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Erstmals gibt es vier gebundene Ganztagsklassen

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Das Angebot der Mittagsbetreuung ist immer mehr gefragt in Traunstein. An der Ludwig-Thoma-Schule in Traunstein wird im kommenden Schuljahr mit 117 zu betreuenden Schülern ein Höchststand erreicht. Aber auch an der Grundschule Haslach sind ab dem neuen Schuljahr 65 Kinder angemeldet.

Traunstein – Auch im kommenden Schuljahr gibt es an der Ludwig-Thoma-Grundschule in der ersten Jahrgangsstufe eine gebundene Ganztagsklasse. Nun hat die Schulleitung die Fortsetzung der Trägerschaft bei der Stadt Traunstein beantragt. Damit sowie mit dem Belegungsstand der Mittagsbetreuung und der Einführung von offenen Ganztagsklassen beschäftigte sich der Traunsteiner Stadtrat.


Das Schuljahr 2016/2017 sei laut Oberbürgermeister Christian Kegel das erste, in dem vier gebundene Ganztagsklassen an der Ludwig-Thoma-Grundschule bestehen werden. Bereits im März sei von der Schulleitung die Fortsetzung der Trägerschaft für die gebundenen Ganztagsklassen beantragt worden, so Kegel weiter. Er wies darauf hin, dass die Stadt »weder eine gesetzliche Pflicht hat, diese Aufgabe zu übernehmen, noch besteht die Verpflichtung, ein entsprechendes Defizit für einen freigemeinnützigen Träger zu gewähren«.

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Der Stadtrat entschied einstimmig und ohne Diskussion, die Kooperationspartnerschaft mit der Grundschule auch im kommenden Schuljahr fortzusetzen. Eingesetzt werden – wie von der Schulleitung vorgeschlagen – fünf Mitarbeiter

Mittagsbetreuung ist immer gefragter

Darüber hinaus ging es um den Belegungsstand der Mittagsbetreuung. An der Grundschule Haslach steigt die Nachfrage nach Mittagsbetreuungsplätzen beständig. Für das kommende Schuljahr 2016/2017 sind 65 Kinder angemeldet, von denen 26 die Mittagsverpflegung in Anspruch nehmen, erklärte Kegel.

Auf hohem Niveau sei auch seit Jahren die Mittagsbetreuung an der Ludwig-Thoma-Grundschule. Im kommenden Schuljahr werde ein neuer Höchststand erreicht. Es wurden 117 Kinder angemeldet – davon 60 mit Mittagsverpflegung, so der Oberbürgermeister weiter. Das bringt Schwierigkeiten mit sich: Die hohe Zahl der Kinder führt dazu, dass bei Beibehaltung der vier Gruppen etwa 28 bis 29 Kinder pro Gruppe betreut werden müssen. Durch die hinzugekommene, gebundene Ganztagsklasse muss außerdem ein Klassenzimmer als Aufenthaltsraum abgezweigt werden, der der Mittagsbetreuung künftig nicht mehr zur Verfügung steht. Außerdem gibt es zu wenig Personal.

Auch in der Verpflegungssituation stellen die fehlenden Räume ein Problem dar. Dadurch, dass die Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule auch im kommenden Schuljahr auf die Unterrichtsküche in der Ludwig-Thoma-Grundschule angewiesen ist, kann diese nur sehr eingeschränkt für die Mittagsverpflegung genutzt werden, erklärte der Oberbürgermeister. Außerdem gibt es keinen Raum mehr, der als Speiseraum genutzt werden kann. Die einzige zur Verfügung stehende Fläche sei die Aula im Erdgeschoß der Schule.

Der Stadtrat folgte einstimmig einem Beschluss des Hauptausschusses. Im kommenden Schuljahr wird zusätzlich zu den vier bestehenden Gruppen eine fünfte Gruppe bis 13 Uhr betrieben. Dadurch entsteht Platz für 115 Kinder. Einer der größeren Räume mit 90 Quadratmetern wird geteilt, um Platz für die neue Gruppe zu schaffen. Außerdem müssen zur Betreuung zwei Kräfte mit je 17 Wochenstunden eingestellt werden. Dies sei ein guter Weg, »um die Problematik im nächsten Jahr entschärfen zu können«, so Kegel.

Nächster Schritt: offene Ganztagesschulen

Weiteres Thema war die Einführung von offenen Ganztagsklassen an den Grundschulen in Traunstein. Oberbürgermeister Christian Kegel erklärte, dass diese ein »Mittelweg zwischen Mittagsbetreuung und gebundener Ganztagsklasse« sei. Nach Ansicht der Staatsregierung stelle der Ausbau von Ganztagsangeboten einen wesentlichen Beitrag zur zukunftsorientierten Weiterentwicklung des Bildungswesens dar. Angedacht sind laut Kegel zwei Modelle: eine Kurzgruppe bis 14 Uhr und eine Langgruppe bis 16 Uhr. »Ob eine Ganztagsklasse eingeführt wird, entscheidet aber der Schulleiter«, so Kegel weiter.

Ohne Diskussion beschloss der Stadtrat, die bisherige Nachmittagsbetreuung künftig in die qualitativ höherwertige und für die Eltern kostengünstigere Variante der offenen Ganztagesschulen überzuleiten. Bis zum Abschluss der derzeitigen Bauarbeiten wird aber die derzeitige Form der Nachmittagsbetreuung aufrechterhalten. Im kommenden Schuljahr wird die Stadtverwaltung die Eltern nach Rücksprache mit den Schulleitern dann genauer über das Modell der offenen Ganztagesschule informieren. Auch der Stadtrat wird sich im Herbst erneut mit dem Thema auseinandersetzen. jar