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»Es funktioniert nur gemeinsam«

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Der Leiter des Bezirksmusikverbands für den Chiem- und Rupertigau, Robert Koch, sprach auf der Hauptversammlung zu den 74  Delegierten aus 43 Kapellen. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Ein volles Programm gab es auf der Jahreshauptversammlung des Bezirksmusikverbands für den Chiem- und Rupertigau in der Turn- und Mehrzweckhalle Grabenstätt. »Der Verband funktioniert so gut, wie das Engagement von uns allen ist«, stellte Bezirksleiter Robert Koch beim vorangegangenen Workshop klar. Der Bezirksmusikverband und seine 58 Musikkapellen müssten sich als Einheit sehen, denn nur dann könne man weithin die anstehenden Projekte und Aufgaben auch bestmöglich meistern. Auch die Interessensvertretung gegenüber den öffentlichen Institutionen wie dem Dirigenten- und dem Instrumentenzuschuss, der Gema oder der Künstlersozialkasse funktioniere eben nur gemeinsam, so Koch.


In seinem Jahresbericht verwies er auf die Musikerleistungsabzeichen in Surheim und in Grassau mit insgesamt 190 Teilnehmern. Ein Dank galt hier den Organisatoren Franz Hager, Thomas Egger und Wolfgang Neumeier. Bei den Workshops habe man drei Angebote ausschreiben können, Tuba mit Peter Laib, einen Lehrgang mit vier Dozenten der Original Egerländer und einen Workshop mit Andreas Horber zum Thema Versicherungen.

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Koch erinnerte auch an die im Mai veranstaltete Konzertwertung mit rund zehn Musikkapellen, die von der Stadtkapelle Laufen bestens organisiert worden sei. Ein Sonderlob verteilte der Bezirksvorsitzende an die Musikkapelle Nußdorf, die das 49. Bezirksmusikfest in Nußdorf perfekt über die Bühne gebracht habe. »Wir werden uns alle gerne an das Fest zurückerinnern«, so Koch.

Auch im neuen Jahr werden man wieder etliche Workshops ausschreiben, darunter einen zum Thema Stabspiele am 4. Februar beim neuen Kooperationspartner Musikhaus Öllerer in Freilassing mit Florian Müller vom Mozarteum Salzburg und am 18. März einen Rhetorikworkshop. Des Weiteren geplant seien zwei Musikerleistungsabzeichen-Lehrgänge und eine Marschwertung am 7. Mai mit der Stadtkapelle Trostberg. »Dafür brauchen wir aber bis zum 31. Januar 2017 noch dringend Anmeldungen«, so Koch.

2018 gibt es kein Bezirksmusikfest

Höhepunkt sei heuer das 50. Bezirksmusikfest am 2. Juli in Grabenstätt. Mangels Ausrichter werde es 2018 leider kein Bezirksmusikfest geben. Das 51. Bezirksmusikfest wird 2019 die Musikkapelle Altenmarkt ausrichten, und für das Bezirksmusikfest 2020 gab die Musikkapelle Schnaitsee eine gelungene Bewerbung ab. »Ich bin begeistert, das war grandios«, kommentierte Koch deren Videopräsentation. Die Vergabe erfolgte einstimmig.

»Im sinfonischen Blasorchester Chiem- und Rupertigau haben wir derzeit 50 ambitionierte Musikanten aus 13 Musikkapellen«, berichtete Bezirksdirigent Wolfgang Nobis und verwies auf die Konzerte 2106 auf Schloss Pertenstein und in der Salzachhalle Laufen. Bei den Benefizkonzerten konnten für das Netzwerk Hospiz rund 3300 Euro eingespielt werden. Auch in diesem Jahr sind wieder zwei Konzerte, am 10. März in Laufen und am 25. März in Berchtesgaden, geplant.

Heuer wieder Bezirksjugendorchester

Vor Beginn der Festsaison werde man wieder Stabführer- und Dirigentenlehrgänge durchführen, so der stellvertretende Bezirksdirigent Bernhard Rehrl. Die Instrumentenlehrgänge nähmen die Musikkapellen in bewährter Weise selbst in die Hand. »Nachdem wir 2014 und 2015 das Bezirksjugendorchester veranstalten konnten, haben wir es 2016 leider absagen müssen, weil wir für das Register Schlagzeug keine Anmeldungen hatten und für das Tiefe Blech zu wenige«, bedauerte Koch in Vertretung für Bezirksjugendleiterin Jana Voburger und deren Stellvertreterin Lisa Flossmann.

Da man gleich zu den Planungen für 2017 übergegangen sei, könne man bereits jetzt mit der Bewerbung des Orchesters beginnen. »Die Voraussetzungen sind heuer optimal«, so Koch. Das Bezirksjugendorchester biete unter der Leitung von Dirigentin Martina Forster jungen Musikern aus der Region eine Plattform, um sich persönlich und musikalisch weiterzuentwickeln.

»Wir schauen, dass wir euch, wo es geht, unterstützen«, versprach der Vizepräsident des Musikbunds von Ober- und Niederbayern, Florian Bauer. Ihm habe es sehr gut gefallen, dass der Bezirksmusikverband für den Chiem- und Rupertigau heute im Rahmen eines Vorstände-Workshops offen und ehrlich darüber diskutiert habe, was man besser machen könne. »Bleibt dran, dann geht das in die richtige Richtung«, so Bauer.

Mit der Einführung der Musikerleistungsabzeichen »Bronze plus« quasi als Zwischenprüfung zwischen Bronze und Silber wolle man erreichen, dass mehr Musikanten nach dem erworbenen Bronze-Abzeichen weitermachen. Auch das Pilotprojekt Musikerleistungsabzeichen »Gold plus« müsse sich erst bewähren, so Bauer. Bezirksgeschäftsführer Franz Hager konnte ein Plus in der Kasse des Verbands von 4576 Euro vermelden.

Schützinger ist »stolz, Schirmherr sein zu dürfen«

Der Grabenstätter Bürgermeister Georg Schützinger warb für die Festwoche zum 125-jährigen Bestehen der Musikkapelle Grabenstätt samt 50. Bezirksmusikfest vom 28. Juni bis 3. Juli: »Ich freue mich riesig mit den Musikanten und dem Musikverein auf das Jubiläum und bin stolz, Schirmherr sein zu dürfen«.

Die Förderung des Kulturguts, der Tradition und des Brauchtums seien dem Bezirk sehr wichtig, so Bezirksrätin Annemarie Funke. »Es ist schön zu sehen, dass es bei uns in der Region so viele Musikanten und Musikkapellen gibt«, freute sich die stellvertretende Traunsteiner Landrätin, Resi Schmidhuber, und stellte klar: »Die Musik verbindet, vermittelt ein positives Lebensgefühl und ist elementarer Bestandteil unserer Kultur.«

Vor der Bezirksversammlung hatte in der Turnhalle außerdem ein Dirigenten-Workshop mit Verbandsjugendleiter Benedikt Paul und der Musikkapelle Grabenstätt stattgefunden. mmü