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Erneut Rasierklingen in Würstchen ausgelegt

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Mit einer Rasierklinge bestückt war dieses Würstchen, das Chantal Blass gestern beim Spaziergang mit ihrem Hund in der Nähe des Edeka-Marktes in Fridolfing fand. Wie bereits vor drei Jahren hat sie auch dieses Mal Anzeige erstattet. (Foto: Blass)

Schock in Fridolfing: Schon zum wiederholten Male hat ein Unbekannter mit Rasierklingen präparierte Würstchen ausgelegt, offensichtlich mit der Absicht, den Hunden im Ort auf bestialische Art und Weise den Garaus zu machen.


»Ich war heute früh mit meiner Hündin spazieren, und da haben wir dann den Köder gefunden. Das war schon knapp, die war mit der Nase schon fast dran«, berichtet Chantal Blass aus Fridolfing. Sie hatte vor etwa drei Jahren schon einmal so einen Köder gefunden und wie damals hat sie auch gestern Anzeige erstattet.

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Sie und ihr Freund waren völlig schockiert. »Ich kann einfach nicht verstehen, wie ein Mensch so etwas tun kann. Das ist unvorstellbar!«, sagt sie. Diese Art von Ködern gebe es verstärkt im Frühjahr und im Herbst, meistens rund um den Edeka-Markt. »Ich glaub, der wohnt da oben und hat einen Riesenhass auf Hunde«, mutmaßt Blass im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Aber bisher ist Gott sei Dank nix passiert.« Sie habe sofort ihre Schwester und ihre Mutter angerufen, die auch beide je einen Hund hätten. Und im Ort gebe es ja etliche Hunde. »Die Besitzer waren auch alle ganz schockiert.« Im Prinzip könnten Hundehalter ihre treuen Vierbeiner nur schützen, wenn sie sie nicht von der Leine ließen oder ihnen notfalls einen Maulkorb umschnallten. Besonders gefährlich war aber die Platzierung der Köder, die nicht einmal besonders versteckt waren: auch ein kleines Kind hätte sie jederzeit finden und sich schwer verletzen können.

Im Prinzip bestätigt hat die Polizei Laufen den Vorfall zwar, konnte aber noch nichts Näheres dazu sagen, da die Sachbearbeitung bei den Operativen Ergänzungsdiensten Traunstein liegt. Deren Leiter, Bernhard Seitlinger, hält einen direkten Zusammenhang mit den Giftködern in Chieming für nicht sehr wahrscheinlich. Eher könne er sich vorstellen, dass ein Trittbrettfahrer jetzt die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte.

In Chieming wurde unter anderem Filou, der Hund des Staffelleiters Martin Grassler von der Rettungshundestaffel des Traunsteiner Roten Kreuzes vergiftet. Nur dank der Geistesgegenwart seines Besitzers lebt Filou noch. Grassler hatte ihn gleich in die Uni-Tierklinik nach München gebracht, wo er gerettet werden konnte. Dass der Täter mit seinen feigen Anschlägen fast einen Retter getötet hätte, »so weit denken diese Leute nicht«, so Seitlinger. coho