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Es gibt noch viele freie Ausbildungsplätze

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Heute beginnt das neue Ausbildungsjahr. Der Beruf des Mechatronikers gehört dabei zu den beliebtesten Ausbildungsberufen in Traunstein. Insgesamt aber gibt es im Landkreis Traunstein – und auch im Berchtesgadener Land – noch viele offene Lehrstellen.

Traunstein – Die Betriebe im Landkreis Traunstein haben große Mühe, genügend Auszubildende zu finden. Am heutigen Donnerstag beginnt das neue Ausbildungsjahr – und es sind noch 325 Lehrstellen frei. Ähnlich sieht es im Berchtesgadener Land aus: Dort gibt es mit 232 offenen Stellen auch deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Nach Meinung von Nikolaus Binder von der Industrie- und Handelskammer (IHK) sind die rückläufigen Zahlen der Schulabgänger von Mittel- und Realschulen mit ein Grund für den Bewerberengpass.


»Zu den ungeliebten Berufen gehören die Lebensmittelhersteller und die Speisenbereiter«, weiß Brigitta Teder von der Agentur für Arbeit – also die Berufe Koch, Metzger und Bäcker. Gute Chancen, noch eine Stelle zu bekommen, gebe es auch im Bereich Hotellerie und Gastronomie. Im Landkreis Traunstein seien in diesem Bereich noch 30 Stellen offen, im Berchtesgadener Land 22, so die Pressesprecherin der Arbeitsagentur.

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Anstrengender und anspruchsvoller Beruf

»Auffallend in den letzten Jahren ist auch die hohe Zahl an unbesetzten Ausbildungsstellen bei Heizung- und Klimatechnik«, sagt Brigitta Teder. Dies sei ein Beruf, der körperlich anstrengend und durch neue Energietechniken auch sehr anspruchsvoll sei.

Im Großen und Ganzen gebe es in fast allen Bereichen mehr Ausbildungsstellen als Bewerber. Eine Ausnahme bilde im Landkreis Berchtesgadener Land die Ausbildung im Berufsbereich »Tourismus und Sport«. »Dort suchen noch vier junge Menschen.« Im Landkreis Traunstein gebe es in den Berufsbereichen Energietechnik, Technischer Zeichner und Bürokaufleute mehr Bewerber als Stellen.

Nikolaus Binder, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Traunstein, ist trotzdem von dem Modell Ausbildung überzeugt. »Eine erfolgreiche Ausbildung ist der beste Start in das Berufsleben. Denn mit einer Lehre in der Tasche stehen alle weiteren Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung oder auch ein Studium offen.«

Unklare Berufsvorstellungen sind das größte Hindernis

Wichtig sei, dass sich die Schüler intensiv mit dem persönlichen Berufswunsch beschäftigen. »Denn gibt es in der Ausbildung Probleme, nennen in einer IHK-Umfrage 72 Prozent der Betriebe die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger als größtes Hindernis«, sagt Nikolaus Binder.

Insgesamt treten mit Beginn des heutigen Ausbildungsjahres 606 Jugendliche eine Lehre bei IHK-zugehörigen Unternehmen im Landkreis Traunstein an, wie aus der Zwischenbilanz der IHK für München und Oberbayern hervorgeht. Die Situation ist damit gegenüber 2015 nahezu gleich geblieben: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl an Ausbildungsverträgen um 2,2 Prozent gesunken. Vor Jahresfrist meldete die IHK einen Zuwachs von 0,5 Prozent.

Die Top fünf der Ausbildungsberufe

Die Top fünf der IHK-Ausbildungsberufe in Traunstein sind Einzelhandelskaufleute, Industriemechaniker, Kaufleute im Groß- und Außenhandel, Mechatroniker und Bürokaufleute.

Nach Meinung von Nikolaus Binder sind die rückläufigen Zahlen der Schulabgänger von Mittel- und Realschulen ein Grund für den Bewerberengpass. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 56 Prozent.

Brigitta Teder von der Arbeitsagentur betont, dass – obwohl ja heute Ausbildungsstart ist – »noch einiges geht«. Je nach Unternehmen und Engagement des Auszubildenden sei es durchaus möglich, bis Ende Oktober/Anfang November noch eine Ausbildung zu starten. KR

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