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»Es ist keine Minute langweilig«

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Sowohl personell als auch räumlich seien die Kapazitäten im Marquartsteiner Rathaus am Limit, sagt Bürgermeister Andreas Scheck. (Foto: Giesen)

Marquartstein – Seit einem Jahr ist Andreas Scheck nun hauptamtlicher Bürgermeister von Marquartstein. »Insgesamt gefallen mir meine neuen Aufgaben sehr gut – es ist keine Minute langweilig«, erklärt der 46-Jährige im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Es entspreche auch weitgehend dem, wie er sich die neue Arbeit vorgestellt habe. Die Bandbreite der Themen umfasse alles, was gesellschaftliches Zusammenleben ausmache. Man dürfe nichts aus den Augen verlieren, müsse aber auch eine klare Linie fahren.


Hohe Erwartungen manchmal als Belastung

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Manchmal sei es belastend, dass weder die Gemeindeverwaltung noch der Bürgermeister immer allen Erwartungen gerecht werden können. Zum Beispiel habe man beim lange diskutierten, eingeschränkten Halteverbot in der Schloßstraße einige Bürger enttäuschen müssen. Zum Wohl der Allgemeinheit sei das aber einfach notwendig gewesen, so Scheck, der mit seinem Amtsantritt die »Ära Dögerl« (Andreas 2002 bis 2014, Matthias 1984 bis 2002) beendete.

Natürlich würde er manches auch lieber schneller anpacken, zum Beispiel den Ausbau von Straßen oder die Oberflächenentwässerung. »Da setzen uns aber die Gemeindefinanzen oft enge Grenzen«, sagt Scheck. Alle anstehenden Dinge gleichzeitig anzugehen, sei auch aus personellen Gründen nicht möglich, so der Rathauschef, der auch Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinde Marquartstein mit Staudach-Egerndach ist. »Wegen der ständig steigenden Aufgaben und vieler Projekte in der Vergangenheit sind wir in der Verwaltung personell und hinsichtlich unserer räumlichen Kapazitäten am Limit«, beschreibt Scheck die Situation. Diesem Umstand wolle er mit verbesserten Organisationsstrukturen und mit der Schaffung einer zusätzlichen Verwaltungsstelle begegnen. Das sei auch mit kleineren Umbauten im Rathaus verbunden.

Manchmal kämen lange ersehnte Projekte der Gemeinde ins Stocken oder gar zum Scheitern, weil die Grundstückseigner manchmal nicht bereit sind, etwas von ihrem Grund zu verkaufen. Er wolle jedoch nicht aufgeben und immer wieder nachhaken, versprach der Bürgermeister.

Sicher ist Scheck, dass er von seinen im Wahlkampf gesetzten Zielen einige bereits verwirklicht hat, was von den Bürgern auch anerkannt werde. Zum Beispiel gebe es weit mehr Informationen und Transparenz über die Arbeit im Rathaus. Von Anfang an habe er großen Wert auf Ehrlichkeit und Wertschätzung im gegenseitigen Umgang gelegt.

Mit der neuen Bürgerbeteiligungssatzung habe er sein Wahlversprechen erfüllt, denjenigen Bürgern, die sich engagieren wollen, am örtlichen Geschehen ein Recht auf Mitsprache einzuräumen. So sei insgesamt im Dorf ein neues politisches Klima entstanden: »Nicht nur im Gemeinderat, auch in der Bevölkerung ist eine gewisse Aufbruchsstimmung zu spüren«, sagt Scheck.

Gemeinde kontinuierlich nach vorne bringen

Die ersten großen Veranstaltungen des vergangenen Jahres, etwa zum Richard-Strauss-Jahr 2014 oder der neue Adventsgarten seien sehr erfolgreich gewesen. Darauf werden er und der Gemeinderat weiter aufbauen, um Marquartstein weiter kontinuierlich vorwärts zu bringen. Sehr positiv sieht Scheck auch das Klima im Gemeinderat. Es gebe überhaupt keine Fraktions- oder Parteipolitik, »alle arbeiten sachlich an den Themen zusammen«.

Vor seinem Amtsantritt führte der Diplomingenieur (FH), der nach dem Studium der Produktionstechnik zunächst als Maschinenbau-Konstrukteur und CAD-Fachmann begann und sich später auf Informationstechnologie spezialisierte, 20 Jahre lang seine eigene Firma im Marquartsteiner Ortsteil Piesenhausen. Scheck ist verheiratet, hat zwei Töchter im Alter  von  17 und 15 Jahren, die beide das Staatliche Landschulheim in Marquartstein besuchen. gi