weather-image
22°

Erlstätt bei Marktsonntagen außen vor

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Nach dem Veto des Landratsamtes dürfen an den beiden Grabenstätter Märkten »Maimarkt« und Herbstmarkt« (unser Bild) in Erlstätt die Geschäfte nicht mehr öffnen. (Foto: Müller)

Grabenstätt. Laut der bisher geltenden gemeindlichen Verordnung für die beiden sonntäglichen Grabenstätter Jahrmärkte »Maimarkt« und »Herbstmarkt« war es zulässig, dass an diesen Tagen gegebenenfalls auch Erlstätter Geschäfte für fünf Stunden öffnen durften. De facto ist dieses Recht aber schon seit mehreren Jahren nicht mehr in Anspruch genommen worden.


Wie es in der jüngsten Gemeinderatssitzung hieß, müsse nun im Zuge einer »verwaltungsrechtlichen Entscheidung in einem vergleichbaren Fall« ein »enger räumlicher Zusammenhang« zwischen den Märkten bestehen. Dies sei in der Gemeinde überhaupt nicht gegeben, da die Ortsteile Grabenstätt und Erlstätt über fünf Kilometer voneinander entfernt seien. Seitens der Gemeinde habe man versucht, das Problem des fehlenden räumlichen Zusammenhangs mit einer »speziellen Festlegung für Erlstätt« zu lösen, leider ohne Erfolg.

Anzeige

Idee sei es gewesen, so Bürgermeister Georg Schützinger, in Erlstätt parallel zu Grabenstätt eine Art Markt mit zwölf gewerblichen Anbietern zu etablieren. Man habe in diesem Zusammenhang auch schon mit der Firma Hagebaumarkt gesprochen. Diese war über mehrere Jahre Hauptnutznießer der außertourlichen Öffnungszeiten. Als das Landratsamt nun sein Veto gegen die, auf das ganze Gemeindegebiet bezogene, gemeindliche Marktverordnung eingelegt hatte, musste der Gemeinderatsbeschluss von vor zwei Jahren in der jüngsten Sitzung wieder zurückgenommen werden. Dies geschah mit elf zu fünf Stimmen, gegen den Willen von Doris Biller (FWG), Maximilian Wimmer (CSU), Roman Metzner (CSU), Joseph Pfeilstetter (UWU) und Rudolf Aigner (CSU). Damit dürfen in Erlstätt an den beiden Marktsonntagen im Mai und September keine Geschäfte mehr öffnen.

Man habe gehofft, das irgendwie hinzukriegen, leider sei es aber letztendlich »nicht regelbar gewesen«, bedauerte es Schützinger und machte sogleich Hoffnung: »Vielleicht gibt es in zwei Jahren wieder eine andere Gerichtsentscheidung«. Man dürfe »nicht immer gleich klein beigeben und alles schlucken«, ärgerte sich Joseph Pfeilstetter über die, seiner Meinung nach, zu starke »Obrigkeitshörigkeit«. Roman Metzner stieß ins gleiche Horn und kritisierte, dass leider bei sinnvollen Projekten zu häufig und zu schnell Verbote ausgesprochen würden. Als Gemeinde sei man »an Recht und Gesetz gebunden«, betonte Geschäftsleiter Andreas Lindlacher und verwies auf das »Landratsamt als Rechtsaufsichtbehörde«. Ein eigenständiger Markt in Erlstätt könnte beantragt werden, denn in jeder Gemeinde seien »vier solcher Anlässe pro Jahr möglich«, so Lindlacher. mmü