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Es gibt keine Pläne mehr von der Haslacher Schule

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Foto: Symbolbild, pixabay

Traunstein – »Das gibt's doch nicht! So ein Murks! Dieser Architekt sollte keine öffentlichen Aufträge mehr kriegen!« schimpfte Wolfgang Osenstätter (CSU) in der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses.


Offenbar existieren die Pläne vom Haslacher Schulhaus nicht mehr. Nach lebhafter Debatte stimmte der Ausschuss – vorbehaltlich der Zustimmung des Stadtrats am morgigen Donnerstag – der Kostenberechnung von 577 800 Euro zu.

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Wie Architekt Frank Wimmer aus Rosenheim erklärte, habe man sich bei der ersten Kostenschätzung für die Sanierung des Schuldachs von rund 476 000 Euro an statistischen Erfahrungswerten orientiert. »Die Krux ist: es gibt keine Bestandspläne mehr. Vieles beruht also auf Annahmen.« Bei der Sichtung Anfang März sei man zu verschiedenen Erkenntnissen gelangt. So verlaufe die Elektroverkabelung in der Dachkonstruktion, die Tragfähigkeit sei ausgelastet und auch die Wärmedämmung sei »sehr mickrig«.

Man könne nicht sagen, wie viel Aufwand es sei, die Verkabelung zurückzubauen. Auch seien die Dachflächen um 25 Prozent größer als zunächst angenommen. Zudem hätten sowohl ein beteiligter Bauphysiker als auch ein Dachdecker zu einem Edelstahldach geraten, allein schon wegen der Haltbarkeit von nur rund 25 Jahren beim Foliendach gegenüber 40, 50 Jahren beim Edelstahldach. Dennoch blieben weitere Unsicherheiten, die erst im Zuge der Bauarbeiten auftreten könnten.

»Irgendwer hat doch des verschwinden lassen! Des gibt's doch nicht«, machte Wolfgang Osenstätter daraufhin seinem Ärger Luft. »Wozu gibt's denn Mikroverfilmung?« fragte er auf den Einwand der Stadtverwaltung, dass es üblich sei, Pläne aus Platzgründen nach zehn Jahren zu vernichten. »Sowas darf auch uns nicht mehr passieren«, so Osenstätter. Dem hielt Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) entgegen, dass extra jemand eingestellt werden müsste, der alle Pläne verfilmt. Und Wimmer ergänzte: »Weder die Zimmerei noch den Metallbaubetrieb gibt es noch. Da war nichts mehr zu holen.«

Auch Ernst Harrecker (CSU) beklagte, beim Bau des rund 20 Jahre alten Schulhauses »ist von Haus aus gemurkst worden. »Nach zehn Jahren ist es schon nass eingegangen.« Auch er selbst sei – weil vom Schreibtisch aus so geplant – zum Bau eines Flachdachs verpflichtet worden. »Und da ist es zuerst nass eingegangen. Schauen wir, dass wir das dicht kriegen, und zwar in guter Qualität«, appellierte er an die Ausschuss-Kollegen zur Zustimmung. »Und den Plan gut aufheben«, ergänzte zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU) und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. coho