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Erstmals schwarze Zahlen bei den Kliniken Südostbayern

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Stellten die Zahlen der Kliniken Südostbayern AG vor (von links): Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher, Landrat Sigi Walch, Vorstand Elisabeth Ulmer, Landrat Georg Grabner und Medizinischer Direktor Dr. Stefan Paech. (Foto: Mergenthal)

Die Talsohle ist durchschritten: Erstmals seit der Fusion im Jahr 2009 schreibt die Kreiskliniken Südostbayern AG schwarze Zahlen. »Wir haben drei anstrengende und in Teilen schmerzhafte Jahre hinter uns. Die harte Arbeit aller Beteiligten hat sich gelohnt«, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher in der Hauptversammlung im Poststall Teisendorf. Der Jahresbericht 2017 weist ein Jahresergebnis von plus 212 000 Euro auf.


In dem harten, schwierigen Konsolidierungs- und Sanierungsprozess sei »eine Reihe von Baustellen abgearbeitet« worden. Nun habe man wieder Raum für die Gestaltung der Zukunft. »Wir wollen ja nicht stehen bleiben, sondern unsere Kliniken weiter entwickeln«, betonte Landrat Georg Grabner. Ein Einbruch wie noch vor einigen Jahren dürfe nicht mehr passieren, ergänzte der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch. »Wir müssen auf diesem Kurs bleiben und alle sechs Standorte halten, im Sinne der Arbeitsplatzsicherheit für die Mitarbeiter.« Klar bekannten sich beide auch zur kommunalen Trägerschaft und versprachen Unterstützung bei anstehenden Investitionen.

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Die Landräte und der Geschäftsführende Vorstand waren sich einig, dass die Fusion der richtige Schritt gewesen sei und dass die Trennung zwischen den Landkreisen nicht mehr spürbar sei. Unisono zollten sie den Beschäftigten großes Lob und Respekt für ihre engagierte und hervorragende Arbeit und das Mittragen des Konsolidierungsprozesses.

Der »Verbundgedanke« ist für Dr. Gretscher Grundlage für den Erfolg. Zukunftsaufgaben seien die intensive weitere Arbeit an den Strukturen, etwa die Abstimmung zwischen den Berufsgruppen, um die Patienten noch effektiver versorgen zu können, die Digitalisierung und Einbeziehung künstlicher Intelligenz zur Entlastung der Mitarbeiter bei komplexen Prozessen sowie Baumaßnahmen. Sanierungs- Erweiterungs- und Umbauarbeiten seien in Ruhpolding und Traunstein, später auch in Bad Reichenhall geplant. Wie viel die Landkreise zu den Investitionen zuschießen, ist laut Grabner mangels entsprechender Beschlüsse noch offen.

90 Vollzeitkräfte zusätzlich nötig in Traunstein

Wegen der für Mitte des Jahres erwarteten neuen gesetzlichen Regelung der Mindestbesetzung – eine Kraft im Nachtdienst darf dann nicht mehr elf, sondern nur noch neun Patienten betreuen und eine Intensivkraft statt bis zu vier nur noch zwei Patienten – sind laut Vorstand Elisabeth Ulmer allein in Traunstein 90 Vollzeitkräfte zusätzlich nötig und in den restlichen Kliniken insgesamt weitere 90. Ulmer riet auch dazu, jetzt schon den Wegfall vieler Mitarbeiter beim Renteneintritt der Babyboomer ab 2030 im Blick zu haben.

Erfreut zeigte sich Ulmer über die niedrige Mitarbeiterfluktuation. »Wir investieren viel in die Fort- und Weiterbildung«, betonte sie. Dieses Angebot am unternehmenseigenen »hervorragenden Bildungszentrum« komme gut an und verstärke die Mitarbeiterbindung. Viele andere Kliniken hingegen hätten in den vergangenen Jahren ihre Ausbildungszentren aus Spargründen geschlossen. Auch die Krankenpflegeschule in Bad Reichenhall werde im Oktober wieder eröffnet. »Unsere Arbeitsplätze sind sehr sicher und konjunkturunabhängig«, ergänzte Gretscher. Dass der Kreis Traunstein ein Personalwohnheim mit kostengünstigem Wohnraum schafft, sieht Landrat Siegfried Walch als Plus bei der Anwerbung von Personal. Ein Problem bleibe aber, dass die gesetzlich vorgeschriebene Preissteigerung für Krankenhausleistungen hinter den Tariferhöhungen beim Personal – heuer 3,2 Prozent und bis 2020 über 7,5 Prozent – zurückbleibt.

Mehr Patienten wurden versorgt

Die Kliniken Südostbayern AG hat als einer der größten Arbeitgeber in der Region derzeit etwa 3800 Mitarbeiter an den Kreiskliniken Bad Reichenhall, Berchtesgaden, Freilassing, Traunstein, Trostberg und Ruhpolding. Gesellschafter sind der Landkreis Traunstein zu 76 Prozent und der Landkreis Berchtesgadener Land zu 33 Prozent. 2017 lag der Umsatz bei über einer Viertelmilliarde Euro. Die betrieblichen Erträge betrugen gut 263,25 Millionen Euro und die betrieblichen Aufwändungen 259,74 Millionen Euro, sodass aus dem laufenden Betrieb etwa 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet wurden. Nach Abzug von Investitionen, Zinsen, Abschreibungen und Steuern bleibt ein Jahresergebnis von 212 000 Euro. Vergangenes Jahr machte die Kliniken Südostbayern AG noch ein Minus von 600 000 Euro.

An den sechs Häusern wurden etwa 60 000 Patienten stationär und etwa 100 000 ambulant versorgt – das sind 1,5 Prozent mehr im stationären und über sieben Prozent mehr im ambulanten Bereich.

Der Aufsichtsratsvorsitz ging für die nächsten zwei Jahre turnusgemäß vom Traunsteiner Landrat Sigi Walch an den Berchtesgadener Landrat Georg Grabner über. vm

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