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(Foto: Pültz)

Entwicklungschancen für den Landkreis: Nötig ist ein Leerstandsmanagement

Vor dem Hintergrund des Themas »Flächensparen« informierte die Chiemgau GmbH über die Schwerpunktthemen im Bereich des nachhaltigen Flächenmanagements, über Bauen im Bestand sowie zur Revitalisierung von Gewerbeflächen. Im Mittelpunkt des Flächensparforums standen dabei konkrete Beispiele des aktiven und strategischen Leerstandsmanagements in der Region. Vertreter der Regierung von Oberbayern sowie Fachleute aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Planung präsentierten den über 70 Teilnehmern Ideen und Instrumente. Ihr Tenor: Aktives Leerstandsmanagement schaffe Entwicklungschancen. 


Dr. Matthias Schuh von der Regierung von Oberbayern verwies auf die aktuelle Flächensparoffensive des Freistaats. Der Flächenverbrauch sei eine der großen Herausforderungen in Bayern. Nach Angaben von Schuh werden täglich 11,6 Hektar unbebaute Flächen durch Siedlungs- und Verkehrsfläche versiegelt. Um die Gemeinden bei der Belebung ihrer Ortskerne und beim Flächensparen noch intensiver zu unterstützen, habe die Bayerische Staatsregierung deshalb die Förderinitiativen »Innen statt Außen« und »Flächenentsiegelung« ins Leben gerufen. Beide Instrumente zum Flächensparen werden in der Region laut des Regierungsvertreters bereits umgesetzt.

Mit Blick auf die Region stellte Dr. Sabine Müller-Herbers vom Planungsbüro Baader Konzept GmbH die Ergebnisse aus dem Projekt Vitalitäts-Check der Innenentwicklung im Bereich der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Waginger See-Rupertiwinkel vor. Das Innenentwicklungskataster zur Darstellung verfügbarer theoretischer Innenentwicklungspotenziale sei dabei zentraler Baustein für die neue qualifizierte Informations- und Entscheidungsgrundlage. Diese theoretischen Innenentwicklungspotenziale können aber laut Dr. Müller-Herbers nicht einfach so genutzt werden, gilt es doch Eigentümer-Interessen, ökologische und städtebauliche Aspekte sowie kommunale Priorisierung und Aktivierungsaufwand zu beachten. Sie zeigte jedoch auch neue Chancen auf, Logistik- und Lagerflächen gemeinsam zu nutzen – frei nach dem Motto Synergieeffekte durch Kommunikation.

Professor Michael Körner, der Dekan der Technischen Hochschule (TH) Rosenheim, verdeutlichte mit Bildern die Herausforderung, Bauen im Bestand zu ermöglichen. Anhand eines Beispielprojekts in der Stadt Rosenheim verweis er auf rechtliche und bauliche Hürden und Herausforderungen. Auch nach zehn Jahren sei eine äußere Abnutzung der Gebäude dank der langlebigen Baustoffe und einer nachhaltigen Konstruktion aus Holz kaum zu erkennen, führte der Dekan der TH aus.

Maximilian Zimmerman von der Chiemgau GmbH ist verantwortlich für die Konzeption und Umsetzung einer gemeinsamen gewerblichen Leerstandsbörse mit allen Städten und Kommunen im Landkreis Traunstein. Die Börse dient einer schnelleren und besseren Koordination von Flächen- und Objektanfragen auf kommunaler Ebene. Die Chiemgau GmbH unterstützt sowohl die Kommunen, als auch Eigentümer, damit Leerstände möglichst vermieden und Brachflächen aktiviert werden.

Die Ausarbeitung konkreter Entwicklungsprojekte im Innenbereich, die Umnutzung leerstehender Flächen im Außenbereich und die Entwicklung innovativer Ideen bei der Gestaltung von gemeinschaftlichen Gewerbearealen sind laut Florian Maier von der Chiemgau GmbH die wichtigsten Kernpunkte für die weitere Arbeit des kommunalen Flächenmanagements. Diese Aspekte sowie die Schaffung eines Leerstandskatasters für gewerbliche Flächen werden seinen Angaben zufolge in den kommenden Jahren in die Planungen der Chiemgau GmbH mit eingebunden.

fb

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