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»Es ist eine Anlage, die sich sehen lassen kann«

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Das Funktionsgebäude am ehemaligen ESV-Platz wird bald abgerissen. Es soll dort eine neue, moderne Anlage entstehen mit einem Kunstrasenplatz für die Fußballer und einer Leichtathletikanlage. Der Kreisausschuss stimmte gestern zu, dass die Stadt Duschen im neuen Funktionsgebäude bauen lässt und der Verein den Kunstrasenplatz nun granulatfrei gestalten darf. (Foto: Brenninger)

Traunstein. Hohe Wellen schlugen die Aussagen des Vereins zur Förderung der Leichtathletik im Chiemgau (VFL). Der Vorsitzende Reinhard Prechtl und Pressewart Herbert Huber monierten, dass die geplante Leichtathletikanlage am ehemaligen ESV-Gelände nicht normgerecht sei (wir berichteten). Die Brunneranlage war gestern nun erneut Thema im Kreisausschuss – allerdings aus anderen Gründen.


In diesem Zusammenhang stellte Landrat Hermann Steinmaßl aber noch einmal klar: »Unsere Aufgabe ist und bleibt der Schulsport.« Die Vorwürfe des VFL reduzieren sich aus seiner Sicht lediglich auf den Speerwurf. »Das ist der Hauptgrund, warum nun die ganze Anlage aufs Spiel gesetzt wird«, kritisierte er. Er stellte klar: »Es bleibt bei der bisherigen Planung.«

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Schulen wurden in Planungen miteinbezogen

Die beiden Punkte, die der Kreisausschuss gestern zu behandeln hatte, waren der Einbau von Duschen in das neue Funktionsgebäude durch die Stadt und der Wunsch des SB Chiemgau Traunstein den Kunstrasenplatz nun granulatfrei zu gestalten. Denn, so hieß es in der Sitzungsvorlage, ein granulatfreier Kunstrasenplatz ist deutlich pflegeleichter und bedarf eines geringeren Kostenaufwands beim Unterhalt. Nachteil sind allerdings die Kosten, die um 150 000 Euro höher liegen als bei einem Platz mit Granulat. Die Kosten für beide Vorhaben übernehmen jedoch im vollen Umfang die Stadt beziehungsweise der Verein. Beiden Punkten stimmte der Kreisausschuss damit ohne Gegenstimme zu.

Steinmaßl skizzierte noch einmal den zeitlichen Ablauf der geplanten Baumaßnahme. Im Oktober 2009 kam der mittlerweile verstorbene Helmut Schreiner, der damals Vorsitzender des 1. FC Traunstein war, zu ihm. Schreiner unterrichtete den Landrat von dem Vorhaben, in Empfing einen Sportpark zu bauen. Es folgten viele Gespräche mit den Vereinsvertretern von ESV, 1. FC, DJK und JFG mit dem Landrat und auch mit Oberbürgermeister Manfred Kösterke. Auch die Schulen wurden in die Planungen miteinbezogen, hob Steinmaßl hervor.

Schon damals sei der Wunsch an ihn herangetragen worden, dass ein Kunstrasenplatz auf dem ESV-Gelände, dessen Eigentümer der Landkreis ist, errichtet werden soll, sagte Steinmaßl. »Es war immer klar, dass das Projekt nicht am Landkreis scheitern wird«, betonte der Landrat. Allerdings, fügte er hinzu, habe es Voraussetzungen gegeben. Die Stadt habe die Zwischenfinanzierung übernehmen müssen, eine weitere Bedingung war, dass der Kunstrasenplatz hochwassersicher gebaut werde. Beides sei erfüllt worden.

Zudem stellte der Landkreis eine Anfrage bei der Regierung von Oberbayern, ob das Projekt förderfähig sei. Der Bescheid fiel positiv aus, demnach seien rund 30 Prozent förderfähig, betonte Steinmaßl.

Positiv stand er auch dem Plan der Stadt gegenüber, Duschen in das neue Funktionsgebäude einbauen zu lassen. »Wir haben natürlich nichts dagegen«, stellte Steinmaßl klar. »Es ist eine Anlage, die sich sehen lassen kann«, freute er sich.

Auch Oberbürgermeister Manfred Kösterke hatte die Möglichkeit, das Projekt aus Sicht der Stadt darzustellen. »Die Anlage ist für den Breitensport absolut tauglich«, stellte er fest. »Es wird eine Vorzeigeanlage«, betonte er weiter. Zudem hob er hervor, dass die Speerwurfanlage durchaus für den Trainingsbetrieb geeignet sei. Für Meisterschaften musste er hingegen einräumen, sei sie das nicht. »Darüber haben wir uns mit den Planern aber bereits Gedanken gemacht«, sagte Kösterke. »Wir werden auch eine meisterschaftsfähige Speerwurfanlage errichten, aber auf der anderen Seite.«

Zudem werde auch überlegt, eine Tribüne zu errichten. Denn Meisterschaften sehen ab einer gewissen Ebene eine Tribünenanlage vor, informierte Kösterke. »Das betrifft aber allein die Stadt und den Verein.« Es gebe durchaus verschiedene Bereiche, in denen man eine Tribüne nachrüsten kann. Man sei hier in enger Abstimmung mit dem Landkreis.

Der Stellvertretende Landrat Josef Konhäuser (SPD) fügte hinzu, dass »wir eine gute Anlage bauen«. Er betonte, dass der Vorschlag des VFL, anstelle des Umbaus des ehemaligen ESV-Stadions doch lieber die Ruhpoldinger Anlage zu sanieren, aus rechtlichen Gründen nicht umsetzbar sei. »Auch wenn es mir natürlich als Ruhpoldinger wichtig wäre, dass die Anlage hergerichtet wird.«

Neues Funktionsgebäude kostet Landkreis 328 000 Euro

Karl-Ludwig Kaditzky (CSU) ergänzte, dass »alle Vorschriften für den Schulsport normgerecht erfüllt werden«. Die Speerwurfanlage gehöre nicht zum Schulsport. »Alles andere ist restlos eingerichtet«, fügte er hinzu. Dem pflichtete Sepp Hohlweger bei: »Wir haben unsere Pflicht so weit erfüllt, dass es eine Topanlage wird.«

Waltraud Wiesholer-Niederlöhner (SPD) wollte noch einmal die Kosten richtig stellen, denn zuletzt seien falsche Zahlen in der Öffentlichkeit dargestellt worden. Das neue Funktionsgebäude kostet den Landkreis demnach 328 000 Euro, zudem muss er die Planungskosten tragen. SB