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Ersatzheim in der "Fünferpfanne"

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Im Gebäude der ehemaligen »Fünferpfanne« sind derzeit neun wohnungslose Menschen untergebracht. (Foto: Artes)

Traunstein. Sie haben keine Wohnung und dennoch ein Dach über dem Kopf. Sie sind wohnungslos, aber nicht obdachlos. Im Gebäude der ehemaligen »Fünferpfanne« auf dem Salinenareal betreut die Stadt Traunstein neun wohnungslose Menschen. Zum heutigen Tag der Wohnungslosen wollte das Traunsteiner Tagblatt wissen, an wen sich Hilfsbedürftige, die keine Wohnung haben, wenden können.


Laut der offiziellen Definition der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe in Deutschland sind Menschen wohnungslos, wenn sie über keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen und auf ordnungs- oder sozialrechtlicher Grundlage in eine kommunale Wohnung oder in ein Heim der Wohnungslosenhilfe eingewiesen werden.

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Darüber hinaus besteht Wohnungslosigkeit auch, wenn die Betroffenen in einer Notunterkunft oder als Selbstzahler in einer Billigpension leben. Wohnungslos sind zudem jene Personen, die »Platte machen«. Dies ist ein szeneüblicher Ausdruck und bedeutet, ohne jede Unterkunft auf der Straße zu leben.

In Traunstein sind derzeit neun wohnungslose Menschen im Gebäude der ehemaligen »Fünferpfanne« untergebracht. Diese Zahl ist seit Jahren konstant. »Die Unterkunft ist für Menschen gedacht, die ihre Wohnung verloren haben und Hilfe suchen«, erklärt die Pressesprecherin der Stadt Traunstein, Carola Westermeier. Unterstützung bekommt die Stadt dabei von mehreren sozialen und karitativen Vereinen. Zum Beispiel vom Diakonischen Werk Traunstein und von der Traunsteiner Brücke. Eine wichtige Anlaufstelle ist beispielsweise das Möbellager der Diakonie. »Einige Wohnungslose haben aber bereits eigene Möbel«, weiß Westermeier. Für die Stadt betreut seit 1. September Barbara Kaulfuß die neun Wohnungslosen. Sie berät die Hilfsbedürftigen in allen wesentlichen Fragen des täglichen Lebens. Zum Beispiel, was man bei Behördengängen beachten muss.

»Das oberste Ziel ist natürlich, dass diese Menschen eine neue Wohnung finden«, betont Carola Westermeier. Doch eine neue Unterkunft aufzutreiben, gestalte sich sehr schwierig. »Wir betreuen überwiegend Langzeitwohnungslose«, sagt die Sprecherin der Stadt Traunstein. Beschwerden über die Wohnungslosen habe es übrigens nie gegeben. »Da gibt es keine Probleme. Diese Leute fallen nicht negativ auf«, betont Westermeier.

Das Wichtigste sei, so Westermeier, dass sich Menschen, die in eine solche Notsituation geraten, helfen lassen. Damit sie eben nicht obdachlos werden und auf der Straße leben. Dass Menschen auf öffentlichen Plätzen schlafen, kommt in Traunstein – im Gegensatz zu Großstädten – allerdings so gut wie nie vor. Wobei es laut der Pressesprecherin hin und wieder passiere, dass Menschen, die eine Wohnung haben, trotzdem auf einer Parkbank nächtigen. »Das sind aber Sonderfälle, die zum Beispiel in Verbindung mit einer bestimmten Krankheit stehen«, erklärt Carola Westermeier. cfs