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Ernst Ziegler tritt für die SPD nochmals an

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Einstimmig ist der Zweite Bürgermeister und SPD-Fraktionsvorsitzende im Traunreuter Stadtrat, Ernst Ziegler, erneut zum Bürgermeisterkandidaten gewählt worden. (Foto: H. Eder)

Traunreut. Aller guten Dinge sind drei – hat sich wohl Ernst Ziegler (64) gedacht und seinen Hut noch einmal in den Ring geworfen. Einstimmig ist er bei der Aufstellungsversammlung der Traunreuter SPD in der Sportgaststätte zum Bürgermeisterkandidaten und Listenführer gewählt worden. Damit sieht sich Amtsinhaber Bürgermeister Franz Parzinger bei der Kommunalwahl am 16. März jetzt gleich vier Gegenkandidaten gegenüber.


Seine Entscheidung, noch einmal anzutreten, begründete Ziegler damit, dass es seiner Meinung nach unter vielen Traunreuter Bürgern den Wunsch nach einem anderen Bürgermeister gebe. Dieser Wunsch sei gerade in letzter Zeit noch viel größer geworden, meinte er. Ziegler konnte sich dann auch die Bemerkung nicht verkneifen, dass Bürgermeister Parzinger ja selber den Wunsch nach einem höheren Amt gehabt habe.

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Eine andere Rathauspolitik sei notwendig, meinte Ziegler weiter, und in einer solchen Situation müsse die SPD einen geeigneten Kandidaten stellen, einen erfahrenen Mann. Und als einen solchen sieht sich Ziegler, der seit 24 Jahren im Stadtrat sitzt, seit 22 Jahren Fraktionssprecher ist und bereits 18 Jahre auch Stellvertretender Bürgermeister ist. Dabei räumte er ein, dass es mitunter schwierig sei, den Spagat zwischen Stadtratsmitglied und Bürgermeister-Stellvertreter zu schaffen. Denn einerseits müsse er als Stellvertreter dem Bürgermeister und der Verwaltung gegenüber loyal sein, solle aber andererseits oft gegensätzliche Meinungen der Fraktion durchsetzen. »Das ist mir aber offensichtlich weitgehend gelungen«, meinte Ziegler, »denn viele Freunde haben mich ermutigt, nochmals anzutreten.« Zudem sieht er sich durch zwölf Jahre Mitgliedschaft im Kreistag auch im Landkreis gut vernetzt. Er habe, so sagte er, nie den Kontakt zu den Bürgern verloren. Zieglers Vorstellung überzeugte offenbar, denn er erhielt alle Stimmen der 32 wahlberechtigten Mitglieder.

Ebenso einstimmig wurden auch die Kandidaten für den Stadtrat gewählt. Auf der Liste sind hinter Ziegler die amtierenden Stadträte Gerti Winkels, Günther Dzial, Barbara Schmandra und Herbert Kusstatscher platziert, »aufgelockert« durch die Tanzpädagogin Alesia Grenz auf Platz vier.

Stadtrat Walter Waltrich kandidiert hingegen nicht mehr, weil er, wie er vor der Versammlung begründete, wegen seiner zahlreichen Dienstreisen zu selten an den Sitzungen teilnehmen könne. »Wenn ich was mache«, sagte Waltrich, »möchte ich es hundertprozentig machen. Aber so kann ich nicht in den Spiegel schauen.« Er werde natürlich bei der SPD bleiben und die Partei weiter unterstützen, kündigte er an.

Bis zum Platz 22 konnte das Reißverschlussprinzip durchgehalten werden, indem sich immer ein Mann und eine Frau auf den Plätzen abwechselten. Letztlich stehen damit zwölf Frauen auf der SPD-Liste, einschließlich der Ersatzkandidatin. So freute sich denn auch Bürgermeisterkandidat Ziegler, eine Liste mit 30 sehr guten Kandidaten hinter sich zu haben, die einen Querschnitt durch alle Bürger und alle Altersschichten darstelle.

Man hatte sich bei der SPD für einen etwas sperrigen Wahlmodus entschieden. Unter Leitung von Waltraud Wiesholer-Niederlöhner, der Fraktionssprecherin der SPD im Kreistag, wurde über jeden Kandidaten auf dem jeweiligen Platz mündlich abgestimmt, nachdem zuvor ebenfalls bei jedem Platz darüber abgestimmt worden war, ob darüber per Akklamation abgestimmt werden könne. Das wurde in jedem Fall genehmigt – und es gab auch weder Gegenkandidaten noch Gegenstimmen. Am Schluss wurde dann geheim über die komplette Liste abgestimmt. Alle 32 Anwesenden waren damit einverstanden.

SPD-Vorsitzender Robert Jekel lobte die Liste, auf der Bewerber aus sechs Nationen vertreten seien. Zwischen dem jüngsten und ältesten Kandidaten lägen über 50 Jahre. »Das soll man uns erst mal nachmachen«, meinte er. – Die Liste im Überblick: 1. Ernst Ziegler, 2. Gerti Winkels, 3. Günther Dzial, 4. Alesia Grenz, 5. Christian Stoib, 6. Barbara Schmandra, 7. Herbert Kusstatscher, 8. Andrea Baumann, 9. Robert Jekel, 10. Nadja Schmuljevski, 11. Viktor Moreno-Wybrecht, 12. Kerstin Klug, 13. Werner Tekeser, 14. Birgit Andersch, 15. Leo Stork, 16. Astrid Straub, 17. Ivica Doric, 18. Radojka Scholz, 19. Peter Wieser, 20. Bettina Schenk, 21. Enver Cakoli, 22. Svetlana Charalampeidis, 23. Anton Litzinger jun., 24. Mustafa Kahyaogullari, 25. Herbert Angerer, 26. Herwig Schwarz, 27. Markus Gouskos, 28. Michael Ehnes, 29. Kurt Schmoll sen., 30. Josef Nöhreiter; Ersatzkandidatin Ingrid Thois. he