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»Es ist mir wichtig, dass wir uns einig werden«

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Aktuell wird über einen Bürgersaal diskutiert, der auf dem Gelände der alten Schule entstehen soll. (Foto: Caruso)

Wonneberg – Der angedachte Bürgersaal sorgte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats für längere Diskussionen. Zuvor hatte Thomas Bachmayer vom gleichnamigen Architekturbüro in Vachendorf erste Pläne und Grundrisse zur möglichen Gestaltung vorgestellt. Eine Entscheidung fiel noch nicht. Vielmehr verständigte sich das Gremium darauf, den Bürgersaal zum Thema einer Klausur zu machen.


Zu diesem Treffen, dessen Termin noch offen ist, möchte Bürgermeister Martin Fenninger neben den Ratsmitgliedern auch den beratenden Planer, Vorsitzende der Ortsvereine und Vertreter der Pfarrei einladen. Dabei will die Gemeinde zu einer richtungsweisenden Lösung kommen. »Es ist mir wichtig, dass wir uns einig werden, schließlich soll der Saal auch von allen genutzt werden.«

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Zuschuss vom Amt für Ländliche Entwicklung

So wolle man versuchen, eine sich über Monate hinziehende Diskussion zu einem guten Ende zu bringen. Angesichts der aktuellen finanziellen Lage der Gemeinde müsse man sehr sorgfältig und Schritt für Schritt vorgehen. Realisiert werden könne der Saal, obwohl die Gemeinde für den momentanen Neubau des Kindergartens heuer schon ein Darlehen aufnehmen musste. Wie Fenninger sagte, habe das Amt für Ländliche Entwicklung in Aussicht gestellt, ein entsprechendes Vorhaben bis zum Jahr 2020 mit etwa 65 Prozent zu fördern.

Schon im Vorfeld hatte es viele Überlegungen gegeben, einen Bürgersaal einzurichten. Dieser soll auf dem Gelände des jetzigen Kindergartens entstehen, das zwischen der Salzburger Straße und der denkmalgeschützten Kirche, umgeben von einer Mauer, an der Rupertistraße liegt. Eine der wichtigsten Fragen war, ob man das bisherige Kindergarten-Gebäude, das aus einem niedrigeren, neueren Teil und aus zwei älteren Trakten besteht, komplett sanieren oder teilweise abreißen und neu bauen soll. In Frage kommt auch ein Abriss aller Teile mit einem entsprechenden Neubau.

Dazu hatten Gemeinderäte schon etwa 20 verschiedene überlegungswürdige Lösungen erarbeitet. Auf Basis dieser Ideen, die sich vor allem dadurch von den Entwürfen der Architekten unterscheiden, dass die Gebäude näher an der denkmalgeschützten Mauer platziert werden, hatte das Planungsbüro verschiedene Vorschläge konzipiert, die Bachmayer nun präsentierte.

Freifläche zwischen Kirche und Bürgersaal

Eine seiner Lösungen sah vor, die älteren Gebäudeteile durch einen ebenerdig gehaltenen Neubau zu ersetzen und den kleinen Vereinsraum als Einzelbau zu erhalten. So verschiebe sich das Gesamtgebäude an den Randbereich Richtung Scharlinger Straße. Dies gestatte nicht nur einen freien Blick auf die Kirche, sondern schaffe auch eine großzügige Freifläche zwischen Kirche und Bürgersaal, die gut als Festplatz nutzbar sei. Das neue Hauptgebäude solle in massiver Bauweise mit einem Satteldach errichtet und teilunterkellert werden. Laut Bachmayer sollen im Innenbereich drei voneinander abtrennbare Räume entstehen, die auf den Bedarf im Ort abgestimmt sind. Diese drei Raumeinheiten mit Gastraum, Saal und zusätzlichem Raum, zum Beispiel für Chor- oder Musikproben oder Vereinstreffen, seien bei zusätzlichem Bedarf an Plätzen problemlos zu einem großen Saal für etwa 140 Personen erweiterbar. Damit sich das Gebäude zum Platz hin öffnet, riet er zu einer größeren Fensterfront.

Generell stelle sich jedoch die Frage, ob die Pfarrei den kleinen Vereinsraum haben möchte und ob er als eigenes Gebäude geführt werden soll, oder ob die Gemeinde den Altbestand erhalten will, was wiederum mit Kosten für die Sanierung verbunden ist. Erst wenn dies geklärt sei, könne man in die konkretere Planung gehen. »Daher sind noch Gespräche mit dem Erzbischöflichen Ordinariat in München und mit der örtlichen Kirchenverwaltung notwendig.« Denn Räume der Kirche seien vom Zuschuss des Amts für Ländliche Entwicklung ausgeschlossen; dafür bestehe die Chance, dass sich das Ordinariat finanziell beteiligt.

In der Diskussion erkundigten sich Ratsmitglieder nach der preislich günstigeren Variante, da Unsicherheit herrschte, ob eine Komplettsanierung oder ein Teilabriss mit Neubau günstiger kommt. Wie es hieß, ist das Herrichten des gesamten Altgebäudes nicht preiswerter.

Kirche nach ihren Wünschen fragen

Auch die Bürger, die Kirchenverwaltung und die Vereine beschäftigten sich schon mit dem Vorhaben. Bürgermeister Fenninger erteilte auch ihnen das Wort. So betonte Franz Fenninger vom Veteranenverein, dass die Kernfrage laute, was die Kirche an Räumen wünsche und brauche und ob sie noch Interesse am kleinen Vereinsraum habe. »Lieber wäre es mir auch, die Grundfläche des neuen Gebäudes möglichst niedrig zu halten und entsprechend voll zu unterkellern, damit man genügend Lagerfläche erhält.« Denn nur mit einem klein gehaltenen Gebäude wirke der Dorfplatz auch entsprechend, sagte Franz Fenninger.

Kirchenpfleger Hans Maier sprach sich dann für einen kompletten Neubau aus. Darin könnte man dann ein Pfarrbüro und einen Gruppenraum unterbringen, und zwar so, dass beide Einrichtungen möglichst direkt neben der Kirche liegen. Wenn die Kirche den kleinen Vereinsraum in seiner bestehenden Form übernehme, müsste er noch aufwändig barrierefrei umgestaltet werden.

Planungen laufen wohl auf Neubau hinaus

Gemeinderat Albert Fenninger freute sich, dass das Planungsbüro auf die von ihm und Bernhard Kriegenhofer erarbeiteten Vorschläge eingegangen ist und diese zu einem Großteil übernommen hat. Auf eine seiner Nachfragen hieß es, dass es wohl auf einen Neubau hinauslaufe. »Ich persönlich favorisiere den Vorschlag, ein neues Gebäude exakt an der gleichen Stelle wieder zu errichten, an der das bisherige steht, und den Vereinsraum mit seiner guten Bausubstanz zu erhalten und zu sanieren«, sagte Albert Fenninger. Ihm gefalle die ebenerdige Bauweise, die die Sicht auf die Kirche wesentlich verbessert. Zudem bringe dieses Gebäude einen Lärmschutz für die Kirche mit sich. »Trotzdem entsteht ein großer Dorfplatz.«

Welche Variante letztlich zum Zug kommt, ist noch völlig offen. Der Gemeinderat setzte aber das Signal, dass er weiter planen möchte. Nach der Klausurtagung wird es wohl wieder zu einer öffentlichen Diskussion kommen. ca

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