachen.

Der junge Saso Avsenik und seine Oberkrainer haben ihr Ziel an diesem Abend erreicht: sie überzeugten als talentierte Vollblutmusiker. Und vielleicht war der Garant für den gelungenen Abend ein alter Tipp von Opa Slavko an seinen Enkel Saso: »Wenn du spielst, denke nicht über den Stil nach, sondern spiel einfach so, wie du fühlst.« soj