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»Es hat sich in der Pflege viel verändert«

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Beim Abschied von Johanna Moherndl von den Kollegen kam bei so manchem Wehmut auf. (Foto: AWO)

Traunreut – Johanna Moherndl war 40 Jahre lang engagierte Mitarbeiterin im AWO-Seniorenzentrum Traunreut und davon die Hälfte als Pflegedienstleiterin (PDL) in einer verantwortungsvollen Position. In diesen vier Jahrzehnten hat sich einiges getan und die Traunreuterin betont: »Gott sei Dank hat sich in der Pflege viel verändert, es gab ein stetiges Voranschreiten zum Vorteil der zu pflegenden Menschen.«


Ihr ganzes Arbeitsleben lang war Johanna Moherndl bei der AWO beschäftigt. Sie startete 1972 als Hauswirtschafterin im AWO-Familienerholungsheim in Oberbrunn, begann 1978 mit der Ausbildung zur Altenpflegerin und kam 1979 für den praktischen Teil der Lehre in das Seniorenzentrum nach Traunreut, das erst ein Jahr zuvor eröffnet hatte. Noch während ihrer Ausbildungszeit baute sie damals zusammen mit der Einrichtungsleitung den ambulanten Dienst auf, in dem sie dann einige Jahre neben der Arbeit in der neu entstandenen Kurzzeitpflege im Heim tätig war. Damals konnte man noch beide Bereiche gleichzeitig abdecken, da sie erst ganz am Anfang waren und teilweise nur jeweils zwei bis drei Personen zu betreuen waren. 1999 übernahm sie die Aufgabe der PDL im Seniorenzentrum und damit ein großes Aufgabenfeld. Sie wurde zum Bindeglied zwischen Einrichtungsleitung und Personal.

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Eine nicht ganz einfache Tätigkeit, die viel Fingerspitzengefühl verlangt. »Ich musste dem Personal auch manchmal viel abverlangen in Zeiten, in denen mehrere in Urlaub oder krank waren.« Ihr kam dabei zugute, dass sie die Mitarbeiter sehr gut kannte und genau wusste, wem sie was auferlegen konnte, wo sie Rücksicht auf die private Situation nehmen musste und wie sie mit jeder und jedem Einzelnen umgehen musste. »Es hat mich oft schlaflose Nächte gekostet«, erinnert sie sich.

Als einen Meilenstein in den vergangenen vier Jahrzehnten ihrer Tätigkeit sieht Johanna Moherndl auch die Einführung des Sozialdienstes an zum Wohle der Betreuten. Früher hätten die Mitarbeiter neben der Pflege auch die Beschäftigung der Bewohner übernommen, mit ihnen gespielt oder gebastelt. Heute wäre das unvorstellbar und es sei gut, dass der Sozialdienst viele wichtige Aufgaben übernimmt. »Die Sozialpädagogen zeigen den Pflegekräften auch oft ganz andere Sichtweisen und Blickwinkel auf, das ist gut so«, erklärt die scheidende Pflegedienstleiterin.

Nach 47 Arbeitsjahren und davon 40 im Traunreuter Seniorenzentrum stellt sie zum Abschied fest: »Es war eine schöne Zeit. Aber für mich fängt jetzt ein neuer Abschnitt an, den ich so gestalten kann, wie ich will.« Vor allem freut sie sich auf mehr Zeit mit der Familie, mit ihrem Enkel, denn »die Familie fällt bei dieser Arbeit doch oft nach hinten runter, muss zurückstecken«. Beim Abschied von den Bewohnern und den Mitarbeitern war manchen etwas wehmütig zumute und sie können sich das Haus ohne »Hanni« noch gar nicht so recht vorstellen. Ihre Nachfolge trat Irmgard Weber an, die ebenfalls schon viele Jahre bei der AWO in verschiedenen Einrichtungen tätig war. Die Traunreuter Einrichtungsleiterin Nanni Oster freut sich auf die Bereicherung und neue Sichtweisen, die die jetzige PDL einbringen wird. mix