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»Entscheidungsträger sollen endgültige Lösung anstreben«

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In der Diskussion um eine Entschärfung der Oderberger Senke für Radfahrer schlägt die Untere Verkehrsbehörde des Landratsamts Traunstein vor, die Radfahrer aus Richtung Traunreut in Oderberg über die Oderberger Straße (rechts) zu leiten. Der Stadtrat hält aber an einem beidseitigen Geradeausschild für den Verkehr bei der Zufahrt in die Sonnenstraße (Oderberger Senke) fest. (Foto: Rasch)

Traunreut – Um die gefährliche Situation in der Oderberger Senke für die Radfahrer zu entschärfen, hatte der Stadtrat im Mai beschlossen, bei der Zufahrt in die Sonnenstraße in Oderberg ein Geradeaus-Fahrgebot für den Verkehr auf der Robert-Bosch-Straße sowohl von Norden als auch von Süden kommend anordnen zu lassen. Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge sollen davon ausgenommen sein. Jetzt hat sich die Untere Verkehrsbehörde im Landratsamt Traunstein dazu geäußert und schlägt der Stadt vor, den Radfahrern das Befahren in einer Richtung zu untersagen.


»Bevor wir über Ihren Antrag entscheiden, schlagen wir vor, dass die Freigabe als linksläufiger Radweg (Nord nach Süd) aufgehoben wird, zumal es alternative Wegeverbindungen für Radfahrer gibt«, schreibt das Landratsamt. Der Stadtrat hält aber an einer beidseitigen Geradeaus-Beschilderung fest und hat in seiner Sitzung den Vorschlag des Landratsamtes bei nur einer Gegenstimme abgelehnt.

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Verkehrsreferent Gorzel fordert einen runden Tisch

Dieser Vorschlag der Straßenbehörde würde nach Ansicht von Verkehrsreferent Roger Gorzel (Bürgerliste) das Problem nicht lösen und wieder etwas an dem Stadtratsbeschluss ändern. Um endlich Ordnung in diese »Causa« zu bringen, fordert er einen »runden Tisch«. »Ich glaube, dass wir nur etwas Endgültiges und damit Gutes entscheiden können, wenn alle – Sachbearbeiter, Polizei, Stadtrat – an einem Tisch sitzen.« Gorzel sei für alle Entscheidungen offen, wolle aber dann auch die verantwortlichen entscheidungsrelevanten Fachkräfte vor Ort in einer Sitzung haben, um nicht noch Jahre »rumzudoktern«.

Ihm gehe dieses Rumgeschiebe an der Oderberger Senke ganz schön auf den Senkel, sagte er dem Traunsteiner Tagblatt. Der Stadtrat habe beschlossen dort Geradeauspfeile anzubringen und jetzt wolle das Landratsamt den Radverkehr in einer Richtung verbieten lassen. »So ein Nonsens!« In den vergangenen Jahren seien unzählige Verkehrsschauen durchgeführt und für viel Geld ein Gutachten erstellt worden, das in seinen Augen eine komplette Themaverfehlung darstelle und sich nicht mit dem rechtswidrigen Ausfahren aus der Sonnenstraße beschäftige. Ziel müsse es sein, dass dort nichts mehr passieren darf«, fordert Gorzel.

Durch den Vorschlag des Landratsamts stellt sich für ihn die Frage: »Wenn man den Radfahrern jetzt das Befahren in einer Richtung untersagen will, schicken wir sie dann auf die Straße oder überlassen wir sie ihrem Schicksal und sie können sich das aussuchen?« Gorzel hält nichts davon, die Radfahrer, insbesondere die vielen Schüler, mit uneinsehbaren Reglementierungen zu »bombardieren« und forderte eine endgültige Lösung. »Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem alle Entscheidungsträger eine endgültige Lösung anstreben sollten. Das dauert jetzt schon jahrelang und immer kommen neue Aspekte hinzu«, kritisiert der Bürgerlisten-Stadtrat. An der Verkehrssituation entlang der Robert-Bosch-Straße selbst ändere sich nichts Wesentliches, außer dass der Radverkehr zunehme und laut Prognose aller Verbände auch die Elektromobilität im Zweiradbereich jetzt schon signifikant ansteige und damit die Geschwindigkeit der »Bikes«.

Arbeitskreis Verkehr arbeitet an Radwegekonzept

Gorzel plädiert in diesem Zusammenhang auch für ein detailliertes Radwegekonzept. Der Arbeitskreis Verkehr (AKV) sei an einem detaillierten Radwegekonzept dran, was die Stadt Traunreut und die außen liegenden Gemeindeteile dringend nötig hätten. »Wir arbeiten akribisch dran und haben mehrere Arbeitsgruppen eingeteilt, die penibel unsere Radwegeführung aufzeigen werden und wir wollen eine aussagekräftige Gesamtaufstellung für Radfahrer vorlegen. Wir wollen es selbst als Arbeitskreis bearbeiten und es nicht durch ein externes Büro fachsimpeln lassen.«

In naher Zukunft wolle der AKV ein aussagekräftiges Manuskript vorlegen, das für die Stadt richtungweisend sein soll, etwa: »Wo kann ich mit meinem Rad/E-Bike/Hoverboard fahren? Wie ist es beschildert und wo muss von der Stadt dringend nachgebessert werden?« Anregungen aus der Bevölkerung dazu seien jederzeit willkommen. ga

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