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Erste Flüchtlinge in Surmühl und am Bahnhof

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Helferin Denise Lundgren (rechts) zusammen mit den vier syrischen Geschwistern (von links) Amtiaz, Mohamed, Ab del Hai und Loai. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – In den neuen Unterkünften im Teisendorfer Bahnhofsgebäude und in der Containeranlage in Surmühl sind inzwischen die ersten Asylbewerber eingetroffen. Der Helferkreis Asyl lud die Neuankömmlinge nun zu einem kleinen Willkommensempfang ins Pfarrheim Teisendorf ein.


Symbolhaft waren die Tische im Kreis aufgestellt. Gekommen waren ehrenamtliche Helfer sowie von der Asyl-Sozialberatung  der  Caritas Sarah Pietrasch und Michael Kunz, der auch den Helferkreis koordiniert, und Pfarrsekretärin Elisabeth Kaffei als Verbindungsglied zwischen Kirche und Helferkreis.

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Seit 19. Oktober sind die zwei neuen Unterkünfte in Betrieb. Damit verfügt die Gemeinde Teisendorf neben der Unterkunft an der Laufener Straße und im Achthal nun über vier Beherbergungsorte für Asylbewerber. Wie Kunz im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt berichtete, ziehen nach Teisendorf vor allem Asylbewerber, die schon länger im Land sind. Sie kommen hierher im Zuge der Umverteilung nach der Schließung anderer Unterkünfte im Berchtesgadener Land wie in Bad Reichenhall, Bischofswiesen, Berchtesgaden und Bayerisch Gmain, wo die Mietverträge auslaufen. Darüber hinaus werde es immer wieder »den einen oder anderen Neuankömmling« geben.

Im Bahnhofsgebäude haben auf drei Stockwerken bis zu 28 Menschen Platz. Bei der Surmühle ist Raum für 26 Menschen. Bisher sind im Bahnhof zwölf Personen und bei der Surmühle fünf Personen untergebracht. Ihre Herkunftsländer sind Afghanistan, Syrien, Eritrea, Nigeria, Pakistan und die Türkei. In den kommenden zwei Wochen sollen laut Kunz alle Plätze belegt sein.

Eine große afghanische Familie, die zunächst im Bahnhof untergebracht war, wurde mittlerweile nach Hammerau verlegt. Inzwischen wohnt eine syrische Familie im Bahnhofsgebäude. Die vier Kinder besuchen die Grund- und Mittelschule Teisendorf, wo es ihnen recht gut gefällt. Der Kleinste, Ab del Hai, geht in die erste Klasse und seine Brüder Mohamed und Loai in die zweite und dritte Klasse. Ihre ältere Schwester Amtiaz spricht schon gut Deutsch und ist stolze Sechstklässlerin. Der Helferkreis organisiert derzeit noch Sportsachen für die Kinder.

In der Runde im Pfarrheim gab Kunz einen Überblick über den aktuellen Stand und die Integrationsbemühungen. Auch an den zwei neuen Unterkünften seien Deutschkurse für Anfänger und Fortgeschrittene geplant. »Bis jetzt läuft die Integrationsarbeit in Teisendorf sehr positiv«, zeigte er sich erfreut. Er ist überzeugt: »Je besser die Arbeit des Helferkreises ist, desto weniger Konfliktfelder haben wir im kommunalen Bereich.«

Einige junge Männer, die in Teisendorf untergebracht sind, fühlen sich schon richtig heimisch im Ort und wollen länger bleiben, wie Waldemar aus Eritrea. Er lebt bereits in einer Privatwohnung und hat eine Arbeitsstelle im Hotel Chiemgau in Aussicht. Ein anderer Asylbewerber kann seine ersehnte Ausbildung im IT-Bereich antreten. vm