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Erweiterung des Seniorenheims diskutiert

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Die enge Bebauung zwischen Seniorenheim (links) und der Nachbarschaft wirft bei den Erweiterungsplänen in Unterwössen Probleme auf. (Foto: vom Dorp)

Unterwössen – »Wir müssen alle Interessen im Blickfeld haben.« So lautete das Fazit von Bürgermeister Ludwig Entfellner nach einem Ortstermin des Gemeinderats im Senioren- und Pflegeheim. Wie berichtet, hatte sich das Gremium in der vorangegangenen Sitzung dafür ausgesprochen, sich vor den geplanten Erweiterungen des Hauses über die Gegebenheiten zu informieren.


Als nächster Schritt soll nun ein Vorhaben- und Erschließungsplan erarbeitet werden, in dem die unterschiedlichen Interessen der Senioren, Betreiber, Gemeinde und Nachbarn Berücksichtigung finden.

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Vor allem, um dem neuen bayerischen Pflege- und Wohnqualitätsgesetz von 2014 gerecht zu werden, hatte die Senioren- und Pflegeheim Unterwössen GbR Erweiterungspläne des bestehenden Hauses vorgelegt und eine Änderung des Bebauungsplans »Ortszentrum« angestrengt.

Das zentrale Anliegen der Betreiber sind mehr Einzelzimmer und damit der Ausbau von bisher 79 Betten in Ein-, Zwei- und Dreibettzimmern auf 84 in Ein- und Zweibettzimmern. Dreibettzimmer darf es nach dem neuen Gesetz nicht mehr geben.

Aufgrund des damit verbundenen, größeren Raumbedarfs sieht die Planung vor, den mittleren Bereich des bisher erdgeschossigen südwestlichen Gebäudeteils um drei Stockwerke aufzustocken. Die beiden seitlichen Anbauten sollen eingeschossig bleiben. Zusätzlich soll ein neuer Verbindungsgang im ersten Stock den Zugang zum östlichen Gebäudeteil ermöglichen.

Diese Pläne sind vor und auch während des Ortstermins auf den Widerstand der Nachbarn gestoßen. Wegen der engen Bebauung befürchten sie vor allem eine vermehrte Lärm- und Geruchsbelästigung des Zulieferverkehrs, steigende Emissionsprobleme und den Verlust der Privatsphäre in ihren Gärten.

Wie Entfellner ausführte, hatte das Landratsamt in Vorgesprächen die Modernisierung generell begrüßt. Auch er selbst sieht darin positive Aspekte, wie die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben, eine Qualitätssicherung, die Sicherung von derzeit 52 Vollarbeitsstellen und von vorrangigen Belegungsrechten für Unterwössner Bürger.

Kompromissbereitschaft auf verschiedenen Seiten

Bei einem Rundgang durch Haus und Außenanlagen sowie Erläuterungen des Architekten für machbare Lösungen ergab sich eine grundsätzliche Kompromissbereitschaft auf den verschiedenen Seiten. Einzelheiten, und wie diese konkret umgesetzt werden können, sollen nun in der nächsten Zeit weiter entwickelt und in einem Durchführungsvertrag festgehalten werden, ehe es später zu einer Änderung des Bebauungsplans kommt. bvd

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