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»Es gibt in nahezu allen Gemeinden eine Krippe«

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Mittagessen in der Kinderkrippe des städtischen Kindergartens in Traunstein: Colin, Daniel und Raphaela (von links) lassen es sich schmecken. (Foto: Reiter)

Traunstein. Colin nimmt einen Schluck aus seiner Trinkflasche, Daniel pickt sich eine Kartoffel aus dem Gemüseauflauf und Raphaela schiebt sich einen großen Löffel davon in den Mund – es ist Mittagszeit in der »Wassertröpfchengruppe« der städtischen Kinderkrippe in Traunstein. Die Eltern der zwei Buben und des Mädchens mussten nicht lange suchen, um dort einen Krippenplatz zu bekommen. Denn in der Großen Kreisstadt ist das kein Problem. Und auch in den anderen Städten und Gemeinden des Landkreises Traunstein und des Berchtesgadener Landes sieht es in der Regel gut aus. Ein halbes Jahr nachdem der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz beschlossen wurde, kann man zumindest für unsere Region sagen: Die Aufregung und die Angst vor einer möglichen Klagewelle waren umsonst.


»Es gibt in nahezu allen Gemeinden eine Krippe«, sagt Mathias Kunz, Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familie im Landkreis Berchtesgadener Land. Und sein Kollege aus dem Landkreis Traunstein, Karl Bodensteiner, betont: Auch wenn es in manchen Gemeinden noch keine Krippe gebe, »heißt das natürlich nicht, dass unter Dreijährige dort keinen Betreuungsplatz haben.« Denn Kinder aus Gemeinden ohne Krippe würden beispielsweise auch in klassischen Kindergärten aufgenommen, wenn dort Platz sei. Eine weitere Möglichkeit sei die Betreuung durch eine Tagesmutter, »und natürlich sehen sich Eltern auch in Nachbargemeinden um.« Im Großen und Ganzen könne man sagen, »dass der Landkreis Traunstein im Moment wirklich gut aufgestellt ist«, betont der Stellvertretende Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familie, Karl Bodensteiner. Er wisse derzeit von keinem Fall, wo es Probleme gebe.

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»Wir können sagen, dass im Landkreis Berchtesgadener Land jede Familie einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren bekommt, die einen braucht«, sagt auch Mathias Kunz. Klagen habe es keine Einzige gegeben.

Das trifft auch auf den Landkreis Traunstein zu. Dort werden derzeit ein Drittel der unter dreijährigen Kinder in Krippen, Kitas oder von Tagesmüttern betreut. Es sei deutlich zu spüren, dass sich hier etwas verändere, sagt Karl Bodensteiner. »Früher war es eher verpönt, dass Kinder so früh in die Krippe kommen. Jetzt findet hier ein Umdenken statt.« Immer mehr Familien würden ihre Kinder in die Krippe geben, der Bedarf steige stetig an. Doch insgesamt sei es schwierig, genaue Vorhersagen zu machen. »Alle Gemeinden wollen dem Anspruch auf Betreuung gerecht werden, aber gleichzeitig keine Fehlinvestition verursachen. Vor diesem Hintergrund ist es schade, dass die Finanzhilfen des Bundes zum Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder zeitlich limitiert waren. Denn es wird noch dauern, bis sich die Bedarfsquoten weniger dynamisch entwickeln«, sagt Karl Bodensteiner. Meist seien die Zahlen überholt, wenn der ursprünglich ermittelte Bedarf durch den Ausbau der Plätze gedeckt ist. Für die Träger der Krippen, die nicht ausgelastet sind, könnten die dadurch entstehenden Kosten zu einem Problem werden.

Im Landkreis Berchtesgadener Land gibt es derzeit rund 500 Krippenplätze und im Landkreis Traunstein 1014 (Stand Oktober 2013). KR