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Es darf trotzdem gelacht werden

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Einer der Cartoons der Ausstellung »Mit Behinderungen ist zu rechnen« von Phil Hubbe. (Foto: T. Eder)

Grassau. Makaber, originell, situationsbedingt oder einfach nur lustig – so wurden die 40 Cartoons von Phil Hubbe bei der Vernissage in Grassau bezeichnet. Alle Cartoons befassen sich mit gehandicapten Menschen in besonderen Situationen. Wer aber letztendlich bei diesen Zeichnungen der »Bedauernswerte« ist, zeigt sich bei genauerer Betrachtung. Die Ausstellung ist bis zum 11. April zu den Öffnungszeiten der Touristinformation sowie samstags, und sonntags von 14 bis 16.30 Uhr im Ausstellungsraum im ersten Stock der Touristinformation zu sehen.


Auf Initiative des Seniorenbeauftragten Rudi Klingler in Zusammenarbeit mit dem VdK Grassau und hier Franz Heuberger war es möglich, diese einzigartige und völlig andere Ausstellung zu zeigen. »Mit Behinderungen ist zu rechnen« wurde die Ausstellung betitelt und gleichzeitig gefragt, ob man über Behinderte Witze machen darf. Allerdings drängt sich einem beim Betrachten der Bilder auch eine weitere Frage auf. Denn viele Karikaturen zielen gleichzeitig auch auf die »Blindheit« Sehender – und letztlich lacht dann doch jeder über jeden oder sogar über sich selbst.

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Die Integrationsklassen der Grund- und Mittelschule eröffneten mit ihren lustigen Liedern die Ausstellung. Dies mache Sinn, so betonte Rudi Klingler, denn auch hier gehe es um Inklusion statt Ausgrenzung. »Darf man über Behinderte Witze machen?«, fragte auch 2. Bürgermeister Sepp Grießenböck, der dies klar bejahte, denn es gebe fast über alles und jeden Witze und dies sei auch Integration. Grassau bemühe sich bei Planungen, bei Bauvorhaben, bei Straßen- und Ortskernsanierungen, auf die Belange von gehandicapten Menschen einzugehen. »Wir sind auf dem Stand der Zeit und doch ist noch einiges zu machen«, so Grießenböck.

Der Titel der Ausstellung »Mit Behinderungen ist zu rechnen«, so die ehemalige Behindertenbeauftragte Christine Marino, habe sie riesig gefreut, denn dies sei eine statistische, gesundheitliche, medizinische, organisatorische, technische, finanzielle, ethische, moralische, religiöse und letztlich auch politische Aussage.

Letztlich kam der Künstler selbst zu Wort. Der 48-jährige Phil Hubbe aus Magdeburg ist mit 26 Jahren selbst an Multiple Sklerose erkrankt und zeichnet seit 14 Jahren Cartoons über Situationen mit Behinderten. Freunde und Kollegen hatten ihn dazu ermutigt und fanden die Zeichnungen gut. Oft stammen die Ideen für die Cartoons von gehandicapten Personen, so Hubbe. Er macht sich natürlich nicht über Menschen mit Behinderungen lustig, sondern über Situationen, die er satirisch überzeichnet. tb