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»Erfolgreicher Tag für Energiewende in der Stadt«

Der Biomasse- und der Gaskessel des Kraftwerks bringen es zusammen auf eine Leistung von 2300 Kilowatt. Damit versorgt die Anlage mit einer Netzlänge von 840 Meter neben dem Chiemgau-Gymnasium und dem Sonderpädagogischen Förderzentrum auch die höher gelegene Ludwig-Thoma-Schule. Vorgesehen ist auch der Anschluss des Areals »Altes Kurhaus« sowie eventuell auch der Klosterkirche und der Städtischen Galerie.

Rund 150 geladene Gäste waren am Samstagvormittag zur Einweihung des neuen Biomasseheizwerks Brunnwiese gekommen. (Foto: Wittenzellner)

Zur Einweihung waren rund 150 geladene Gäste aus Kommunalpolitik, Behörden und der ausführenden Planer und Unternehmen gekommen. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Traunstein, Stefan Will, betonte, dass das Projekt zwar eine lange Vorgeschichte in der Planung gehabt habe, die Umsetzung dann aber schnell geschehen sei. Nach dem Spatenstich im August 2011 habe man um die Weihnachtszeit das Heizhaus errichtet, die großen Teile eingebracht und das Dach geschlossen. Parallel dazu seien 600 Meter des nun insgesamt 840 Meter langen Leitungsnetzes gebaut worden. Ab April habe man die Inbetriebnahme stückchenweise vorgenommen. Vorsicht ließ er beim Dauerbetrieb trotzdem noch walten: »Die echte Bewährungsprobe steht im Winter bevor.«

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Oberbürgermeister Manfred Kösterke nannte das jetzt realisierte Projekt ein gelungenes weiteres ÖPP-Projekt (Öffentlich Private Partnerschaft) »erster Güte«, das später durchaus auch quer durch die Stadt erweitert werden könne. Entscheidend sei hierbei die Wirtschaftlichkeit, man dürfe die Stadtwerke nicht überfordern.

Konsequent an ehrgeizigem Ziel arbeiten

Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser sagte, dass der Landkreis weiter konsequent auf den Ausbau erneuerbarer Energien setzt. Das Ziel, bis 2020 den gesamten Strom privater Haushalte, Kleingewerbe und kommunale Liegenschaften aus regenerativen Energien zu decken, sei ehrgeizig. »Entscheidend ist, dass wir daran arbeiten«, so Kohnhäuser.

Bei der ökumenischen Segnung betonte der evangelische Pfarrer Sebastian Stahl, dass die Menschen den Auftrag hätten, die Schöpfung zu nutzen und bewahren. »Darüber freut sich Gott.« Stadtpfarrer Georg Lindl machte deutlich, dass sich das »Haus Gottes« nicht nur auf die Kirchen beschränke. Auch das Biomasseheizwerk sei ein Haus Gottes, »wenngleich in einer anderen Funktion als eine Kirche«. Auch Christ sei man nicht nur in der Kirche, sondern überall. Folgerichtig segnete er nicht nur das neue Gebäude, sondern auch die Menschen, die dort arbeiteten.

Die musikalische Gestaltung der Einweihungsfeier übernahm die Big Band des Chiemgau-Gymnasiums.

Viele Bürger nutzten die Möglichkeit und machten sich selbst ein Bild von der neuen Anlage und besuchten auch das neu eröffnete Wasserkraftmuseum (siehe unten). awi