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»Es ist ein negatives Bild entstanden«

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Immer noch liegen etliche Scherben an der Traun, die man zum Teil nicht gut sieht. Die Schüler machen sich nun Gedanken darüber, wie sie den Schaden wiedergutmachen können. (Foto: Artes)

Traunstein. Nach der ausgearteten Feier von Abiturienten am Traunufer bei den Schrebergärten (wir berichteten) wurde der Müll aufgeräumt. Das negative Bild, das entstanden ist, bleibt. Allerdings zeigen sich die Schüler der betreffenden Schule kooperativ und wollen den Schaden wiedergutmachen.


»Wir sind natürlich sehr betroffen – Schüler wie Lehrer. Allerdings war die Feier keine schulische Veranstaltung. Trotzdem müssen wir uns jetzt Gedanken darüber machen, wie es nun weitergeht«, sagte die Schulleiterin der Staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule Traunstein, Barbara Spöttl. Der Großteil der feiernden Schüler war von ihrer Schule.

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Nach den Pfingstferien wird beraten

Nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch Schüler anderer Schulen mitgefeiert haben. »Es ist ein negatives Bild entstanden, das nun auf die ganze Schule und auch die künftigen Jahrgänge zurückfällt.« Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte sie, dass nach den Pfingstferien das Schulforum zusammenkommen wird und das Thema behandelt. Schülersprecher, Verbindungslehrer, Personalrat, Schulleitung und natürlich Schüler wollen beraten, was getan werden kann, »um die Sache wieder gut zu machen«.

Dass bei der ausgearteten Feier vermutlich auch Schüler anderer Schulen anwesend waren, vermutete auch Markus Gnad, stellvertretender Schulleiter des Chiemgau-Gymnasiums (CHG). »Wir haben mit den Oberstufensprechern geredet und versucht herauszufinden, ob auch Schüler unserer Schule beteiligt waren.« Gnad meinte, es sei letztendlich nicht auszuschließen, dass auch Schüler des CHGs dabei waren. »Natürlich bestehen auch Freundschaften zwischen Gymnasiasten und FOS/BOS-Schülern.« Gnad erwähnte, dass die Kollegstufenbetreuer aber bereits im Vorfeld an die Abiturienten appellierten, die Feiern im Rahmen zu halten. »Auch hinter unserem Schulgebäude wurde in der Vergangenheit schon gefeiert und Müll hinterlassen. Wir lassen die Schüler in den Freistunden dann ihre Hinterlassenschaften wieder aufräumen.«

Auch die Schüler des Annette-Kolb-Gymnasiums (AKG) feierten am Freitag, allerdings »in privater Runde«, wie Schulleiter Bernhard Amschler mitteilte. Im Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen sprach er über eine »Feierkultur, die sich breitmacht«. Am AKG erlebe man diese fast jedes Wochenende, wenn Flaschen auf dem Schulgelände gefunden werden, die nach dem Besuch einer angrenzenden Diskothek über den Zaun geworfen werden. »Vielleicht muss man sich künftig generell mehr Gedanken machen und noch genauer hinschauen«, so Amschler. »Je mehr solche Feiern aus dem Ruder laufen, umso schwieriger wird es für die Zukunft.« Immerhin entstehe dadurch ein negatives Bild über die Abiturienten, das auch vorurteilsbeladen ist.

Müll inzwischen beseitigt: Einige Scherben blieben

Die Spuren der Feier am vergangenen Wochenende wurden inzwischen beseitigt. »Die Mitarbeiter des Städtischen Bauhofs waren stundenlang mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. In mühevoller Kleinstarbeit sammelten sie mit der Hand die Scherben auf.«, so Carola Westermeier, Pressereferentin der Stadt Traunstein. »Wir konnten den Müll nicht ewig liegen lassen«, sagte sie auf die Nachfrage, ob auch Verursacher mitgeholfen haben. »Der Gedanke war da, aber die Schüler hätten gar nicht mithelfen können, immerhin sind sie nicht mehr an der Schule.«

Dass bei der Aufräumaktion nicht alle Scherben aufgesammelt werden konnten, zeigt unser Bild. »Es ist ein Fass ohne Boden, zumal schon wieder Müll dort entdeckt wurden«, so Westermeier. Gefährlich ist, dass viele Scherben erst bei genauem Hinsehen auffallen. Daraus ergibt sich eine große Gefahr für spielende Kinder und Spaziergänger mit Hunden.

»Die Kosten der Aufräumaktion liegen bei 600 bis 700 Euro«, so Carola Westermeier. Wer dafür aufkommt, ist noch offen. Es wurde ein sogenanntes Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. »Von einigen Schülern sind Namen bekannt, doch kann man diese nicht für eine so große Gruppe zur Verantwortung ziehen«, äußerte sich Carola Westermeier. Trotzdem wollen die Schüler für den Schaden aufkommen: Im Schulforum Ende Juni soll an der FOS/BOS darüber beraten werden, ob sie nicht doch die Kosten übernehmen oder wie der Schaden sonst wiedergutgemacht werden kann, damit wieder ein positiveres Bild entsteht. »Eine Wiedergutmachung von Seiten der Schüler ist angedacht«, so Barbara Spöttl, die bereits erste Gespräche geführt hat.

Seitens der Stadt werde man laut Westermeier nun auch noch einmal versuchen, an die Schulen im Stadtgebiet heranzutreten und Gespräche zu führen, damit exzessive Feiern, die dermaßen ausarten, verhindert werden können. »Wir können nur an die Schüler appellieren, dass sie, wenn sie feiern, ihren Müll auch wieder mitnehmen. Verbieten wollen wir solche Feiern nämlich nicht«, so Carola Westermeier. jar

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