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Erfolgreiche Luftrettungsstation im neuen Gewand

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Modern und funktional sind die neuen Räume mit der Medienwand zur Flugvorbereitung, über die sich Polizeihauptkommissar Markus Pabst (links), der leitende Stationspilot Christoph 14, und Polizeihauptkommissar Andreas Weber, der diensthabende Einsatzpilot, freuen. (Foto: Mix)

Traunstein – Die Dienst- und Ruheräume der Luftrettung Traunstein am Hangar auf dem Dach des Kreiskrankenhauses wurden umgebaut und neu eingerichtet. Nun wurden die Räumlichkeiten bei einer kleinen Feier eingeweiht und erhielten den kirchlichen Segen. Im nächsten Jahr erhält Traunstein zudem einen neuen Helikopter für die Rettungsflüge.


Der leitende Hubschrauberarzt der Luftrettungsstation Christoph 14, Dr. Markus Barth, erinnerte in seiner Ansprache an »die lange Tradition der Luftrettung in Traunstein«. Bereits wenige Monate nach Indienststellung des ersten offiziellen Rettungshubschraubers in Deutschland, dem Christoph 1 in München zu Beginn der 1970er Jahre, begann die Ära der Hubschrauberrettung auch in Traunstein; damals noch auf private Initiative hin. »In der Anfangsphase lief alles sehr viel improvisierter ab, so gab es anfänglich gar keinen richtigen Hangar, schon gar nicht am Krankenhaus, und der Hubschrauber startete vom Betriebsgelände der Autobahnpolizei in Siegsdorf«, erläuterte Dr. Barth.

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Im September 1976 wurde mit Christoph 14 der dritte bayerische Hubschrauberstandort nach München und Nürnberg am damals noch Stadtkrankenhaus Traunstein zum festen Bestandteil des Rettungsdiensts in Südostbayern. Der aktuelle Hubschrauber-Typ wurde 2007 in Betrieb genommen und soll nächstes Jahr wiederum einem neueren Modell weichen, das dann auch mit einer 90 Meter Rettungswinde für die immer mehr werdenden Einsätze im Gebirge ausgestattet sein wird.

Auch in Sachen Dienstgebäude hat sich in den vergangenen 40 Jahren viel getan. Nach mehreren Improvisationslösungen gab es 1976 den ersten richtigen Hangar- und Landeplatz-Neubau, wofür ein Teil des Guntramshügels abgetragen werden musste. 1986 schließlich wurde der jetzige Dachlandeplatz in Betrieb genommen. Neue luftfahrtrechtliche Bestimmungen machten nun einen Umbau mit Schaffung getrennter Dienst- und Ruheräume für die Besatzung erforderlich. Die Bauphase erstreckte sich von Oktober 2016 bis Juli 2017. Die dabei anfallenden Kosten in Höhe von 805 000 Euro übernahm die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen.

Leonhard Stärk, Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes als Betreiber der Luftrettungsstation und Dienstherr der auf dem Hubschrauber eingesetzten Rettungsassistenten, hob hervor, dass trotz starken Technikbezugs in der Luftrettung der Mensch nach wie vor im Vordergrund stehe. Damit seien nicht nur die Patienten gemeint sondern auch die Mitarbeiter, deren Bedürfnisse nicht außer Acht gelassen werden dürften. Auf 75 Quadratmeter seien nun neue soziale Räume für Piloten, Notärzte und Rettungsassistenten entstanden, die sehr ansprechend und funktionell sind.

Polizeidirektor Carsten Herrmann als Leiter der Bundespolizei Fliegerstaffel Oberschleißheim, die von Anbeginn an die Piloten des Rettungshubschraubers stellt, betonte, dass Christoph 14 eine der erfolgreichsten Luftrettungsstationen sei und stets beste Bewertungen erhalte.

Der medizinische Direktor der Kliniken Südostbayern, Dr. Stefan Paech, ist auch oberster Dienstherr der auf dem Hubschrauber eingesetzten Ärzte aus den Fachgebieten Anästhesie, Chirurgie und Innere Medizin. Für ihn ist klar: »Eine moderne Rettung erfordert immer mehr den schnellstmöglichen Transport der Erkrankten.« Der Dachlandeplatz ermögliche es zu jeder Jahreszeit, die Patienten rasch in die unmittelbare Versorgung des Krankenhauses zu bringen. »Christoph 14 ist uns schon rund 40 000 Mal sprichwörtlich aufs Dach gestiegen«, so Dr. Paech.

Für den Zweckverband Feuerwehr und Rettungsdienstalarmierung sprach Geschäftsführer Josef Gschwendner. Er steht auch der Integrierten Leitstelle ILS Traunstein vor, die die Einsätze des Hubschraubers koordiniert. Die Luftrettung ist nach seinen Worten »fester Bestandteil des Rettungsdiensts«. Gerade wenn es um Minuten gehe, in denen über Leben und Tod entschieden wird, sei der rasche Transport mit dem Helikopter für die Patienten so wichtig: »Damit können wir der Bevölkerung schnell und sicher helfen.«

Vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, das den Hubschrauber stellt, war Christiane Doernen nach Traunstein gekommen. Sie führte aus, dass der Bund die Länder mit Hubschraubern für den Katastrophen- und Zivilschutz ausstatte: »Wenn sie dafür nicht gebraucht werden, dürfen sie in der Luftrettung eingesetzt werden.« Das Bundesamt hat nach ihren Worten für die beiden südlichen Luftrettungsstationen in Kempten und Traunstein aufgrund steigender Einsätze im Gebirge neue, leistungsstärkere Helikopter in Auftrag gegeben, die voraussichtlich Ende nächsten Jahres ausgeliefert werden.

Der katholische Stadtpfarrer Georg Lindl und der evangelische Dekan Peter Bertram gaben den umgebauten Räumen den kirchlichen Segen und wünschten allen Team-Mitgliedern, dass sie jederzeit gesund von ihren Einsätzen wieder zurückkehren. mix

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