weather-image
28°

Entscheidung über neuerliche Bewerbung vertagt

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Die sogenannte Salzmann-Insel (auf unserem Bild von der Haferlbrücke aus gesehen) soll ein Teil des Geländes der Landesgartenschau 2022 in Traunstein werden. Die Bewertungskommission hatte beim Ortstermin unter anderem bemängelt, dass die betreffenden Grundstücksflächen noch nicht im Eigentum der Stadt sind. (Foto: Artes)

Traunstein. Der Traunsteiner Stadtrat überlässt die Entscheidung über eine erneute Bewerbung um die Landesgartenschau 2022 dem neuen Ratsgremium, das im kommenden Monat seine Arbeit aufnehmen wird. In seiner letzten Sitzung dieser Legislaturperiode wurde die Ablehnung des Vergabeausschusses allgemein bedauert. Sie wurde aber gleichzeitig als Chance für eine neue Bewerbung gesehen.


Deutliche Kritik an dem von der Stadt mit der Ausarbeitung der Bewerbung betrauten Beratungsbüro übte Thomas Miller. Die Stadt habe für die Arbeit des Büros viel Geld ausgegeben. Einige Punkte, die wichtig gewesen wären, »hätte uns das Büro aber sagen müssen«. Verärgert zeigte sich Miller auch darüber, dass sich beim Ortstermin mit dem Vergabeausschuss die Mitglieder des Büros »auf halbem Weg verabschiedet haben«. Dennoch sei er optimistisch und überzeugt davon, dass »die Tür weiter offen als vorher ist«. Die Chance einer zweiten Bewerbung sollte Traunstein nutzen.

Anzeige

Ins gleiche Horn stieß Thomas Graf. »Wir bekamen Vorgaben, die uns gut tun«. Hans Zillner sprach die Kosten an und sagte, er sei gespannt, was wohl der nächste Schritt kosten werde. Für den ersten musste die Stadt rund 50 000 Euro aufbringen. »Das ist ein Haufen Geld«, sagte Zillner. Jeder Betrag sei zuviel, wenn man »nachschießen« müsse. Er werde erst entscheiden, wenn er wisse, was eine neuerliche Bewerbung koste.

Im neuen Stadtrat, so Waltraud Wiesholler-Niederlöhner, werde man sich noch einmal intensiv mit der Landesgartenschau beschäftigen müssen. Sie bekannte sich als »absolute Verfechterin« der Landesgartenschau. Überzeugt zeigte sie sich davon, dass das Geld, welches die Stadt für die Veranstaltung werde ausgeben müssen, »vielfach an uns zurückgegeben wird«. Im Vordergrund stünden nicht Anlagen mit Blumen und Sträuchern, sondern die nachhaltige Entwicklung der Bereiche, in denen Ausstellungsgelände für die Landesgartenschau geschaffen wird. »Wir haben viele Bereiche, wo wir gut etwas machen könnten«.

Uwe Steinmetz schlug vor, sich im Vorfeld in Deggendorf zu informieren, das heuer Ausrichter der Landesgartenschau ist.

Vor der Diskussion hatte Oberbürgermeister Manfred Kösterke noch einmal die Gründe dargelegt, die zur negativen Entscheidung der Bewertungskommission geführt haben. Dabei kam auch zum Ausdruck, dass man seitens der Stadt den einen oder anderen Kritikpunkt nicht so recht nachvollziehen kann. Über die Kritikpunkte der Bewertungskommission haben wir ja bereits ausführlich berichtet.

Nun wird es am neuen Stadtrat liegen, darüber zu entscheiden, ob man einen erneuten Anlauf nehmen wird. Dem Gremium werden ab Mai sieben neue Mitglieder angehören. Wenn man die Signale in der gestrigen Sitzung richtig gedeutet hat, dürfte es durchaus eine Mehrheit für eine neuerliche Bewerbung geben.

Im Anschluss an die Stadtratssitzung wurden die sieben aus dem Amt scheidenden Mitglieder verabschiedet. Zuvor galt es jedoch noch, eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten. Ein weiteres zentrales Thema war dabei neben der Landesgartenschau die Erweiterung der Ludwig-Thoma-Grundschule, zu der sich ebenfalls eine lebhafte Diskussion entwickelte. Beschlossen wurde, das Schulhaus im Norden um vier Klassenzimmer zu erweitern.

Erfreulich war das Ergebnis der Ausschreibungen für die Kanal- und Straßensanierungen in diesem Jahr. Die Ausschreibungsergebnisse lagen teils deutlich unter den im Haushalt vorgesehenen Beträgen, so dass der finanzielle Spielraum der Stadt in diesem Jahr durch diese Baumaßnahmen nicht eingeengt wird.

Einig waren sich die Ratsmitglieder auch darin, den Steg am Viadukt zu erneuern. Dazu soll bei der Firma, die derzeit im Auftrag der Bahn das Viadukt saniert, ein Angebot eingeholt werden.

Über diese und weitere Punkte werden wir noch ausführlich in unseren nächsten Ausgaben berichten. -K.O.-