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Erlstätter Kindergarten soll Krippe bekommen

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An der Ostseite des gemeindlichen Kindergartens »Mäusebande« in Erlstätt wird 2014 voraussichtlich eine Kinderkrippe angegliedert. Der endgültige Beschluss steht aber noch aus. Bisher sind alle Krippenkinder im Pfarrkindergarten in Grabenstätt untergebracht.

Grabenstätt. »Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass wir eine weitere Krippengruppe brauchen«, betonte Bürgermeister Georg Schützinger in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Da das aktuelle Förderprogramm Ende 2014 endet, müsse man nun anschieben. Die Räte segneten die Bedarfsanerkennung einstimmig ab.


Martin Eisenberger von der Planungsgruppe Strasser und Partner stellte fünf bauliche Möglichkeiten vor – zwei Varianten für einen Anbau an die Ostseite des Pfarrkindergartens St. Maximilian in Grabenstätt und drei Varianten für einen Anbau an die Ostseite des gemeindlichen Kindergartens in Erlstätt. Die Erstellung dieser Vergleichsstudie mit den entsprechenden Investitionskosten war in der nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung im Oktober beschlossen worden.

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Für alle fünf Varianten mit jeweils 14 Kinderkrippenplätzen gebe es eine Förderung in Höhe von 344 300 Euro, so Eisenberger. Nach Abzug dieser Förderungssumme von den jeweiligen Gesamtkosten zwischen 522 000 Euro und 690 000 Euro ergäbe sich für die Kinderkrippen-Variante »Erlstätt 1« ein Eigenanteil von 345 700 Euro und für die Kinderkrippen-Varianten »Erlstätt 2« und »Erlstätt 3« jeweils ein Eigenanteil von 295 300 Euro. Bei den beiden Grabenstätt-Varianten sei laut Eisenberger mit einem Eigenanteil von jeweils 177 700 Euro zu rechnen. Während man sich bei der Bedarfsanerkennung einig war, entwickelte sich vor den Augen der zahlreichen Besucher eine lebhafte Diskussion darüber, in welchem Ortsteil die zweite Kinderkrippengruppe untergebracht werden solle.

Schützinger ließ keinen Zweifel daran, dass »wir die Krippe in Erlstätt bauen müssen, um den gemeindlichen Kindergarten langfristig zu sichern«. Der Bestand im Pfarrkindergarten Grabenstätt sei durch den Neubau und die bestehende Krippengruppe bereits wesentlich gesichert.

In einem Gespräch mit der gemeindlichen Kindergartenleiterin Petra Körner habe er sich davon überzeugen lassen, dass die zweite Kinderkrippe nach Erlstätt gehöre, so Andreas Danzer (FWG). Es gehe hier um die Existenz des Gemeindekindergartens, da sei Geld eher nachrangig.

»Was machen wir mit den überzähligen Kindern in Grabenstätt, fahren wir die dann nach Erlstätt?«, fragte Gemeinderat und Kirchenpfleger Maximilian Wimmer (CSU). Auch dass die Erlstätter Krippen-Varianten zwischen 120 000 und 170 000 Euro teurer seien, spreche für Grabenstätt. Das Anliegen der Erlstätter Bürger könne er aber gut verstehen.

Auch Roman Metzner (CSU) favorisierte den Kinderkrippenbau in Grabenstätt. Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe Erlstätt) verspricht sich von der Kinderkrippe in Erlstätt »eine Entlastung für den Pfarrkindergarten«. Vielleicht könnte man dadurch das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Grabenstätt und Erlstätt stärken, meinte Anton Mayrhofer (FWG). Angesichts der »Förderung von 70 bis 80 Prozent« und dem in Zukunft wohl weiter ansteigenden Bedarf an Krippenplätzen, sollte man gleich in beiden Orten eine Krippe bauen, so Sabine Steinberger (CSU). Das würde die momentanen Haushaltsmittel übersteigen, entgegnete Schützinger. Die Wirtschaftlichkeit sei zudem nur bei voller Belegung gegeben. Für Zweiten Bürgermeister Robert Muggenhamer (BGE) ist wichtig, dass man im kirchlichen und im weltlichen Bereich »zwei Einrichtungen auf Augenhöhe« bekomme.

Mit 15:2 Stimmen stimmte der Gemeinderat für den Standort in Erlstätt. Die Erlstätter »Variante 2« diene vorerst der Grundplanung, betonte Schützinger. Weitere Überlegungen zum räumlichen Konzept werde man noch ins Verfahren mit einfließen lassen.

Bei den Geburtenzahlen fallen derzeit laut Verwaltung etwa zwei Drittel in den Bereich Grabenstätt einschließlich Winkl und Marwang sowie etwa ein Drittel in den Bereich Erlstätt. Im Pfarrkindergarten in Grabenstätt sind zurzeit 96 Kinder untergebracht. 31 scheiden im nächsten Jahr aus. Nach Auflösung der Übergangsgruppe verbleiben sieben Kindergartenplätze und acht Krippenplätze. Von 29 Kindern zwischen ein und drei Jahren aus Grabenstätt, Winkl und Marwang gibt es einen möglichen Bedarf, der entweder in Grabenstätt oder in Erlstätt gedeckt werden kann. 45 Kinder gehen derzeit in den Gemeindekindergarten »Mäusebande« in Erlstätt, 16 scheiden zum nächsten Kindergartenjahr aus. Acht Kinder werden aus Erlstätt nachrücken; acht Plätze können dann noch nachbesetzt werden.

Auch im kommenden Kindergartenjahr werden die Krippenkinder im Katholischen Pfarrkindergarten St. Maximilian in Grabenstätt von einer Berufspraktikantin betreut. Der Gemeinderat billigte in seiner Sitzung einstimmig den Antrag des katholischen Pfarramtes. Die Kosten dafür liegen bei 15 000 Euro. mmü