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»Erster Meilenstein der beruflichen Zukunft«

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Herausragende Leistung gewürdigt: Innungsobermeister Ernst Mayer (rechts) und sein Stellvertreter Bernhard Fuchs ehrten die Prüfungsbesten Markus Egger (Zweiter von links) vom Ausbildungsbetrieb Bauunternehmen Josef Fuchs und Maximilian Bösch vom Bauunternehmen Johann Lamminger.

Siegsdorf. Gemäß der Jahrhunderte alten Tradition sprach die Bau-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land 38 Lehrlinge in der Ausbildungsfachrichtung Maurer nach dem erfolgreichen Ablegen der Gesellenprüfung von den Verpflichtungen des Lehrverhältnisses frei und hob sie bei der Feier im Gasthof Neue Post in Siegsdorf in den Stand der Junggesellen.


Obermeister Ernst Mayer betonte bei der Freisprechungsfeier, dass die jungen Handwerker »einen ersten Meilenstein in der beruflichen Zukunft gelegt« hätten. Für die jungen erfolgreichen Menschen stünden nun alle Tore offen, ganz gleich, ob sich diese zum Vorarbeiter, Polier oder zum Meister weiterbilden würden. Auch ein Studium zum Ingenieur sei denkbar, sagte er.

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Künftige Chancen für die Branche sah der Obermeister insbesondere auch in der Modernisierung und Sanierung von Altbauten. Hier sei es nötig, dass man die richtigen Materialen verwende und Arbeitstechniken für ein mängelfreies Gewerk bereithalte. Das Bauhandwerk sei einem permanenten Wandel unterlegen. Ein genaues Zuhören auf die Kundenwünsche, eine gute Beratung und Sauberkeit auf der Baustelle seien für die Gewinnung von dauerhaft zufriedenen Kunden erforderlich.

Landtagsabgeordneter Klaus Steiner brach eine Lanze für die berufliche Bildung. Der Grundsatz, dass eine berufliche und eine akademische Ausbildung gleichwertig seien, müsste stärker betont werden. »Wir müssen von dem Unsinn wegkommen, dass Chancen nur der hat, der eine akademische Ausbildung hat«, sagte der Landtagsabgeordnete. Gerade im Bereich Handel, Handwerk und Gewerbe bestünden aufgrund eines sich verstärkenden Fachkräftemangels gute Chancen für die jungen Handwerker, betonte Steiner.

Stellvertretender Landrat Josef Konhäuser beglückwünschte die Jung-Handwerker zu ihrem »Jubeltag«. Die jungen Menschen hätten »ein wichtiges Etappenziel in ihrer beruflichen Entwicklung geschafft«. Im gesunden Wirtschaftsraum der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land bestünde ein »guter Boden«.

Ulrich Genghammer, Schulleiter der beruflichen Schulen der Jugendsiedlung Traunreut betonte, dass die jungen Handwerker von ihren Eltern, der Schule und den Ausbildungsbetrieben das nötige Rüstzeug erhalten hätten. »Die Zukunft müsst ihr nun selbst gestalten«, sagte der Schulleiter und ermutigte die jungen Fachkräfte sich permanent weiterzubilden. Gerade auch vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden Fachkräftemangels müsse man auch die Rahmenbedingungen schaffen, dass auch Schüler und Auszubildende, die länger für ihre berufliche Entwicklung bräuchten, ihren beruflichen Weg erfolgreich gehen können.

In 12,5 Stunden eine Wand mit Türe und Bogen hochziehen

Lehrlingswart Peter Schubert erläuterte die Prüfungsinhalte der Gesellenprüfung und deren Ergebnisse. In der praktischen Prüfung musste in der Zeit von 12,5 Stunden eine Wand mit einer Türe und einem Segmentbogen hochgezogen werden. Die Lehrlinge mussten sich dabei die Arbeit selbst einteilen, um auch ein entsprechendes Zeitgefühl für die Planung und Ausführung zu bekommen.

46 Maurer sowie fünf Hochbaufacharbeiter haben im Juli und August die Zwischenprüfung gemacht. Zur Gesellenprüfung der Maurer waren im Juli 38 Teilnehmer angetreten, fünf waren es bei den Hochbaufacharbeitern. Die – für Innungsmitglieder kostenlose Gesellenprüfung – habe ohne Verwaltungsaufwand 15 000 Euro gekostet. Der Notendurchschnitt aus Theorie und Praxis lag bei 3,25.

Herausragend waren die Einser-Bewertungen der Prüfungsbesten Markus Egger vom Bauunternehmen Josef Fuchs aus Teisendorf und Maximilian Bösch vom Bauunternehmen Johann Lamminger aus Waging. Lehrlingswart Schubert lobte das gute Gesamtniveau der Gesellen: »Das Prüfungsergebnis war erfreulich.«

Nach einer kurzen würdigen Zeremonie, begleitet vom Beifall der Anwesenden wurden die ehemaligen Auszubildenden freigesprochen. Anschließend erhielten die jungen Handwerker den begehrten Gesellenbrief aus der Hand Mayers und seines Stellvertreters Bernhard Fuchs. Überreichte Maurerkellen mit Gravur sollen die Jung-Gesellen auch später noch an ihren besonderen Tag erinnern. awi

Blattl Sonntag Traunstein